Sonderausstellung "Farbe und Architektur"


Bild: Museumsleiterin Dr. Angela Nestler-Zapp, Friedrich Ernst v.Garnier und Kulturdezernentin Andrea Manz

Friedrich Ernst v.Garnier, der in seiner Wahlheimat Rheinhessen (Hof Iben/Fürfeld) lebt und arbeitet,  hat gegen Ende der sechziger Jahre den Beruf des Farbgestalters begründet. Er war der Erste, der – nach dem Bauhaus – mit didaktisch schlüssiger Konsequenz eine neue Philosophie für das Spannungsfeld zwischen Farbe und Architektur entwickelt und Farbe als unverzichtbares gestalterisches Medium für „Gebautes“ propagiert hat.

Dabei orientiert er sich in seiner Farbgestaltung  an der Natur. Dazu gehören die Vegetation, die umgebende Bebauung,  charakteristische Steinvorkommen der Region, Lichtstimmungen oder die weiträumigere Landschaft.  Diese Rahmenbedingungen werden fotografiert und die Farbigkeit  in Pixelquadrate aufgelöst, welche  die Grundlage für die Farbgebung bilden. Darüber hinaus hat Friedrich Ernst v.Garnier einen Farbenkompass entwickelt, der Farbigkeit in Form eines  Polaritätsprofils gegenüberstellt. Drei Grundpolaritäten sind vertreten: aktiv/passiv, hell/dunkel und kalt/warm.

Zu seinen Projekten in der ganzen Welt  gehören  Schwerindustrieanlagen, Hochhäuser, ganze Stadtkerne, Kirchen, Schulen, Brücken, U-Bahnstationen, Schulen oder Schwimmbäder. Auch in Bad Kreuznach tragen zahlreiche Gebäude seine Handschrift -  so die Kühltürme der Michelin-Reifenwerke oder  das Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Für eine neue farbige Gestaltung der Brückenhäuser legte er überzeugende Entwürfe vor.

Zahlreiche internationale Preise und Auszeichnungen künden von der Anerkennung der von Garnierschen Arbeit. Seine Farbphilosophie legte er unter anderem in drei Bänden „Meine farbigere Welt“ vor, welche in der Süddeutschen Zeitung als „bedeutender Beitrag zur ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechts“  gewürdigt wurden.

Band II und Band III können zum Preis von 49,00 € im Schloßparkmuseum erworben werden.

Foto: Museumsleiterin Dr. Angela Nestler-Zapp, Friedrich Ernst v.Garnier und Kulturdezernentin Andrea Manz vor den Modellen der von v.Garnier farblich gestalteten Michelin-Kühltürme.

Blumenpracht passt zu „Farbe und Architektur“

Im und um das Schloßparkmuseum haben zwei Farbgestalter kooperiert: Passend zur Sonderausstellung "Farbe und Architektur – Friedrich Ernst v.Garnier und sein Werk" wurde von dem Jungpflanzenunternehmen Kientzler, Gensingen, die Sommerbepflanzung um das Schloßparkmuseum gestaltet. Herausgekommen ist eine Blatt- und Blütenkomposition, die ein  vielfältiges Spektrum von Blau- und Grüntönen umfasst.

Bereits im Frühsommer wurde der Plan für diese Bepflanzung in Kooperation mit Friedrich Ernst v.Garnier entwickelt und nachdem einige Wochen vergangen sind, umgibt nun ein Meer von blühenden Pflanzen - passend zum Plakat der Sonderausstellung – den Eingangsbereich des Schloßparkmuseums.

Museumsdirektorin Dr. Angela Nestler-Zapp ist begeistert von dem Engagement, welches Helmut Kientzler im Rahmen des Pflanzensponsorings gezeigt hat. Zwei neu angeschaffte historische Becken aus der Produktion des Eisenhüttenbetriebes der Gebrüder Puricelli wurden ebenso wie die im Park vorhandenen eisernen Gartenvasen in den passenden Tönen bepflanzt.

"In den gegenwärtigen Diskussionen um gravierende Einsparmaßnahmen im Bereich der Museen, ist es wohltuend zu sehen, wie sehr den Kreuznachern gerade das Schloßparkmuseum mit seinen stadtgeschichtlichen Sammlungen am Herzen liegt" – konstatiert die Museumsdirektorin.

"Der Schloßpark ist so unglaublich schön, dass er der Stadt einen eigenen Wert zuordnet", schwärmt Ernst von Garnier, der am Freitag, 6. Juli, um 19 Uhr im Schloßparkmuseum eine Führung mit dem Vortrag zum Thema "Kulturlandschaft braucht Farbe" anbietet. Seit März haben bislang rund 5500 Menschen die Ausstellung besucht, die auf vielfachen Wunsch bis zum 29. Juli verlängert wurde.

Im Namen der Stadt bedankte sich Hans Sifft, für Grünflächen verantwortlich, beim langjährigen Blumensponsor Helmut Kientzler. In diesem Jahr können sich Parkspaziergänger und Museumsbesucher an den Blau- und Grüntönen der Funkien, der Edellieschen und der Verbenen erfreuen. Beim Blumenarrangement wirkten Museumsmitarbeiterin Erika Breckheimer sowie der Schloßparkgärtner Karl-Heinz Ernst und sein Assistent Sascha Weiland mit. 

Foto: Sie freuen sich über die Blumenpracht im Schloßpark: Karl-Heinz Ernst, Erika Breckheimer, Helmut Kientzler, Dr. Angela Nestler-Zapp und Ernst von Garnier.

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