OB erinnert an Deportation vor 70 Jahren: Gedenktafel soll wieder an angestammten Platz


Der 27. Juli 1942 gehört zu den düstersten Tagen in der Geschichte der Stadt Bad Kreuznach. An jenem Tag vor 70 Jahren ließen die Nationalsozialisten einen der größten Deportationszüge des Rheinlandes auch in Bad Kreuznach Station machen. 110 Juden aus der Region wurden damals in die Todeslager geschickt. Zuvor hatte man sie in ein so genanntes Gemeinschaftslager in die „Concordia“, später Kolpinghaus, in der Kurhausstraße gesperrt.

Viele Jahre erinnerte dort eine Gedenktafel an die Opfer. Nach dem Abriss des Kolpinghauses und dem Neubau der Mehrfamilienhäuser soll die Gedenktafel wieder ihren angestammten Platz erhalten.

 

„Diese Menschen gehörten einst zur Stadtgemeinschaft. Das wollen wir nicht vergessen“, so Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer.

 

In seinem Buch „Kleine Geschichte Zelemochums“ hat Dr. Martin Senner die

Familiengeschichte der Levys beleuchtet, die ebenfalls den Holocaust erleben mussten.

 

Sechs Generationen der Familie Levy lebten seit 1715  in Bad Kreuznach. Der Viehhändler Elias Levy besaß ein Haus mit Hof in der heutigen Mannheimer Straße. Sein Sohn Callmann Levy erlebte den Umbruch durch die Französische Revolution und die napoleonische Herrschaft. Einige Mitglieder der Familie betrieben Anfang des 20. Jahrhunderts das „Café Metropol“, heute Mannheimer Straße 130,  handelten mit Lebensmitteln, Wein,  Immobilien und betrieben eine Kaffeebrennerei.  Die Familie Levy engagierte sich nicht nur in der Synagoge, sie öffnete sich auch neuen Strömungen, wie dem „Freisinnigen Verein“. Nathan und Sophie Levy, Angehörige der fünften Generation, starben im Getto Theresienstadt. Mindestens drei ihrer Kinder wurden gleichfalls Opfer des nationalsozialistischen Massenmordens.

 

 

Text zum Foto, das die Familie Nathan Levy um 1904 zeigt:

 

Oben v. l. n. r.: Max Eugen, der in Gurs umgekommen ist, sein Vater Nathan, zugrundegegangen in Theresienstadt, Betty und Helene, ermordet in Sobibor.

 

Mittlere Reihe v. l. n. r.: Hermine, Albert Moritz, der nach Palästina emigrierte, Nathans Frau Sophie geb. Lieben, umgekommen in Theresienstadt, Rosa, emigriert in die USA, Nathans Vater Carl (Hotelier) und Emil Robert, getötet in Majdanek.

 

Vorne die Zwillingsschwestern Jenny und Erma, Letztere in Auschwitz ermordet.  

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