In Bad Kreuznach erfolgen voraussichtlich ab Montag oder Dienstag, 5./6. Oktober, Pflegearbeiten am Hochwasserschutz der Nahe. Ein qualifiziertes Fachunternehmen wird den Anströmbereich der Flutmulde im Auftrag der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord roden. Die Maßnahmen, die mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt sind, stellen sicher, dass der technische Hochwasserschutz weiterhin zuverlässig funktioniert. Die Durchführbarkeit und die Dauer der Arbeiten sind abhängig vom Wasserstand.
Eine zentrale Aufgabe der SGD Nord besteht darin, Menschen, Tiere und Pflanzen im nördlichen Rheinland-Pfalz vor Hochwasserereignissen zu schützen. So auch Bad Kreuznach, wo am rechten Naheufer im Abschnitt Pfingstwiese bis Kläranlage Bad Kreuznach der in den vergangenen Jahren aufgekommene Bewuchs auf einer Fläche von rund 5.000 qm gerodet wird. Die SGD Nord bittet die Bevölkerung um Verständnis, dass durch die Arbeiten vorübergehend Lärm entstehen wird.
Zum Hintergrund
Bad Kreuznach ist in der Vergangenheit immer wieder von schweren Hochwasserereignissen betroffen gewesen, zuletzt in den Jahren 1993 und 1995. Aus diesem Grund wurde ein effizientes Schutzkonzept entwickelt. Dieses umfasst zum einen regelmäßige Mäh-, Schnittarbeiten und Rodungsarbeiten und zum anderen den Bau von Schutzmauern. Letztere wurden in den Jahren 1999 bis 2004 durch die SGD Nord errichtet.
Mit den Rodungsarbeiten wird die Wiederherstellung der Rückstaufreien Durchströmung der Flutmulde im Hochwasserfall gewährleistet. Die Flutmulde trägt mit ihrem Abflussvermögen zur Reduzierung des Hochwassers der Stadt Bad Kreuznach bei. In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass sich durch die Verdichtung des Ufersaums Schwemmboden im dahinterliegenden Gelände anlandet und die Durchströmung der Flutmulde hydraulisch verschlechtert. Diese Anlandungen werden nun mit der Maßnahme verhindert.
Auf diese Weise kann die Innenstadt von Bad Kreuznach bis zu einem Hochwasserabfluss von 1.000 Kubikmetern pro Sekunde geschützt werden, was in etwa einem 100-jährlichen Hochwasserereignis entspricht.
Text: Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord; Symbolfoto: Mäharbeiten, Canva.com
