Aschoff, Karl Heinrich, Dr. rer. nat.
Nachname:
Aschoff


Vorname:
Karl Heinrich
genannt:
 
Religion:
ev.
geboren:
Bad Kreuznach 12.7.1867
gestorben:
Bad Kreuznach 19.7.1945
Vater:
Aschoff Hermann Ludwig Dr.; Apotheker
Mutter:
Eberts Lina
curriculum vitae:
1884 Abitur am königlich preußischen Gymnasium Bad Kreuznach (heute Gymnasium an der Stadtmauer), anschließend Lehrling in der väterlichen Apotheke (Schwanen Apotheke); Praktikantenausbildung im Apothekerberuf in Bensberg, Nyon (Schweiz), Darmstadt und London; 1887 erste pharmazeutische Prüfung in Köln; Studium der Pharmazie und Chemie in Heidelberg; 1891 Staatsprüfung in Pharmazie; 1892 Promotion zum Dr. rer.nat. (Dissertationsthema: "Eine schnell durchgeführte Trennung von Chlor, Brom und Jod"); 1.10.1892 Kauf der Apotheke des Vaters(Erweiterung des Geschäftsbetriebes durch ein Laboratorium für Lebensmittel und physiologische Untersuchungen, Fabrikation von Spezialpräparaten); 1904 Einführung von Röntgenuntersuchungen, Entdeckung radioaktiver Bestandteile im Kreuznacher Quellsinter, Feststellung von Radium-Emanation in einem alten Quecksilberstollen ("Rudolfstollen").
Heirat:
Jocob Theresie Friederike Karoline *8.5.1869 (Jacob Emil Dr., Späth Auguste)
Kinder:
Paula *1893 †1911, Friederike Karoline Hildegard *1895 †1983 (1913 Heirat mit Heinrich Haase), Hermann *1897 †1918 (im Ersten Weltkrieg verschollen)
Parteimitgliedschaften/ Vereinsmitgliedschaften:
Kreuznacher Solbäder Aktiengesellschaft (1903-1918 Vorstandsmitglied, 1914-1936 Aufsichtsrat); Kinderkurklinik Viktoriastift (1914-1939 Stiftungsratsmitglied); 1892 Casino-Gesellschaft, 1892 "Wissenschaftlicher Verein für Pflege und Förderung der gesamten geistigen Interessen"; Freimaurerloge "Die vereinigten Freunde der Nahe" (1892-1935, 1905-1929 Meister vom Stuhl); Mittelrheinische Studiengesellschaft für Klimatologie und Balneologie; Mitarbeiter der Kurverwaltung, 1917 Kurdirektor; Mitglied des Stadtrates.
Auszeichnungen/ Orden:

1914 Roter-Adler-Orden; Aschoffblick (Aussichtspunkt am Panoramaweg in der Vorderhardt); 1945 Dr.-Karl-Aschoff-Straße; Karl-Aschoff-Klinik; 1979 Dr.-Karl-Aschoff-Preis der Stadt Bad Kreuznach für herausragende Arbeiten über "die Grundlagen der physikalischen und balneologischen Therapie, insbesondere rheumatischer Erkrankungen".


Veröffentlichungen der Person:

1892: Zur direkten quantitativen Trennung von Chlor, Brom und Jod (Dissertation); Über die Bestimmung des Schwefels im Bleiglanz und in bleihaltigen Mineralien; 1896: Über meine ersten Röntgenaufnahmen. Experimentelle Studien über Chlorkalzium und seine Wirkungen bei Kreuznacher Badekuren; 1898-1901: Meine weiteren Erfahrungen bei Röntgenerfahrungen (4 Hefte); 1902: Über Uranstrahlen; 1903: Über den Austritt von Solwasser in den Nahefluss bei Kreuznach, in: Mitteilungen der Schwanen-Apotheke; Zur Theorie der Entstehungen von Mineralquellen und Steinsalzlagern, in: Pharmazeutische Zentralhalle; Über 1903er Moste und ihre Entwicklung, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; 1905: Über Radium und sein Vorkommen in den Heilquellen, in: Illustriertes Badeblatt Wien; Das Vorkommen von Radium in Kreuznacher Solquellen. Untersuchung von 1904, in: Münchner Medizinische Wochenzeitschrift; Über Radium und seine Beziehung zu den Heilquellen, in: Die Gesundheit in Wort und Bild; 1906: Die Radioaktivität der Kreuznacher Solquellen, in: Wissenschaftliche Mitteilungen aus Bad Kreuznach. (= Zeitschrift für öffentliche Chemie 15/1905); Über die Radioaktivität der Heilquellen (Vortrag vom 24.09.1906 in Dessau), in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; 1907: Radium aus den Kreuznacher Solquellen, in: Balneologische Zeitung; Die Radioktivität der rheinischen Heilquellen, in: Illustriertes Badeblatt Wien 1910: Einige Mitteilungen über die Freimaurerloge "Les amis réunis du Rhins et la Nahe" (1809-1814); Die Therapeutische Verwendung der aus den Kreuznacher Solquellen gwonnenen radioaktiven Substanzen. Der Einfluss unreiner Grundwässer auf die Bleiröhren der Wasserleitungen; 1909: Heilerfolge mit Kreuznacher Radium. Radiumemanations-Therapie, in: Zeitschrift für Balneologie; 1911: Die Neufassung der Solquellen im Kreuznacher Kurpark. Anwendungsformen des Radiums und der Radiumemanation, in: Illustriertes Badeblatt Wien; Brief aus Bad Kreuznach, in: Berliner Tageblatt; Das Radium als Heilmittel, in: Allgemeine deutsche Bäderzeitung; Die Entwicklung der Radiumtherapie; Die Radioaktivität der Kreuznacher Solquellen, in: Zeitschrift für Balneologie, Klimatologie und Kurorthygiene; Das Kreuznacher Radium, in: Radiologische Mitteilungen; Kreuznach und sein neues Bäderhaus, in: Straßburger Post; Die 1911er Moste des Nahegebietes, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; 1912: Eine rationellere therapeutische Ausnutzung der Radium-Emanation; Ein neues Radium-Inhalatorium in Bad Kreuznach; Die Kreuznacher Solquellen und ihre Verendung zur Gewinnung von Kochsalz, Mutterlauge und Radiumsalzen; 1913: Die Kreuznacher Kurmittel; Ein Führer durch die Kreuznacher Saline, die Badehäuser u.s.w.; Die 1912er Moste der Nahe, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; Anwendungsformen des Radiums und der Radiumemanation, in : Illustriertes Badeblatt, Wien.; 1914: Einiges über Radium und seine Anwendung, in: Zeitschrift für Heimatkunde und Heimatliebe; Beitrag zur Erklärung der Wirkung der Radium Solbäder; Die 1913er Moste der Nahe, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; Das Radium und seine Verwendung als Heilmittel (Vortrag auf einem Fortbildungskurs für Apotheker in Dortmund); Die Trink-, Inhalations- und Badekuren in Bad Kreuznach, in: Tägliche Rundschau; 1915: Die 1914er Moste der Nahe, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; Das Wunder des Radiums, in: Hamburger Fremdenblatt; 1916: Die 1915er Moste der Nahe, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; Kureinrichtungen und Kurmittel des Radium-Solbades Kreuznach; Das Radiuminhalatorium in Bad Kreuznach; 1917: Bad Kreuznach, seine Quellen und seine Salinenwerke Karlshalle und Theodorshalle; Die 1916er Moste der Nahe, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; 1919: Die 1918er Moste der Nahe, in: Wein und Rebe; 1920: Die 1919er Moste der Nahe, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; Die Radioaktivität und der Salzgehalt der Luft an den Gradierwerken des Kreuznacher Salinentales; Zur Extractbestimmung im Weinessig (zusammen mit Heinrich Haase), in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; 1921: Die 1920er Moste der Nahe, in: Zeitschrift für öffentliche Chemie; 1922: Die Radioaktivität der Heilquellen und ihre Bedeutung für die Bädertherapie, in: Allgemeine Medizinische Central-Zeitung; Die technischen Einrichtungen des Bades Kreuznach und die Radioaktivität seiner Solquellen, in: Radiologische Mitteilungen; Über Trockenmilchpulver (zusammen mit Heinrich Haase), in : Zeitschrift für öffentliche Chemie; 1923: Die 1922er Moste des Nahegebiets, in: Wein und Rebe; Die Bedeutung der Heilquellen-Emanation für unsere Heilbäder; Beitrag zur Kenntnis der Zusammensetzung der Weindestillate und Branntweine (zusammen mit Heinrich Haase), in: Zeitschrift für Untersuchung der Nahrungs- und Genussmittel; 1924: Die Nahetalbäder Kreuznach und Münster am Stein, in: Kreuznacher Badezeitung; Die Eisentrübungen im Wein und ihre Beseitigung durch das sogenannte Möslinger’sche Schönungsmittel (Vortrag im Ausschuss für Weinbau der preußischen Landeskammer am 17.6. 1924); Moderne Alchimie in: Bautzener Tageblatt; Einige Bemerkungen zur Tarifnummer 180 des deutsch-spanischen Handelsabkommens; Wie kann man sich die Wirkungen der Kreuznacher Solbadekuren erklären? Was muss der Balneologe von der Heilquellen-Emanation wissen?; 1925: Radioaktive Quellen und Bäder, in: Deutscher Bäderalmanach; Die Radioaktivität der deutschen Heilquellen und ihr Anteil an deren therapeutischer Wirkung. München (Verlag der ärztlichen Rundschau); Einige Mitteilungen über die Bad Kreuznacher Solquellen, in: Radiologische Mitteilungen; Die 1924er Moste des Nahegebiets (zusammen mit Heinrich Haase), in: Wein und Rebe; Zum Johannisfeste, in: Bundesblatt; Heilquellen-Radioaktivität, in: Bäderbuch; 1926: Die 1925er Moste des Nahegebietes (zusammen mit Heinrich Haase), in: Wein und Rebe; 1927: Die Behandlung der Rachitis mit bestrahlter Trockenmilch; Die 1926er Moste der Nahegegend (zusammen mit Heinrich Haase), in: Wein und Rebe; Die Radioaktivität der Heilquellen und die neue Atomtheorie (Vortrag in der Pharmazeutischen Gesellschaft am 24.5. in Köln); 1928: Die 1927er Moste der Nahegegend (zusammen mit Heinrich Haase), in: Wein und Rebe; Über christliche und humanitäre Freimaurerei; Die Kreuznacher Badepräparate, Gesundheit und Kraft spendend im eigenen Heim; Die Heilquellen des Radium-Solbades Kreuznach; Die 1928er Moste des Nahegebiets (zusammen mit Heinrich Haase), in: Wein und Rebe; 1929: Les sources curatives, salines et radio-actives de Bad Kreuznach; 1930: Die 1929er Moste des Nahegebiets (zusammen mit Heinrich Haase), in: Wein und Rebe; Radioaktive Quellen und Bäder, in: Bäder-Almanach; 40 Jahre wissenschaftlicher Verein, in: Heimatblätter; Über Herkunft und Einteilung von Solquellen und den Wert ihrer sogenannten Nebenbestandteile, in: Zeitschrift für wissenschaftliche Bäderkunde; Über den Jodgehalt der Kreuznacher Gradierluft, in: Zeitschrift für wissenschaftliche Bäderkunde; Persönliche Erinnerungen an die Zeit des Großen Hauptquartiers in Bad Kreuznach, in: Oeffentlicher Anzeiger; Der hohe Jodgehalt der Kreuznacher Gradierluft, in: Münchner Medizinische Wochenschrift; 1931: Bericht über die Zusammensetzung und Verwertungsmöglichkeit des Abstreichsalzes, das während des Siedeprozesses der Kreuznacher Salinen gewonnen wird; Die 1931er Moste des Nahegebietes (zusammen mit Heinrich Haase), in: Wein und Rebe; Einige Versuche über Radiumbäder, in: Zeitschrift für Kurortwissenschaft; 1932: Über Radium und sein Vorkommen in Heilquellen, in: Bäderalmanach; Radiumsalz und Radiumemanation in den Heilquellen, in: Zeitschrift für Kurortwissenschaft; Was versteht man heute unter einem Radiumbad, in: Zeitschrift für Kurortwissenschaft; Aus einem Radium-Hörbild in Bad Kreuznach (zusammen mit Dr. Laven); Mitteilungen aus dem Radium-Solbad Kreuznach über die Ergebnisse neuer wissenschaftlicher Untersuchungen; 1933: Neue Untersuchungen über die Heilkraft der Gradierluft, in: Zeitschrift für Kurortwissenschaft; Über Badesalze, in: Zentralstelle für Balneologie; Neue Erkenntnisse der Heilkräfte in der Luft; Die 1933er Moste des Nahegebietes (zusammen mit Heinrich Haase), in: Wein und Rebe; 1934: Neue Untersuchungen über die Wirkungsweise der Kreuznacher Heilmittel, Vortrag auf der Tagung der Standesvereinigung der Apotheker; 1935: Schwankungen des Salzgehalts der Kreuznacher Solquellen; Der Salzgehalt der Elisabethquelle; Bromgehalt der Kreuznacher Quellen; 1936: Radiumgehalt der Kreuznacher Quellen; 1937: Das Kreuznacher Radium; Schüttung und Emanationsgehalt der Kreuznacher Quellen; Über die Gradierluft; Was versteht man unter einem Radiumbad?; Die Kreuznacher Heilquellen und meine Untersuchung derselben; 1938: Die Herkunft der Kreuznacher Heilquellen; Der Gasgehalt der Kreuznacher Heilquellen; Helium in den Kreuznacher Quellgasen; Wo treten die Kreuznacher Heilquellen aus?; Über Badesalze; Lebenserinnerungen eines alten Apothekers; Der Salzgehalt und die Radioaktivität der Bad Kreuznacher Heilquellen; 1939: Wie ist die Kreuznacher Gradierluft zu erklären?, in: Balneologe, Heft 5; Über Bad und Stadt Kreuznach; 1940: Balneologie und Atomforschung, in: Balneologe; 1942: Wirkung der Bad Kreuznacher Heilquellen im Spiegel von 100 Jahren, in: Balneologe 9; 1943: Neue Untersuchungen im Kreuznacher Salinental.


Veröffentlichungen zur Person/ Werkverzeichnis:

Literatur zu Aschoff (Auszug): A. Adlung: Alte Apothekerfamilien und ihre Apotheken, in: Pharmazeutische Zeitung, Berlin 1930, Nr. 16; W. Dörter: Dr. Karl Aschoff und das Bad Kreuznach, in: Bad Kreuznacher Heimatblätter 1965, Nr. 8; P. Haase-Aschoff: Apotheker Dr. Karl Aschoff, der Entdecker der Radioaktivität der Bad Kreuznacher Heilquellen und Erneuerer des Heilbades, in:150 Jahre Heilbad Bad Kreuznach, Bad Kreuznach 1967; W. Schüttmann: Aus den Anfängen der Radon-Balneotherapie, in: 75 Jahre Radonstollen-Therapie in Bad Kreuznach, 4. Folge der Balneologischen Schriftenreihe, Bad Kreuznach 1988; Friedrich W. Dörtelmann: Der Vater der Radon-Therapie, in: 175 Jahre Heilbad, Festschrift der Kur- und Salinenbetriebe der Stadt Bad Kreuznach 1992; Festschrift der Stadt Bad Kreuznach zum 100-jährigen Jubiläum der Entdeckung der Radioaktivität der Kreuznacher Solequellen, Bad Kreuznach 2004; Etwa 150 Texte von und über Aschoff sind in der Heimatwissenschaftlichen Zentralbibliothek des Landkreises Bad Kreuznach (im Gebäude des Gymnasiums an der Stadtmauer) verfügbar.


Abbildungen:

Abbildungen: Marmorbüste von Ludwig Cauer (1866-1947) 1941, Heilbad-Ausstellung des Schlossparkmuseums Bad Kreuznach, Stadtarchiv KH Fotoarchiv.


Zusammenfassende Würdigung:

Fred Lex, Pfalzstr. 9, 55543 Bad Kreuznach, Telefon: 0671/68231



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