Eine Delegation der Stadt Bad Kreuznach nahm an der 5. Konferenz des Internationalen Netzwerks der Michelin-Städte (INMC) in Cuneo, Italien, teil. Das Netzwerk verbindet Städte mit Michelin-Standorten weltweit und fördert den Austausch zu Fragen der nachhaltigen Stadtentwicklung. Im Mittelpunkt der diesjährigen Konferenz standen Wasser, Ernährung und Energie sowie die Frage, wie Städte den ökologischen Wandel vor Ort gestalten können.
Bad Kreuznach setzte bei der Teilnahme einen fachlichen Schwerpunkt auf Energie. Die Delegation tauschte sich mit Vertreterinnen und Vertretern der Mitgliedsstädte über kommunale Ansätze und Erfahrungen aus. Zudem wurden die Kontakte zu den Netzwerkstädten, insbesondere Regensburg und Clermont-Ferrand, gepflegt und mögliche Anknüpfungspunkte für eine weitere Zusammenarbeit erörtert.
Ein Programmpunkt war der Besuch des Michelin-Werks in Cuneo, das als größter Michelin-Standort in Westeuropa gilt. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die Produktionsabläufe und die Energieversorgung des Werks. Im Fokus standen der Energieeinsatz in der industriellen Produktion, Maßnahmen zur Energieeffizienz und innovative Versorgungslösungen.
Neben Energieeffizienz und Versorgung wurde auch die Reduzierung von Reifengeräuschen thematisiert. Das Thema ist insbesondere bei Elektrofahrzeugen relevant, da bei ihnen das Motorengeräusch geringer ausfällt und Abrollgeräusche stärker wahrnehmbar sein können. Michelin ist seit 63 Jahren in Cuneo und seit 120 Jahren in Italien ansässig und produziert dort heute ausschließlich Autoreifen. Auch der Einsatz autonomer Fahrzeuge und von Robotern in der innerbetrieblichen Logistik wurden vorgestellt.
Im Nachgang besichtigte die Delegation die Kraft-Wärme-Kälte-Kopplungsanlage von Edison Next, die den Standort mit Energie versorgt. Nach Angaben des Werks werden mehr als 90 Prozent der dort benötigten Energie direkt vor Ort durch Michelin und seinen Partner Edison Next bereitgestellt.
Im nahegelegenen Ort Vernante besichtigten die Konferenzteilnehmer eine Fernwärmeanlage und tauschten sich unter anderem über den Einsatz von Holzbiomasse und die Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft der Stadt Cuneo aus. Ein weiterer Programmpunkt führte zum Wasserkraftwerk Einaudi in Entracque, wo die Nutzung der Wasserkraft und die technische Anlage vorgestellt wurden.
„Der Austausch mit anderen Städten eröffnet neue Einblicke darin, wie Energieversorgung, Effizienz und erneuerbare Energien auf kommunaler und regionaler Ebene gestaltet werden können und zeigt, dass wir in Bad Kreuznach mit der Kommunalen Wärmeplanung und der Photovoltaik-Offensive auf dem richtigen Weg sind“, sagte Oberbürgermeister Emanuel Letz. Die vorgestellten Beispiele könnten zum Teil als Anregungen in die fachliche Betrachtung künftiger Ansätze für Bad Kreuznach einfließen.
Die Bad Kreuznacher Delegation nahm außerdem an gemeinsamen Programmpunkten und inhaltlichen Workshops teil. Oberbürgermeister Emanuel Letz nahm zudem an der INMC-Generalversammlung teil und vertrat dort die Stadt auf kommunaler Leitungsebene. Neben dem fachlichen Austausch diente die Teilnahme auch der Pflege der Kontakte zu den Mitgliedsstädten. Die INMC-Konferenz findet alle zwei Jahre an wechselnden Standorten statt und soll die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Städten und Regionen sowie deren nachhaltige Entwicklung fördern.
Über die Aktivitäten Bad Kreuznachs im Netzwerk informiert die Stadt auf ihrer Homepage im Bereich „Städtepartnerschaften und Internationale Beziehungen“.
In der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Umwelt und Verkehr (PLUV) wird am 20.10.2026 über die Konferenz berichtet.
Foto: Besuch und Gespräch Michelin Werk Cuneo, Direktor des Michelin-Werks Simone Rossi bei der Präsentation vor der Werksbesichtigung
Foto: Stadt Bad Kreuznach
