Von der Gründung 1995 bis heute
Entstanden ist der Behindertenbeirat aus dem dringenden Wunsch von Menschen mit Behinderungen, Bad Kreuznach barrierefrei zu gestalten und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Der Stadtrat beschloss am 12. Januar 1995 die Einrichtung des Gremiums. Der Beirat konstituierte sich am 13. September 1995 unter Leitung der damaligen Bürgermeisterin Malu Dreyer. Erster Vorsitzender wurde Wolfgang Heblich. Die zusammen mit dem Beirat erarbeitete und vom Stadtrat beschlossene Satzung trat am 15. Oktober 1999 in Kraft. Aktuell arbeitet der Beirat unter Vorsitz von Anette Glöckner in seiner siebten Wahlperiode.
Bad Kreuznach ist seit mehr als 100 Jahren Wohn- und Arbeitsort vieler Menschen mit Behinderungen, nicht zuletzt durch die Stiftung kreuznacher diakonie. Als der Beirat startete, fehlten vielerorts selbst grundlegende Voraussetzungen wie barrierefreie Toiletten oder nutzbare ÖPNV-Angebote. Von Beginn an wirkte der Beirat daher darauf hin, Hindernisse abzubauen, sei es im Alltag, in Gebäuden oder im öffentlichen Raum. Gemäß seiner Satzung vertritt er die Interessen behinderter Menschen, berät die Verwaltung, kann Anregungen und Empfehlungen geben und soll in wesentlichen Fragen vor Beschlüssen der städtischen Gremien gehört werden.
Einsatz für Teilhabe und Barrierefreiheit
Heute wie damals bringen die Mitglieder ihre Expertise aus eigener Erfahrung ein: Sie machen auf bauliche und organisatorische Barrieren aufmerksam, wirken bei Planungen mit und geben sachdienliche Hinweise – von der Teilhabe an Bildung, Arbeit, Freizeit, Kultur und Wohnen bis zur barrieregerechten Gestaltung öffentlicher Gebäude und Verkehrsflächen.
Zu den prägenden Themen zählt die Barrierefreiheit rund um den Bad Kreuznacher Bahnhof. Der Beirat hat die Modernisierung über Jahre begleitet und auch auf noch fehlende Elemente wie die inzwischen nachgerüsteten automatischen Eingangstüren hingewiesen. In den vergangenen fünf Jahren hat das Gremium darüber hinaus zahlreiche Stellungnahmen zu Bauvorhaben und Planungsverfahren abgegeben, den barrierefreien Umbau von Bushaltestellen sowie die Nutzung von Bussen zusammen mit der KRN begleitet. Auch bei Projekten wie der Neugestaltung der Mühlenstraße, dem Umbau der Kreuzung Neufelder Weg/Bösgrunder Weg, dem Zugang zu E‑Ladesäulen sowie bei den Diskursen um Löwensteg und Ochsenbrücke wirkten die Ehrenamtlichen mit.
Zu den „Dauerthemen“ zählen ausreichend ausgewiesene und kontrollierte Behindertenparkplätze, barrierefreie Toiletten (auch bei Veranstaltungen), kontrastreiche Gestaltungen für sehbehinderte Menschen, barrierefreie Kreuzungen und Überwege sowie der barrierefreie Zugang zu öffentlichen Gebäuden, Arztpraxen, Geschäften und Freizeiteinrichtungen.
Gemeinsam für eine barrierefreie Zukunft
Seit der Gründung 1995 haben sich die Mitglieder des Beirats mit ihrem Engagement verdient gemacht. Zwei Mitglieder sind bis heute seit den ersten Gründungsjahren dabei. Für die Zukunft wünscht sich der Behindertenbeirat, dass sich auch jüngere Menschen für diese wichtige Arbeit interessieren und sich aktiv einbringen.
Oberbürgermeister Emanuel Letz: „Wir feiern 30 Jahre Behindertenbeirat der Stadt Bad Kreuznach. Seine engagierten Mitglieder zeigen uns seit drei Jahrzehnten, wo Barrieren bestehen und wie wir sie abbauen. Dafür danke ich allen früheren und heutigen Mitwirkenden herzlich. Unser Ziel ist und bleibt auch in Zukunft: Barrierefreiheit von Anfang an mitzudenken und den Beirat frühzeitig in Planungen einzubinden. Damit alle Menschen in unserer Stadt selbstbestimmt leben, arbeiten und teilnehmen können.“
Gruppenfoto: Dirk Basmer
