Haus der Stadtgeschichte

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Santiago schreibt für das Corona-Tagebuch

Freunde zu haben ist ein großer Schatz


Hallo an alle Leser -

Es ist mir ein wenig peinlich, dass ich mich Ihnen noch nicht vorgestellt habe.

 Ich bin ein älterer Mann, geboren in Monzon (Huesca) Spanien, im Jahr 1937.

Somit bin ich eine Person, die mit dem Spanischen Bürgerkrieg Erfahrung gemacht hat.

 Ich bin verheiratet mit Rosa und aus dieser Verbindung sind drei Kinder hervorgegangen, zwei Jungen und ein Mädchen sowie drei Enkelkinder.

 Nun fragen Sie sich vielleicht, was ein „Montisonense“ aus Aragon in Tarragona/ Catalunya macht.

Ich wurde wegen meiner Arbeit als Wartungstechniker der Monsanto-Ibérica-Fabrik im Jahr 1985 versetzt, in der ich 35 Jahre meines Lebens verbrachte.

 Und genau hier, in Catalunya, trafen wir unsere guten deutschen Freunde Elke und Ehemann Peter.

Elke kam in unseren Chor und wurde der Stimmlage „Alt“ zugeordnet genau wie meine Frau Rosa und ich als Unterstützung der Stimmlage Tenor in unserem Chor „Harmonia“ des Kulturzentrums von Aragon in Tarragona.

 Meine Hobbies sind Aquarelle malen (ich nehme immer noch 8 Stunden Unterricht im Monat),

ich bin Naturliebhaber, unternehme, bzw. unternahm gerne Reisen (heute hindern mich meine Jahre daran, öfter Ausflüge zu machen), ich bin Briefmarkensammler von inländischen Briefmarken, ich finde gerne Freunde, da Freunde zu haben, ein großer Schatz bedeutet.

 Sollten Sie mehr über mich wissen wollen, stehe ich gerne zur Auskunft zur Verfügung. Elke wird es mir dann sagen.

 Nach der Bürgerkriegszeit damals dachte ich, ich würde keine ähnliche Erfahrung mehr machen.

Aber es war nicht so – diese tödliche Covid 19 Pandemie hat uns alle ergriffen, die Reichen, die Armen, die Weißen und die Farbigen.

 Ja, seit Ende Januar d.J. waren wir alle angehalten, uns auf unsere Häuser zu beschränken und so haben wir fast 4 Monate gelebt, ohne dass ich meine Kinder, Enkelkinder und Freunde umarmen konnte.

 Die Technologie war unser Verbündeter, unsere Verbindung. Über Handies konnten wir uns hören, sehen und unser Wissen und Informationen vergleichen. Es war unser Kampf, der uns aber innerlich stark gemacht hat.

 Es waren Monate der Unsicherheit; unsere Behörden waren nicht klar genug und als Uninformierte mussten wir die Folgen (er-)tragen. Und immer war das „Damokles-Schwert“ aus Angst über uns, dass sich das Corona-Virus in unserem Körper niederlassen könnte.

 Nach der Auflösung der Beschränkungen sind wir in die 3.Phase übergegangen womit wir u.a. unsere verlorenen Freiheiten wiedererlangt haben.

 Ich muss bekennen, dass diese neue Situation im Ergebnis nicht sehr positiv war. In Barcelona waren Gruppen junger Menschen ungehorsam gegenüber den von Gesundheitsexperten auferlegten Regeln, was die Anzahl der Infizierten erheblich erhöhte.

 Es wird oft nicht akzeptiert, dass die Verwaltung die Verantwortung für die Neuausbrüche an die Bürger weitergibt. Es gibt einen Teil der Bürger, die sich unverantwortlich verhalten.

 Junge Menschen insbesondere, befassen sich nicht mit einem strengeren Lebensstil; sie sehen nicht klar, dass wir uns in einem Krieg mit einem sehr gefährlichen Feind befinden.

 Die höchste staatliche Institution, der König von Spanien, (Felipe VI)

sprach zum Volk: „Überwindet diese Bedrohung der Gesundheit und der Wirtschaft mit Mut und

selbstverständlich g e m e i n s a m!“

 Er sagte dies mit Erinnerung an all die Opfer des Corona-Virus.

 Dem gegenüber steht mit Datum vom 22.7.20 landesweit an einem Tag die Erhöhung der Anzahl der Infizierten von 550 auf 1.200 und dies aus den bereits oben angeführten Gründen.

 Und noch weiterhin werden die notwendigen Standards, die die Gesundheitsbehörden festgelegt haben, nicht eingehalten..........

 Nun hoffe ich, dass Ihnen dieser Zusatzbericht zugesagt hat.

 Grüße an die Leser (an Elke natürlich Küsse)

Santiago

Foto: Die Familie wieder vereint: Santiago (links) und seine Frau (4. v.l..), Kinder, Schwiegerkinder und Enkelkinder.