Haus der Stadtgeschichte

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Corona-tagebuch

"Von Deinem Geiste lass uns naschen"


Aus den ersten beiden zu Ostern und zu Pfingsten haben wir folgende Verse entnommen:

Hoffnung ist das große Wort

An dem Quarantäne-Ort.

Wie vor dem die treuen Frauen

Wollten Jesu Grab beschauen

Voll Traurigkeit und hoffnungslos;

Die Freud ist hin, die Angst ist groß –

Doch der Stein auf ihren Herzen

Weg rollt er und weg die Schmerzen!

Die schwarze Trauer weicht dem Licht,

Das Grab steht offen – merkt ihr nicht.


Komm, Heil`ger Geist, schweb auf uns nieder

Und erwärm` Seel und Glieder!

Der Du den Geist vom Ungeist trennst,

Der Du durch Herzens Dunkel brennst,

Der Du erfrischest trüben Sinn,

Der Du uns führst zur Freiheit hin,

Der Du gibst Augen neue Sicht,

Der Du die Liebe Jesu lehrst,

Der Du Gott in dem Nächsten ehrst,

Der Du dem Philosophen Kant

Zum Imperativ gabst den Verstand –

Ein Flämmchen Geist lass uns erhaschen,

von deinem Geiste lass uns naschen!

Komm, Pfingst-Geist, mach uns Menschen froh

Und alte Ochsen ebenso!


Gez. Karl-Ulrich Nordmann, 15. Juni 2020

Fortsetzung folgt


Foto: Immanuel Kant (1724-1804), Bundeszentrale für politische Bildung