Die Initiative ging vom Verein der Rechtsanwälte beim Landgericht Bad Kreuznach aus. Die offizielle Einweihung fand vergangene Woche im Beisein von Kulturdezernent Mirko Helmut Kohl, der Präsidentin des Landgerichts, Martina Kohlmeyer, Vertretern des Vereins, Mitarbeiterinnen des Kulturamts sowie Mitgliedern des Kulturausschusses statt.

Dr. Hans Litten, geboren 1903 in Halle an der Saale, war ein Rechtsanwalt und Strafverteidiger in der Weimarer Republik, der sich mutig für die Werte des Rechtsstaates einsetzte. Besonders bekannt wurde Litten durch seine Verteidigung im sogenannten Edenpalast-Prozess 1931, in dem er Adolf Hitler als Zeugen vorladen ließ und ihn in einem stundenlangen Kreuzverhör in Widersprüche verwickelte. Dies führte dazu, dass er unmittelbar nach dem Reichstagsbrand 1933 in „Schutzhaft“ genommen wurde. Eine jahrelange Odyssee durch mehrere Konzentrationslager, in denen er gefoltert und misshandelt wurde, folgte. Er nahm sich am 5. Februar 1938 im KZ Dachau das Leben, um seinem Martyrium ein Ende zu setzen.
Kulturdezernent Mirko Helmut Kohl hebt hervor: „Mit der Benennung des Weges nach Hans Litten ehrt Bad Kreuznach einen mutigen Juristen, der für seine Überzeugungen eingestanden ist. Er erinnert uns daran, wie wichtig Zivilcourage, Unabhängigkeit der Justiz, sowie der unermüdliche Einsatz für Gerechtigkeit und die Rechte der Schwächeren ist. Der ,Hans-Litten-Weg‘ wird künftig ein sichtbares Mahnmal für diese Werte sein.“
Die Benennung wurde nach einem entsprechenden Antrag des Vereins der Rechtsanwälte beim Landgericht Bad Kreuznach im September 2025 durch den Kulturausschuss und den Stadtrat beschlossen.
Hans Litten wird in vielen Städten durch Straßenbenennungen und Gedenktafeln geehrt. So befindet sich das Landgericht Berlin in der Littenstraße und die Bundesrechtsanwaltskammer trägt mit dem Hans-Litten-Haus seinen Namen.
Fotos: Kulturdezernent Mirko Helmut Kohl weihte den „Hans-Litten-Weg“ gemeinsam mit der Präsidentin des Landgerichts, Martina Kohlmeyer, Mitgliedern des Vereins der Rechtsanwälte beim Landgericht, sowie Mitgliedern des Kulturausschusses ein. Fotos: Anja Gillmann
