Planiger Rathaus und die Liebenzeller Gemeinde

Gewobau stellt Projekte des laufenden Geschäftsjahres vor und blickt auf 2020


Im Geschäftsjahr 2019 steckte die Gewobau weiterhin viel Kraft und Einsatz in die Entwicklung des Baugebiets „In den Weingärten II“. Hier entsteht neue Wohnfläche für zirka 1000 Bewohner. Insgesamt erschließt die Gewobau über 320 Grundstücke und vermarktet davon 193 in Eigenregie. Ein Meilenstein 2019 war die Verbindung und Eröffnung des fehlenden Teilstücks der Dürer Straße als innere Erschließungsstraße. 2020 soll die Erschließung des Baugebiets zügig vorangebracht werden. Denn die Nachfrage nach Bauland ist groß. 2019 wurde deshalb ein Vergabekonzept angewendet, das für mehr sozialen Ausgleich im Baugebiet sorgt: Der Verkauf der Grundstücke hat unlängst gestartet.

„Wir haben den Sprung vom reinen Wohnungsbauunternehmen zum Erschließungsträger des größten Baugebiets in der Stadt erfolgreich vollzogen und können stolz auf die geleistete Arbeit sein“, zieht Gewobau-Geschäftsführer Karl-Heinz Seeger Bilanz. „Wir sind froh über diesen neuen Geschäftszweig, der unser Portfolio ergänzt.“ Immerhin betrage das Gesamt-Umsatzvolumen des Projekts 40 Millionen Euro. „Unser Kerngeschäft bleibt jedoch weiterhin die Vermietung und Entwicklung von bezahlbarem Wohnraum.“

Ziel 1: Bestand erhalten und für künftige Mietergenerationen attraktiv bleiben

2018 und 2019 wurden in der Schubertstraße, Richard-Wagner-Straße und in der Schumannstraße ältere Häuserzüge aus den 1960er- und 1970er-Jahren sowohl energetisch saniert als auch umfassend modernisiert.

Neue aufgeständerte und vergrößerte Balkone, neue Fenster, nachhaltige Fassaden und Dämmmaterialien oder hitzeresiliente Außenanlagen heben die Wohnqualität. „Attraktiver Wohnraum ist, zusammen mit einem attraktiven Wohnumfeld und einer günstigen Miete, ein Garant für zufriedene Mieter“, sagte Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Heike Kaster-Meurer zum Kurs der Gesellschaft. In der Tat lag die Quote bei Vermietung von Neubauten 2018 bei 100 Prozent. Insgesamt bleibt die Leerstandsquote mit 0,60 Prozent gering. Mieterwechsel sind sehr selten, wie ein Vergleich ähnlich strukturierter Wohnungsunternehmen im Verband* zeigt.

Energetisch saniert und modernisiert: die Schumannstraße 6-8.

Die Gewobau wird 2020 ihr Investitionsprogramm fortsetzen und 3,26 Millionen Euro in Sanierung und Modernsierung sowie in das Wohnumfeld von 89 Wohnungen investieren. Unter anderem in die Kanalsanierung und Neugestaltung des Vorgartens der Häuserzeile

Schubertstraße 6-8 (300.000 Euro) sowie in neue Fenster und die Dachdämmung in der Richard-Wagner-Straße Straße 57- 67 (250.000 Euro. Im Instandhaltungs- und Modernisierungsprogramm stehen auch die Häuser in der Josef-Schneider-Straße 11 und 13. 600.000 Euro stehen im Wirtschaftsplan 2020 für neue Fenster, Balkone, Dämmung und Heizung bereit. Kleinere Modernisierungsmaßnahmen werden im Pfalzsprung 25 (70.000 Euro) und in der Genheimer Straße 1, 3 und 3a (85.000 Euro) getätigt. Mieter von 30 Wohnungen dürfen sich über neue Gasetagenheizungen und Bäder freuen. Veranschlagt wurden dafür 900.000 Euro.

Ziel 2: Neubauten in der Altstadt und in der Schubertstraße in 2020

Zwei Neubauprojekte werden 2020 weitergeführt: Bereits 2015 wurde das Grundstück für den Holzhybridbau in der Schubertstraße 19-21 (HUB) erworben und 2019 mit dem Bau eines Mehrfamilienhauses begonnen. Ende 2020 wird das moderne Wohnhaus mit 16 barrierefreien und davon acht rollstuhlgerechten Wohneinheiten fertiggestellt sein. Die Gesamtkosten für das HUB belaufen sich auf rund 3,2 Millionen Euro.

Die Arbeiten gehen voran: der Holzhybridbau in der Schubertstraße.

In der Gerbergasse beginnt 2020 der Bau eines Mehrfamilienhauses mit fünf Wohneinheiten in Modulbauweise. Geplante Baukosten: rund 1,3 Millionen Euro. Dabei wird die Fassade die typische Fachwerkbauweise des historischen Stadtkerns aufgreifen und modern interpretieren. Mit der Feuerwehr konnte mittlerweile geklärt werden, wie die Häuser im Brandfall zu erreichen wären, da sowohl eine Tiefgarage als auch bestehende Bebauung beachtet werden müssen. Karl-Heinz Seeger kündigte an, dass 2020 auch die Pizzeria To-Go im Fokus der Gewobau steht. Die Gewobau plane, das Gebäude zu kaufen, nach Sanierung zu erhalten und wieder einer Wohnnutzung zuzuführen.

Eine Herausforderung ist die Beschränkung der Baustellenzeit und des -lärms für die Anwohner in der alten Neustadt. Eine Anregung dazu gab die „Alles andere als Platte“ im März 2019. Serielles Bauen habe auch für die Gewobau den Vorteil, auf Anforderungen des Marktes - weniger Grundstücke, weniger Bauzeit, kürzere Baustellenphasen und volle Auftragsbücher bei Baufirmen – einzugehen. 


Ziel 3: Startschuss für das Solar-Quartier und smarte, digitale Lösungen

2020 wird auch der Baubeginn für das geplante Modell-Projekt „Solar-Quartier“ sein. Deutschlandweit entsteht in den Weingärten das erste autarke Energie-Wohnquartier für 28 Wohnhäuser, deren Photovoltaik-Dächer vernetzt sind und die ihren Strom in einer Pufferbatterie speichern können. Verantwortlich dafür zeichnet das in Bad Kreuznach ansässige Unternehmen Haus 4.0 GmbH. Die Gewobau wird zwei Wohnhäuser mit vier Wohnungen ankaufen, um diese zu vermieten.

Seeger nutzt den Kontakt zu den Stadtwerken Bad Kreuznach, der Uni Mainz und der Haus 4.0 GmbH, um den Einsatz digitaler Technik auch in den Bestandshäusern der Gewobau zu etablieren. So genannte „Smartmeter-Modelle“ sollen beispielsweise den Verbrauch von Heizkosten noch besser als bisher übliche Technologie im Auge behalten. „Smart steht hier für eine intelligente und eben smarte Technik, die den Alltag der Mieter erleichtern kann.“ Die Aufsichtsratsvorsitzende und Oberbürgermeisterin der Stadt sieht hierin eine große Chance für den Wohnungsmarkt und das Leben in den Stadtteilen: „Wir werden das Wohnen dadurch besser vernetzen. In einigen Jahren wird smarte Technologie in den Haushalten Standard sein“, so Kaster-Meurer. Gemeinsam mit der Stadt wird die Gewobau „Smart Cities“ zum Thema einer Veranstaltung am 3. Dezember im PuK machen.

Ziel 4: Projekte Planiger Rathaus und Liebenzeller Gemeinde

Das Rathaus in Planig: Die Gewobau ist seit 2018 Eigentümerin und beabsichtigt, weiteren Wohnraum sowie einen Dorfladen unterzubringen.

Daneben ist die Instandsetzung des Ensembles Mainzer Straße 85 (Rathaus Planig mit nebenstehender Scheune) mit 400.000 Euro kalkuliert. Die Gewobau ist seit 2018 Eigentümerin beider Gebäude und beabsichtigt, weiteren Wohnraum sowie einen Dorfladen als „Zentrum für Begegnung“ unterzubringen. Im Zuge der Sanierung soll auch der Dorfplatz umgestaltet werden. Beide Häuser, so Seeger, müssten jedoch umfassend saniert werden – teilweise bestehe Denkmalschutz. So passen beispielsweise die nachträglich eingebauten, modernen Industriefenster nicht zur barocken Scheune. Ein erster Gestaltungsentwurf sieht eine Dreigliederung mit Toren statt Türen vor. Da es keine Pläne von den Gebäuden gibt, bittet die Gewobau im Namen des beauftragten Gestalters Peter Zoernack um Fotomaterial aus der Bevölkerung.

Eine weitere, sehr interessante Immobilie ist ein Gebäudekomplex der Liebenzeller Gemeinde, Viktoriastraße 20, im dem sich ehemals auch die christlichen Buchhandlung befand. Die Gewobau wird das Gebäude Anfang 2020 ankaufen. „Hier wird attraktiver Wohnraum in einem dicht besiedelten Gebiet neu geschaffen“, so Seeger.

Ziel 5: „Weiterhin ein soziales Wohnungsunternehmen bleiben“

Der persönliche Kontakt zu den Mietern und Mieterinnen und eine generelle soziale Ausrichtung bleiben Wesenskern der Gewobau. Projekte wie das „Restaurant des Herzens“ der GEWOBAU mit Herrn Franz Bürkle stärke den Zusammenhalt im Stadtteil Süd-Ost. Nicht nur für die Mieter der Gewobau sei das Nachbarschaftsprojekt ein geselliges Highlight, mit Aussicht auf Verlängerung: „Wir werden das Restaurant des Herzens 2020 und damit den Sharinggedanken weiterführen.“   

Ziel 6: Nachhaltige Ausstattung von Mietwohnungen

Die Gewobau braucht weiterhin eine solide Kapitalausstattung für geplante Investitionen und wird auch 2020 einen Schwerpunkt auf den Erhalt und die Verbesserung des bestehenden Wohnungsbestandes legen. Von rund 2100 Mieteinheiten seien nun 335 Wohnungen mit nachhaltigen Materialien und Standards deutlich besser ausgestattet und damit attraktiv für künftige Mietergenerationen. „Der fortschreitende Klimawandel und die Diskussion um Werterhalt haben die Wohnungswirtschaft positiv verändert“, blickt Seeger auf die ersten zehn Monate des Jahres zurück. „Günstig zu bauen ist natürlich nach wie vor unser Anspruch, um weiterhin günstige Mieten anbieten zu können. Aber die Qualität der Ausstattung und verwendeten Materialien hat heutzutage deutlich mehr Gewicht.“

Das wirtschaftliche Ergebnis der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (Gewobau) schließt 2018 mit einem Überschuss von rund 934.000 Euro ab. Im Branchenvergleich rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen (VdW Rheinland-Westfalen) hält die Gewobau damit weiterhin eine Spitzenposition im Vergleich zu Immobiliengesellschaften ihrer Betriebsgröße (1500 bis 3000 Mieteinheiten). Das Wohnungswirtschaftsunternehmen zählt rund 2100 Mieteinheiten zu seinem Bestand.

Auf die Miethöhe haben sich die Investitionen im Bestand nur unwesentlich ausgewirkt. Mit einer Durchschnittsmiete von 4,85 Euro pro Quadratmeter bewegt sich das Wohnungsunternehmen unterhalb der üblichen Mieten und zeigt dabei weiterhin eine stabile Eigenkapitalrentabilität im oberen Drittel. Die Mieten für Bestandsbauten werden auch weiterhin nur moderat erhöht, während bei Neubauten wie zum Beispiel in der Schubertstraße 19-21 aufgrund der höheren Baukosten sowie der gehobenen Ausstattung, zum Beispiel mit Aufzügen, höhere Mietpreise veranschlagt werden.


Großes Foto: Geplanter Neubau 2020 im Bürgerpark: der Bürgerpavillon.

Text und Fotos/Grafiken: Gewobau Bad Kreuznach

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