Bungert, Friedrich August
Nachname:
Bungert


Vorname:
Friedrich August
genannt:

Religion:
ev. reformiert
geboren:

Mülheim an der Ruhr 14.3.1845


gestorben:

Leutesdorf 26.10.1915


Vater:

Bungert Hermann *Styrum bei Mülheim 13.10.1810; Färber


Mutter:

Terbrüggen Wilhelmine *Dinslaken 7.8.1808


curriculum vitae:

Besuch der Realschule in Mülheim a.d.Ruhr; Schüler des Gesangslehrers und Komponisten Heinrich Küfferath; 1862 Übersiedlung nach Köln; Klavierschüler von Friedrich Küfferath; Aufnahme in das Konservatorium, Klavierklasse von Isidor Seiß, auch Ausbildung in Harmonielehre, Orgel und Violine; 1864 Übersiedlung nach Paris, Stipendium für das Conservatoire, Schüler von Mathias in Klavier und von Bazin in Harmonielehre; 1867 erste Komposition Sonate für Violine und Klavier in fis-moll; 1868 Rückkehr nach Deutschland (Königswinter, Düsseldorf, Köln); Freistellung vom Kriegsdienst; Tätigkeit als Klavierlehrer und Pianist; 1869 Übernahme einer Musikdirektorenstelle in Kreuznach als Leiter des Gesangvereins für gemischten Chor, der späteren Konzertgesellschaft; Begründer der Kurmusik; Begeisterung der Musikfreunde durch Klavierkonzerte und Aufführungen von z.B. Messias (Händel), Schöpfung und Jahreszeiten (Haydn); Bekanntschaft mit Kreuznacher Bürgern wie Julius Gräff, Dr. Geisenheyner, Dr. Engelmann; Freundschaft mit den Bildhauer-Brüdern Carl und Robert Cauer; Bekanntschaft mit Autoren Friedrich Bodenstedt, Emil Rittershaus und Carl Simrock sowie dem Geiger Josef Joachim-wichtige Kontakte für seine zukünftige Laufbahn; in Kreuznach erste Liedkompositionen (Junge Lieder, Opus 1 – 7); 1874 Übersiedlung nach Berlin; bis 1880 Kontrapunkt-Studium bei Friedrich Kiel Hochschule für Musik; journalistische Tätigkeit bei Neue Zeitschrift für Musik; 1879 erste Italienreise mit seiner Schwester Mathilde; 1881 Karlsruhe, Tod der Schwester, Schaffenskrise; 1882 Besuch bei Verdi in Genua; 1883 Erste Begegnung mit Königin Elisabeth von Rumänien (als Dichterin Pseudonym Carmen Sylva) in Sestri Ponente, Beginn einer lebenslangen Schaffensfreundschaft; Wiederholte Treffen mit Nietzsche bei Multedo; 1885 Sommeraufenthalt in Pegli, Mietwohnung wird zur Dauereinrichtung für 30 Jahre, hier von 1888 bis 1892 Arbeit an dem Zyklus „Homerische Welt“; 1887 Aufwartung bei Ernst von Schuch Dresdner Hofoper; 1889 Uraufführung des Volks-Festspiels „Hutten und Sickingen“ (Opus 40, Text und Musik von Bungert) in einem eigens dafür errichteten Festspielhaus in Kreuznach anlässlich der Einweihung des Cauer’schen Denkmals auf der Ebernburg bei Münster am Stein, insgesamt 24 Vorstellungen, weitere Aufführungen in Bonn und Neuruppin (1891); 1892 Höhepunkt der Bungert-Liederabende (Texte von Carmen Sylva) in der Philharmonie Berlin, Lilli Lehmann singt am Klavier begleitet von Bungert; 1894 Carmen Sylva schenkt Bungert ein Haus in Leutesdorf am Rheinufer; 1896 bis 1903 Uraufführung der Opern-Tetralogie „Odyssee“ (Opus 30) in der Dresdner Hofoper: 1896 „Odysseus Heimkehr“; 1898 „Kirke“; 1901 „Nausikaa“; 1903 „Odysseus Tod“, über 100 Aufführungen, auch in Berlin, Hamburg und Köln; 1903 Uraufführung der „Bühnenmusik zu Faust“ (Opus 58) bei den Goethe-Festspielen in Düsseldorf. Stärkster Presseerfolg; 1909 Uraufführung des Oratoriums „Mysterium“ für Soli, Chor und Orchester (Opus 60) in Neuwied, zahlreiche Folgeaufführungen in der Bonner Beethovenhalle; 1911 Bungert bezieht sein zum „Ionischen Haus“ ausgebautes Heim in Leutesdorf; 1912 / 13 Bungert-Fest in Wiesbaden. Carl Schuricht dirigiert die Uraufführung der „Sinfonia victrix“ (Opus 70); 1914 Aufführung des „Mysterium“ in Bungerts Heimatstadt Mülheim a.d.Ruhr bei Anwesenheit des Komponisten.


Heirat:

Kinder:

Parteimitgliedschaften/ Vereinsmitgliedschaften:

Auszeichnungen/ Orden:

1878 Geldpreis vom Verlag Friedrich Luckhardt für „4 junge Lieder“; 1878 1. Preis des „ Florentiner Quartett -Vereins“ für das Klavierquartett in Es-Dur (Opus 18); 1885 Verleihung des Ordens der Rumänischen Krone. Erhebung in den rumänischen Offiziersrang; 1911 Verleihung des Professor-Titels durch das Preußische Kulturministerium; Ehrengrab auf dem Friedhof in Neuwied-Feldkirchen; Umbenennung der Rheinalle in Leutesdorf in August-Bungert-Halle; Gedenkstein am Rheinufer in Leutesdorf.


Veröffentlichungen der Person:

Werkverzeichnis siehe: Christoph Hust, August Bungert – Ein Komponist im Deutschen Kaiserreich. Tutzing 2005. S. 525 – 554.


Veröffentlichungen zur Person/ Werkverzeichnis:

Max Chop, August Bungert. Berlin 1915; Ludwig Geisenheyner, Kreuznacher Erinnerungen eines Hergeloffenen. Öff. Anz. 29.12.1925, 04.01.1926, 23.01.1926, 26.01.1926, 27.01.1926; Peter Ruß, Musik und Kunst als Therapie, in: 150 Jahre Heilbad Bad Kreuznach, herausgegeben von Werner Küstermann. Bad Kreuznach 1967, S. 279  f. Richard Walter, In Kreuznach stand ein Festspielhaus. Bad Kreuznacher Heimatblätter 1989, Nr. 6, S. 1 und 2; Willy Mathern, Männer und Frauen des Nahelandes, 2 Bände. August Bungert, Band II Nr. 65. Heimatwiss. Zentralbibl. des Landkr. Bad Kreuznach; Hildegard Emilie Schmidt, August Bungert und seine Beziehung zu Carmen Sylva. Neuwied 1995; Heinz Koch, Studien zur Kurmusik in Kreuznach und Münster am Stein im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dissertation Mainz 2001; Christoph Hust, August Bungert – Ein Komponist im Deutschen Kaiserreich. Tutzing 2005.


Abbildungen:

Stadtarchiv KH Fotoarchiv


Zusammenfassende Würdigung:

Dr. Hermann Weiller


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