Mit Seifen fing es an: Geschichtshäppchen zu Eberhart, „bekannteste Drogerie am Platze“


Liebevoll erzählte Wolfgang Eberhart von seinem Großvater, der als Handlungsreisender durch die Lande zog und Seifen verkaufte. In Bad Kreuznach wurde August Veek auch der Liebe wegen sesshaft. Er heiratete Elisabeth Engel, die Wirtstochter vom „Gasthaus zum goldenen Ritter“, und entwickelte sich zum erfolgreichen Geschäftsmann. Aus dem kleinen Kolonialwarenladen wurde die Hohenzollern-Drogerie. Nach harten Schicksalsschlägen, seine Frau starb früh, sein Sohn fiel zu Beginn des Ersten Weltkrieges, seine jüngste Tochter kam durch ein Unglück einen Tag vor ihrer Hochzeit ums Leben, führte seine Tochter Elisabeth die Drogerie. Durch ihre Heirat mit Richard Eberhart, Kaufmann und Drogist, begann ab 1924 ein neues Familienkapitel.

Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Geschäftshaus in der Mannheimer Straße 153 wurde aufgebaut und am 5. Dezember 1951 wiederöffnet. „Im Laufe der nächsten Jahre entwickelte sich die Drogerie Eberhart zum ersten Haus seiner Art am Platze“, schreibt Marita Peil in ihrem Buch „Im Wandel der Zeit – Traditionsreiche Unternehmen in Bad Kreuznach“. Nach kontinuierlichen Sortimentserweiterungen kam im September 1966 die „Babystube“ hinzu, die Wolfgang Eberharts Ehefrau Gisela führte. Neben Wolfang Eberhart und Ehefrau Gisela arbeiteten auch sein Bruder Achim und dessen Ehefrau Rosemarie (leitete die Kosmetikabteilung) im Familienunternehmen mit. 35 Mitarbeiter gab es in den drei Geschäften, in der Mannheimer Straße, in der Kreuzstraße und in Bad Münster am Stein-Ebernburg (letzteres geführt durch Achim Eberhart). Wolfgang Eberhart setzte sich als Vorsitzender des Bad Kreuznacher Einzelhandelsverbandes erfolgreich für eine attraktive Gestaltung der Mannheimer Straße als Flaniermeile ein.

"Das Jahr 1986 brachte gravierende Änderungen innerhalb der Bad Kreuznacher Drogerielandschaft", schreibt Marita Peil. Die traditionsreiche Drogerie-Parfümerie Eberhart gelangte am 31. Dezember 1986 an die Parfümerie Yaska.

Nächstes „Geschichtshäppchen“ am Donnerstag, 19. November, 17.45 Uhr.
Claudia Frey stellt den Salinenbrunnen von Franz Eichenauer vor und zeigt, was er mit den Salinen zu tun hat.
Treffpunkt: Mannheimer Straße 169.