Es lebe Europa, es lebe die Deutsch-Französische Freundschaft

Vive l’Europe, vive l’échange franco-allemand!
Rechtzeitig zum Wochenmarkt trafen die 28 Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 7-10 des Stama in Bourg-en-Bresse ein, die vom 9. - 16. Mai am Schüleraustausch mit ihrer Partnerschule St.Pierre teilnahmen, und begeisterten sich sofort für dessen besondere Spezialität: den Verkauf lebender Hühner, Enten, Hasen und Vögel, der sich im hinteren Bereich der großen Markthallen abspielt und dessen Publikumslieblinge natürlich die Küken sind.

 

Ein Geheimtipp derjenigen, die zum zweiten Mal am Austausch mit der Partnerschule St. Pierre teilnahmen. Dass bereits in früheren Jahren schon einmal eine Schülerin heimlich ein Entenküken gekauft und sogar mit nach Deutschland geschmuggelt hat, ist kein Gerücht, sondern ein den begleitenden Lehrkräften lebhaft in Erinnerung gebliebenes echtes Faktum. (Da die Schülerin in einem rheinhessischen Dorf zuhause war, stand dem Entlein zum Glück eine traumhafte Zeit bevor.)

Traumhafte Tage erlebten die deutschen Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren jetzt auch bei den französischen Gastfamilien, während der Ausflüge und Besichtigungen und natürlich auch im Unterricht der Partnerschule – wenngleich letzteres nicht ganz so „traumhaft“, kennt man diesen Programmpunkt doch nur zu gut aus der eigenen Schule.

Das Kennenlernen der Partnerstadt sowie seiner besonderen Attraktion, der Église und des Monastère du Brou, war unter der charmanten Führung von Edith Mouton ein echtes Vergnügen. Erstaunt stellten die Schüler fest, dass dieses einzigartige Bauwerk nie eine Kirche im eigentlichen Sinne war, sondern von Marguerite d’Autriche zum Andenken an ihren allzu früh verstorbenen und dort bestatteten geliebten Gatten Philibert le Beau in Auftrag gegeben wurde. Wie stark muss Liebe sein, wenn man ein solches Bauwerk dafür errichtet!

Die Exkursionen zur ehemaligen Seidenfabrik Bonnet - heute ein Industriedenkmal - sowie nach Lyon hoben die Bedeutung der Region für die Seidenfabrikation hervor. Die Erkundung der Grottes du Cerdon, erst in den 80er Jahren zufällig durch Kinder entdeckt, war ein echtes Highlight. Welch eine Freude, als sich herausstellte, dass unsere französische „Guide“ vor einigen Jahren selbst einige Wochen lang Gastschülerin am Stama gewesen war!

Der Abschied nach 8 Tagen fiel allen Beteiligten schwer – den Zurückbleibenden in Bourg und den nach Bad Kreuznach Heimkehrenden, die jedoch während der Rückfahrt noch reichlich Gelegenheit hatten, ihre Erlebnisse vom Wochenende auszutauschen: Ausflüge in den Vogelpark, ein erster Flug mit einem Sportflugzeug, Konzertbesuche, Lasertag, Paintball und Shopping in Lyon. Und natürlich ganz besonders die kulinarischen Erfahrungen!

Begleitet wurde die deutsche Schülergruppe von Christiane Kasper und Ina Maria Theile. „Un grand merci“ den französischen Organisatoren des Austauschs, Jean Vuillard und Marianne Lizon!

Zu erwähnen bleibt noch, dass eines der Gastgeschenke für die französische Partnerschule ein gerahmtes Foto von den Kreuznacher Demonstrationsveranstaltungen zu „Pulse of Europe“ war, in deren Zentrum die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich stand. So werden auch schon diverse Aktionen zum 55jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Bad Kreuznach und Bourg-en-Bresse geplant, denn nur eine gelebte Partnerschaft kann den Burn-out Europas verhindern!

Bericht und Fotos: Christiane Kasper