Haus der Stadtgeschichte

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Charlotte Eberwien schreibt und fotografiert für das Corona-Tagebuch

Corona Maßnahmen unter die Lupe genommen


 Zum ersten Mal kommen auch bei mir Zweifel auf, ob alle Maßnahmen wirklich so sinnvoll sind wie sie erscheinen. War ich doch durch das geschlossene Wagenfenster sicher von der Verkäuferin entfernt und zusätzlich konnte aus Platzgründen kein weiterer Kunde neben mir verweilen. Ich fragte mich „Wie und wo soll ich jetzt mit der Pommesschale in der Hand diese mit Genuß und Zeit verspeisen?“ Mit Essen in der Hand durch die Straßen gehen sieht nicht nur unmöglich aus, es verhindert auch entspannt und genußvoll Speisen zu sich zu nehmen. Unabhängig davon verbietet es mir meine gute, strenge Erziehung und meine Vorstellung von einem schönen Straßenbild. Was bedingt diese Erfahrung nun?

 Ich werde in der Coronazeit nie wieder etwas To-Go kaufen. Fazit ist, daß der Umsatz bei den ohnehin schwer gepeinigten Selbständigen noch mehr reduziert wird. Schade, daß man nicht wenigstens einen Bistrotisch vor solchen Verkaufsständen aufstellt. Warum erfolgen die Corona Maßnahmen nicht gemeinsam mit den Bürgern? Diese hätten sicher so manch gute, bessere Idee für die Förderung der Umsätze. Mehr Ideen und Mitspracherechte der Bürger würde sicher die derzeit stark wachsende Frustration der Mitmenschen, Bürger, reduzieren.

Mein Studium und mein Berufsleben lehren mich seit Jahrzehnten wie wichtig es ist Beteiligte „mit ins Boot zu nehmen“, „Beteiligte mehr Gehör zu schenken“. Eigentlich sollten alle Entscheidungen privat wie beruflich wie städtisch immer gemeinsam mit den Betroffenen, Beteiligten, getroffen werden. Dies würde echte Bürgernähe bedeuten und den Sinn des Bürgerwahlrechtes erlebbar machen.    

Charlotte Eberwien, 14.10.2020