Das IVEK - Ein Drittel der Maßnahmen bereits umgesetzt oder in Umsetzung

Die Stadtverwaltung arbeitet derzeit daran, die rund 160 Maßnahmen des Integrierten Verkehrsentwicklungskonzepts (IVEK) entsprechend einer Prioritätenliste umzusetzen. Rund ein Drittel der Maßnahmen sind bereits umgesetzt oder werden gerade verwirklicht. Das teilte die zuständige Stadtplanerin Bärbel Germann im Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr am Donnerstag mit. Das IVEK wurde im Juli 2016 vom Stadtrat beschlossen und wird seitdem sukzessive von der Verwaltung umgesetzt. IVEK wird dabei nicht als geschlossenes Konzept betrachtet, sondern kontinuierlich überprüft und angepasst.

 

Maßnahmen, die bisher verwirklicht wurden (Beispiele):

  • Tempo-30-Geschwindigkeitsbeschränkungen, z.B. in der Rüdesheimer Straße/Hochstraße („Sicheren Schulwege“) und in der Ringstraße
  • Sitz- und Spielrouten, z.B. vom Eiermarkt bis zum Kornmarkt
  • Anschaffung von E-Fahrrädern und E-Autos für die Mitarbeiter der Stadtverwaltung sowie ein E-Car-Sharing-Parkhaus (Stadtwerke)

    Maßnahmen, die 2018/2019 angegangen werden:

    a) Fußverkehr

    Bau und Ausbau von Querungsanlagen und Zebrastreifen, z.B. in der Viktoriastraße, Wöllsteiner Straße/Schabenheimer Weg sowie an Kreisverkehren

    b) Radverkehr

    • Anlage von Schutzstreifen, z.B. in der Planiger Straße, sowie Ausbau des Radwegenetzes, z.B. Radkomfortroute Ippesheim-Bad Kreuznach und Bad Münster-Bad Kreuznach
    • Anlage von Fahrradständern, z.B. am Eingang der Fußgängerzone (Kreuzstraße/Bourger Platz)

    c) ÖPNV

    • Optimierung der Anschlüsse Bus-Bus und Bus-Bahn
    • Barrierefreier Ausbau der Bushaltestellen

    d) Querschnittsthemen

    Bewohnerparken in Gustav-Pfarrius-Straße und im Bereich John-F.-Kennedy-Straße/Dürerstraße

    Das prominenteste Beispiel für die Umsetzung der Ziele des IVEK ist der neue Mobil- und Infopunkt, der aktuell am Bahnhof entsteht (Entwurfskizze oben). Dazu werden Radwege in der Wilhelmstraße/Europaplatz entstehen, um die Mobilitätstation an den Radverkehr anzubinden.

    HINTERGRUND: Das Integrierte Verkehrsentwicklungskonzept

    Was ist das IVEK?
    Das Integrierte Verkehrsentwicklungskonzept (IVEK) ist ein strategisches Planwerk, mit dem die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung in Bad Kreuznach für die kommenden zehn bis 15 Jahre gesteuert werden soll. Das IVEK wurde ab 2014 federführend vom Dortmunder Gutachterbüro Planersocietät im Auftrag der Stadtverwaltung ausgearbeitet. Der über 200 Seiten starke Bericht erfasst den Ist-Zustand des Bad Kreuznacher Stadtverkehrs und beschreibt Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten.

    Warum war das IVEK nötig?
    Der bisher gültige Gesamtverkehrsplan aus dem Jahr 1997 war letztmalig 2006 fortgeschrieben worden. Seitdem haben sich die städtebaulichen und wirtschaftlichen Faktoren in der Stadt jedoch stark verändert. Zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern sollte deshalb ein neuer, ganzheitlicher und „integrierter“ Verkehrsplan entwickelt werden. „Integriert“ bedeutet, dass erstmals alle Verkehrsarten gleichberechtigt berücksichtigt werden, das heißt neben dem motorisierten Individualverkehr auch Fußgänger, Radfahrer und der ÖPNV.

    Wer hat das Konzept erarbeitet?
    Bei der Erarbeitung eines umfassenden Verkehrskonzepts sind viele Akteure und Interessen in Einklang zu bringen. Das Herzstück des IVEK war daher die breit angelegte Bürgerbeteiligung. Dazu gehörten in einem ersten Schritt eine Haushalts-, Kurgäste- und Touristenbefragung zum individuellen Mobilitätsverhalten. In einem zweiten Schritt folgten Workshops, in denen Bürger, Institutionen, Verbände, Behörden und die Politik gemeinsam die Ziele für die langfristige Verkehrsentwicklung in Bad Kreuznach entwickelten.

    Zu welchen Ergebnissen kommt das IVEK?
    Das Ergebnis der Bürger-Befragungen war wenig überraschend: Das Auto ist das bevorzugte Fortbewegungsmittel in Bad Kreuznach. Dabei sind die meisten Ziele im Stadtgebiet innerhalb eines Radius von zwei Kilometern erreichbar. Das birgt große Potenziale für den ÖPNV sowie für den Fuß- und Radverkehr. Zentrales Anliegen des IVEK ist daher die Reduzierung des Autoverkehrs in der Innenstadt hin zur stärkeren Nutzung der umweltverträglichen Verkehrsmittel. Letzteren soll bis 2030 mehr Raum im Straßenverkehr zur Verfügung stehen.

    Das Diagramm zeigt, was sich bis 2030 ändern soll: Weniger Fahrten mit dem privaten Pkw und stattdessen stärkere Nutzung von Bus, Rad und Fußwegen
    Grafik: IVEK Bad Kreuznach


    Die fünf zentralen Ziele des IVEK:
    - Gleichberechtigte Teilhalbe aller Verkehrsteilnehmer
    - Nahmobilität fördern
    - Erreichbarkeit sichern
    - Kfz-Verkehr verträglich gestalten
    - Verkehrssicherheit weiter erhöhen

    Insgesamt will die Stadt Bad Kreuznach mit dem IVEK einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität leisten. Dies soll vor allem durch die Verringerung der verkehrsbedingten Belastungen (Staus) erreicht werden.

    Wie soll der Verkehr bis konkret 2030 aussehen?
    Ein wesentlicher Teil des IVEK ist der umfangreiche Maßnahmenkatalog mit über 160 Einzelmaßnahmen, die, zusammengenommen, die Verkehrsführung und das Aussehen der Stadt in bestimmten Bereichen grundlegend verändern sollen. Folgende „integrierte“ Planfälle, die mehrere zentrale Maßnahmen kombinieren, wurden dazu als mögliche Lösungen entwickelt.

    Planfall 1+: Verkehrsberuhigung der Salinenstraße und Umbau des Salinenplatzes mit intensiver Förderung des ÖPNV und des Radverkehrs
    Planfall 2b: „Ost-West 2.0“ mit Verkehrsberuhigung der Salinenstraße und Umbau des Salinenplatzes
    Planfall 3b: Ausbau des Kohlewegs mit Verkehrsberuhigung der Salinenstraße und Umbau des Salinenplatzes

    Am positivsten bewertet wird der Planfall 2b, der die sogenannte Ost-West-Verbindung 2.0 versieht, eine optimierte, stadtverträglichere Verbindung entlang der Bahn.

    Informationen zum IVEK finden Sie auch unter der Rubrik "Wirtschaft und Wohnen" im Bereich "Umweltschutz":
    ⇒ hier