Gedenkstein wieder an seinem Platz


Als Sammlungsstätte diente das 1941 durch Zwangsverkauf in städtischen Besitz übergegangene Kolpinghaus. An dieses traurige Geschehen erinnert seit 1992, dem 50. Jahrestag der Deportation, ein Gedenkstein (Gudrun Schuster) mit einem Bronzerelief, gestaltet vom Bad Kreuznacher Künstler Gernot Meyer-Grönhof.

Seit Verkauf des Kolpinghauses und den anschließenden Bauarbeiten für das neue Wohngebäude der Fa. Schneider-Bau hatte das Kulturdezernat vorübergehend für die Einlagerung des Steines gesorgt.

„Er hat einen guten Platz gefunden.“, darin waren sich Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer, Kulturdezernentin Andrea Manz ebenso wie die Mitglieder der Kolpingfamilie und Bauherrin Elvira Schneider einig und sind froh, dass der Gedenkstein nun wieder seinen angestammten Platz eingenommen hat. Allen Beteiligten gilt besonderer Dank für das zeitgerechte Herrichten der Stätte.

In einer kleinen Zusammenkunft erinnerten die Oberbürgermeisterin und die Kulturdezernentin an die Geschehnisse vor 71 Jahren. Semen Bass sowie weitere Mitglieder des Synagogenchores und des Vorstands der jüdischen Kultusgemeinde schlossen mit einem Gebet.

Kulturdezernentin Andrea Manz hat mit dem Vorsitzenden der Kultusgemeinde, Herrn Valeryan Ryvlin, sowie Wolfgang Piechota von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit e.V. vereinbart, die Feierstunde zum Gedenken an die Reichspogromnacht im November - wie bereits vor vier Jahren - mit einem Innehalten am Kolpinghaus zu beginnen und nach einem Gang der Stille dann in der Mühlenstraße fortzusetzen. Da der 9. November in diesem Jahr auf einen Schabbat fällt, wird das Gedenken um einen Tag verschoben. Der genaue Termin wird frühzeitig bekanntgegeben.


Bildunterschrift:
(v. l. n. r.): Gernot Meyer-Grönhof (Bronzerelief), Kulturdezernentin Andrea Manz, Sabina Viron (Vorstand jüdische Kultusgemeinde), Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer, Bauherrin Elvira Schneider, Hans-Georg Schnorrenberger (Vorsitzender der Kolpingstiftung) sowie weitere Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinde.

Foto: Christine Jäckel, Allgemeine Zeitung