Kirschsteinanlage
Bild: Hochwasserschutz Kirschsteinanlage

Durch die Tiefe des ca. 2.500 m² umfassenden, unbebauten Areals in den Stadtraum bestand hier die Chance landschaftsarchitektonischer, möglichst weich modellierter Bodenbewegung, in deren Schwung im oberen Bereich Sitzstufen eingefügt wurden. Diese verdichten sich ab einer freitragenden Kanzel über die Turbulenzen des „Wehres Mühlenteich“ als Treppenstufen zum Wasserspiegel.

Vor der Kulisse der erhaltenen Altstadt mit barocker Pauluskirche und „Klein Venedig“ an der Ellerbachmündung können hier z. B. Chöre auf Gesellschaftsfahrt gegen das Brausen des Wassers ansingen - wie einst Demosthenes zum Training der Sprache und Stimme zur Zeit klassisch-griechischer Hochkultur (ca. 350 v. Chr.).

Ein Denkmal zur Judenverfolgung unter dem Nationalsozialismus wurde über die maximale Schutzhöhe auf die Krone der o. a. Erdmodellierung angehoben. Von hier aus breiten sich im diagonalen Raster gepflanzte hochstämmige Zierkirschen (Prunus avium ‚Plena‘) über die Sitzstufen hangabwärts, freie Rasenflächen zum Lagern im Schatten oder in der Sonne, Kirschblütenfest im Mai, rotgoldenes Laub im Oktober.

Zum Wesen der Anlage zählt als primärer Anspruch die Nutzungsoffenheit. Abgesehen von den Sitzstufen und Treppenanlagen zum Fluss sind nur wenige Bänke im Kronenbereich der Bodenbewegung installiert: möglichst wenig „Möblierung“.

Eine besondere Chance zukünftiger Erweiterung liegt in der Umwidmung eines derzeitigen ca. 1.500 m2 großen Parkplatzes an der Flanke der Anlage zur Wilhelmstraße. Wenn die Kirschsteinanlage das „grüne Wohnzimmer“ der Innenstadt bildet, könnten hier Anlagen für Kinder und Jugendliche im Selbstverständnis der unterschiedlichen - und natürlich konkurrierenden - Altersgruppen angelegt werden.

Kunstobjekte als ortsfeste Installationen sollten den hoch liegenden Saum der Kirschsteinanlage bereichern. Die große Rasenfläche sollte jedoch als Vorfeld der besonders schönen Stadtkulisse jenseits der Wasserströme von Mühlenteich, Nahe und Ellerbach möglichst frei bleiben; - vorstellbar sind aber z. B. zeitbegrenzte Objekte zu Symposien.

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