Zusammenfassende Würdigung

Geboren als eines von 5 Geschwistern verbrachte Müller seine Jugend („kränklich und schwächlich“) in Metz. Verschiedenste Leiden führten ihn zu einer Vielzahl von Ärzten, die ihn allerlei Mittel, Diäten und Kuren ausprobieren ließen.

Müller fasste den Entschluss, selbst Apotheker zu werden.

Am 01. Dezember 1901 übernahm er für 275.000,- RM die Löwen-Apotheke in Kreuznach 1), Mannheimer Str. 35 von Vorgänger Dr. Th. Röttger.

Er experimentierte und identifizierte „Strahlen“ und „erhöhte Harnsäure“ als Krankheitsverursacher und entwickelte und produzierte schon ab 1901 im Labor der Löwen-Apotheke die ersten „Sepdelen“ 2) (sepsis = Fäulnis und deleo = zerstören)  Präparate auf der Basis von „Fruchtsalzen“ (Natriumverbindungen). Als das Labor zu klein wurde, gründetet er am 05. April 1911 die „Sepdelen-Werke“, Gerbergasse 24.
Die Zahl der verschiedenen Sepdelen-Präparate wuchs auf über 40 an. Müller nannte sich „Apotheken- und Fabrikbesitzer“. Er unternahm zeitlebens zahlreiche Vortragsreisen, um sein (umstrittenes) Heilverfahren zu verbreiten. Müller musste sich mehrfach wegen „irreführender Arzneimittelwerbung“ vor Gericht mit seinen Gegnern auseinandersetzen. Er verfasste eine Vielzahl von Schriften zur „Sepdelenopathie“ (s.o.).
1928 war auch die Produktionsstätte in der Gerbergasse zu klein und er errichtete das „Sepdelen-Werk, Chemisch-Pharmazeutische Fabrik“ in der Bosenheimer Str. 218 (später Martini-Gebäude).

Am 02. März 1932 3) erlag er („groß und breitschultrig, strotzend vor Kraft und Gesundheit“) einem Herzschlag. Der Leichnam wurde nach Mainz überführt und dort am 05. März eingeäschert. Am 20. Oktober wurde die Urne nach Bad Kreuznach überführt und am 25.10.1932 auf dem Kreuznacher Friedhof beigesetzt. Sein Grabmal ist bis heute erhalten.
Nach seinem Tod übernahm Geschäftsführer Paul C. Sosinski die Sepdelen-Werke.
Firmensitz, Labor und Verwaltung wurden nach Hamburg verlagert. Bis 1950 wurden die Sepdelen-Produkte in der Bosenheimer Straße produziert. Dann wurde auch die Produktion nach Hamburg verlegt.

Missionarischen Eifer kennzeichnet auch die literarische Hinterlassenschaft Alexander Müllers zu Astronomie und Astrologie. Er vertrat in vielen Schriften das „Neupert’sche Weltbild“, wonach die Erde „eine Hohlkugel und die Erdoberfläche die äußerste Umgrenzung des innen befindlichen Weltalls“ sei.

1)  General-Anzeiger vom 11.12.1901
2)  Sepdelen war unter Nr. 71552 im Warenzeichenregister des Reichspatentamtes eingetragen
3)  Oeffentlicher Anzeiger vom 03.03.1932

 
 
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