Hochwasser und Starkregen: „99 Prozent aller Objekte versicherbar“

(v.l.n.r.) Richard Dolan (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), Corinna Peerdeman (Leiterin Fachabteilung Tiefbau und Grünflächen), Dr. Barbara Manthe-Romberg (Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz), Ralf Schernikau (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz) und Rainer Gerlach (Leiter Fachabteilung Abwasserbeseitigungseinrichtung)

Beim Schutz vor Hochwasser und Starkregenfällen sind nicht nur die Kommunen sondern auch jeder einzelne Hauseigentümer in der Pflicht, Vorsorge zu treffen. Das betonten alle Referenten bei der Informationsveranstaltung in der Sparkasse Rhein-Nahe.

 


„Für den Hochwasserschutz entlang der Nahe ist hier in Bad Kreuznach schon viel getan worden“, so die Leiterin der Fachabteilung Tiefbau und Grünflächen bei der Stadtverwaltung Bad Kreuznach, Corinna Peerdeman. Seit Fertigstellung haben sich die Schutzanlagen bei Hochwasser in den Jahren 2003, 2011 und 2013 bewährt. „Doch einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht“, so Ralf Schernikau, Referent für Hochwasserschutz im Mainzer Umweltministerium. Der Hochwasserschutz in Bad Kreuznach ist für ein etwa 100-jährliches Ereignis mit einem Abfluss von 1.000 Kubikmeter pro Sekunde in der Nahe ausgelegt und hält bis zu einem Pegelstand von 8,30 Meter (zum Vergleich Hochwasserhöchststand in 2003 bei 7,30 Meter). Schernikau erklärte, dass man weiterhin gemeinsam mit den Kommunen an einer Optimierung des Hochwasserschutzes arbeite, beispielsweise im Stadtteil Bad Münster am Stein-Ebernburg.

Dr. Barbara Manthe-Romberg vom Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz warnte vor den Starkregenereignissen und zeigte in einem Power-Point-Vortrag, welche verheerenden Schäden diese Fluten anrichten können. Das Problem hierbei ist, dass man solche Ereignisse schlecht vorhersagen und nie lokal eingrenzen kann. Zum Schutz vor Überflutungen, die zu allen Jahreszeiten und nicht nur in Gewässernähe auftreten können, riet sie z. B. Hauseigentümern, die an Hängen wohnen, eine kleine Mauer vor dem Kellerfenster zu bauen und allen Hauseigentümern,  unbedingt Rückstauklappen zu installieren, so dass das Wasser sich nicht über die Kanäle ins Haus reindrücken kann. Diese Rückstauklappen sind ohnehin vorgeschrieben, informierte Rainer Gerlach, technischer Leiter des städtischen Abwasserbetriebes.

Die meisten Fragen der Zuhörer/innen drehten sich um die Elementarschadenversicherung. Dazu hat Richard Dolan vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft eine gute Nachricht: „99 Prozent aller Objekte sind versicherbar.“ Nach der Hochwasserkatastrophe an der Oder im Jahr 1997 gab es ein Umdenken, die Versicherung wurde eingeführt. „Sie ist bezahlbar“, so Dolan. Die Vertragsbedingungen sind sehr individuell, so dass sich jeder bei der „Versicherung seines Vertrauens“ informieren sollte. 



Foto: (v.l.n.r.) Richard Dolan (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), Corinna Peerdeman (Leiterin Fachabteilung Tiefbau und Grünflächen), Dr. Barbara Manthe-Romberg (Informations- und Beratungszentrum Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz), Ralf Schernikau (Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz) und Rainer Gerlach (Leiter Fachabteilung Abwasserbeseitigungseinrichtung)