VHS Theater artvorort


Alle zwei Jahre trifft sich die Theatergruppe art-vor-ort unter der Leitung von Inge Rossbach mit dem Ensemble „Les ZanTT“ aus Kreuznachs Partnerstadt Bourg-en-Bresse. An Fronleichnam kamen die Französinnen unter der Leitung von Christine Putin (alias Christine Auger), Mounira Bahar und Alice Ceccaroli, der neuen Präsidentin der Gruppe, ins Nahestädchen – diesmal nur in kleiner Besetzung. Groß war die Wiedersehensfreude, als sie nach langer Anreise über die Schwelle getreten sind und als sie im Chor gerufen haben: „C’est la France / Frankreich ist da!“.

Und ihre charmanten Wortspiele sind auch beim Kreuznacher Publikum am folgenden Tag bei ihrem Theaterstück „Une mémoire d’éléphant dans un magasin de porcelaine“ von Vincent Delboy ausgezeichnet angekommen. Schon der Titel des Stückes ist eine Redewendung, „avoir une mémoire d’éléphant“ bedeutet wie im Deutschen auch ein ausgezeichnetes Gedächtnis zu haben. Im Stück ist die Rede von Souvenirs, vom Gedächtnis bei lauter Quiproquos, Wortspielen zu Filmen und Chansons. Marianne (Mounira Bahar) ist frisch geschieden, ohne die Gründe ihrer Trennung zu verstehen und trifft im Wartesaal des Psychiaters Babette (Alice Ceccaroli), die sich infolge einer Gehirnerschütterung an nichts mehr erinnert und einen Blackout hat, was ihre Vergangenheit betrifft. Und das Publikum ist der gefühlskalten Marianne und dem nervenden Plappermaul Babette gefolgt und hat sie in einem fröhlichen Gelächter die Herzwehwehchen vergessen lassen.

Nach der Vorstellung sind die beiden Theatergruppen bei einigen Gläschen Nahewein in Jubel ausgebrochen. Die gelungene Premiere Alice Ceccarolis, das sehr gute Spiel Mounira Bahars und die perfekte Inszenierung Christine Augers mussten gebührend gefeiert werden! Am Samstag besichtigten die beiden Ensembles – zunächst  bei schönem Wetter und später dann in strömendem Regen in Wertstoffsäcke gehüllt – das Freilichtmuseum in Bad Sobernheim, bevor sie bei Roswitha Heinrichsberger, einer der bei Art vor Ort Mitspielerin, beim Festessen den Abend ausklingen ließen.

Am Freitag haben alle eine tüchtige Dusche abbekommen, am Samstag musste die deutsch-französische Freundschaft begossen werden und am Sonntag war dann die Abfahrt mit Tränen benetzt, somit blieb über das ganze Wochenende kein Auge trocken, und alle freuen sich auf ein baldiges Wiedersehen.

Text: Emmanuelle Rauch; Les ZanTT





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