An neun Gradierwerkwänden mit einer Gesamtlänge von beidseitig 2,6 Kilometern wird dann salzhaltiges Mineralwasser aus Quellen und Brunnen des Salinentales an den Schwarzdornwänden herabrieseln, verdunsten und im Umfeld eine erfrischende Meeresbrise verbreiten. Die Gradierwerke werden überwiegend abhängig von der Windrichtung einseitig berieselt, im Kurpark Bad Münster und am Brauwerk sowie im Kurpark Bad Kreuznach läuft das Wasser beidseitig.
Die Salinen, bei denen Salz mit Hilfe der Salzanreicherung durch Verdunstung gewonnen wurde, entstanden in Kreuznach und Münster am Stein vor fast 300 Jahren. Bad Kreuznach war der Salinenort, der auch am längsten mit dieser Technik Salz für den häuslichen Gebrauch produzierte. Deshalb hat sich hier auch die größte Zahl von Gradierwerken erhalten. Erst Ende des vergangenen Jahrtausends wurde die Salzproduktion aus Kostengründen eingestellt.
Die eigentliche Bedeutung der Soleberieselung liegt aber seit der Einführung der Kur in der Inhalation der salzhaltigen Luft und der positiven Auswirkung auf das Mikroklima direkt im Umfeld der großen Dornwände. Messungen haben gerade bei sommerlichen Temperaturen an einzelnen Stellen Unterschiede von in Spitzenzeiten über 6°C zur Umgebungstemperatur festgestellt. Auch die hohe Luftfeuchtigkeit hat erheblichen Einfluss auf das Wohlfühlklima. Besonders beliebt und intensiv ist der Aufenthalt im Aerosolnebel des Solezerstäubers am Thermalbad. Auch dieser wird nun in Betrieb gehen.
An Ostern wird die GuT auch besondere Veranstaltungen anbieten, um über die Saline, ihre Geschichte, ihre Funktionsweise, die Quellen und auch den Unterhaltungsaufwand zu informieren. Am Ostersonntag, 5. April, ist das Gradierwerk Karlshalle von 14 bis 17 Uhr geöffnet und mit Doris Helmstädt steht eine kundige Stadtführerin für Auskünfte bereit.
Zum Salinenspaziergang mit Dr. Michael Vesper wird am Ostermontag, 14 bis 16 Uhr, eingeladen. Es geht los am Kurmittelhaus Bad Münster am Stein mit Besteigung des dortigen Gradierwerks und einem Blick in das 1911 erbaute Kurmittelhaus. Von dort aus führt der Weg in das Salinental bis zur Karlshalle, wo die einzelnen Anlagen und die Veränderungen des Tales im Laufe der Jahrhunderte erläutert werden. Anmeldung zu der Führung bei www.ticket-regional.de oder bei der Touristinfo im Haus des Gastes.
Text: GuT, Foto: GuT, Steve Jacby
