Private Modernisierung

Förderung private Modernisierungs- und Instandsetzungsarbeiten

Das Projekt „Soziale Stadt“ hat das Ziel, das Pariser Viertel attraktiver zu machen und das Wohnumfeld zu verbessern. Für ein gelungenes Wohnumfeld sind nicht nur die gemeinschaftlichen Flächen wichtig, es sind vor allem unsere Häuser, die das Stadtbild prägen und zur Lebensqualität beitragen. Daher stehen Fördergelder nicht nur für die Gestaltung des öffentlichen Raumes bereit, auch private EigentümerInnen können die Modernisierung und Instandsetzung ihrer Immobilie durch die Soziale Stadt bezuschussen lassen.

Damit mehr Menschen den Zuschuss nutzen und ihr Haus im Pariser Viertel modernisieren, haben die Redakteurinnen der Stadtteilzeitung bei Oberbürgermeisterin Frau Dr. Heike Kaster-Meurer und dem Leiter der Abteilung Bauverwaltung und Bauaufsicht Herrn Benedikt Blanz nachgefragt:

Liebe Frau Dr. Kaster-Meurer, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben und direkt zur ersten Frage: Warum sollten private Eigentümerinnen und Eigentümer ihre Immobilie im Pariser Viertel jetzt modernisieren?

Frau Dr. Kaster-Meurer: Zurzeit sind wir mit dem Pariser Viertel Teil des bundesweiten Förderprojekts Soziale Stadt. Dadurch hat die Stadt Bad Kreuznach die Möglichkeit, städtebauliche Investitionen in das Wohnumfeld, die Infrastruktur und die Wohnqualität zu tätigen. Das Wohnumfeld bearbeiten wir mit Maßnahmen wie dem damals neu errichteten Pocket Park oder der Gestaltung des Kinderspielplatzes in der Kilianstraße. Die neue Verkehrsführung in der Planiger Straße mit Fußgängerüberweg und breiten Gehwegen optimiert die Infrastruktur der Fußgänger. Natürlich sind wir in den Themenfeldern Wohnumfeld und Infrastruktur noch nicht am Ziel angelangt, aber es wird Zeit, nun auch die Qualität des Wohnens in den Blick zu holen und dabei sind die privaten Eigentümerinnen und Eigentümer gefragt.
Gründe für eine Modernisierung gibt es zahlreiche: Zum einen können langfristig Kosten eingespart werden, die Immobilie kann an neue Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden oder eine Modernisierung hilft, sich wieder wohlzufühlen in den eigenen vier Wänden. Ein Grund nun bald eine Modernisierung in Betracht zu ziehen ist der Zuschuss, den wir als Stadt an private Projekte auszahlen können. In unserem Haushalt stehen unter dem Titel private Modernisierungs- und Instandsetzungsmaßnahmen bis zum Projektende 2021 noch einige Gelder zur Verfügung um private Projekte zu Unterstützen.

Herr Blanz, können Sie uns den Unterschied zwischen Modernisierung und Instandsetzen erklären?

Herr Blanz: Der Begriff Instandsetzen wird verwendet, wenn zum Beispiel die Fassadenfarbe erneuert wird oder bestehende Regenrinnen durch neue ersetzt werden. Eine Modernisierung liegt vor, wenn in einer Baumaßnahme Altes gegen etwas besseres Neues ausgetauscht wird. Zum Beispiel wenn nicht nur die Farbe der Fassade erneuert, sondern eine Wärmedämmung ergänzt wird, oder wenn alte Fenster gegen schallisolierte und wärmedämmende Fenster ausgetauscht werden. Bei der Förderung achten wir darauf, nicht nur Instandsetzungen zu bezuschussen, es muss auch immer modernisiert werden, damit ein Teil des Zuschusses für Instandsetzungsarbeiten verwendet werden kann.

Wie hoch kann der Zuschuss sein?

Herr Blanz: Der Zuschuss richtet sich nach den Gesamtkosten der Baumaßnahmen. Werden zum Beispiel die Fenster erneuert, die Fassade gedämmt und gestrichen und eine neue Heizung wird eingebaut, kann der Eigentümer von den Gesamtkosten maximal 20 % gefördert bekommen, höchstens jedoch 50.000 €. Die Auszahlung kann bei höheren Zuschüssen in zwei Teilraten erfolgen. Wegen unterlassener Instandsetzung in der Vergangenheit müssen jedoch von den Gesamtkosten 10 % abgezogen werden.

Kann jeder Eigentümer seine Baumaßnahmen bezuschussen lassen?

Herr Blanz: Es gibt einige Kriterien, die für eine Förderung erfüllt sein müssen: Zunächst muss die Immobilie im Fördergebiet der Sozialen Stadt liegen und wir beim Stadtbauamt müssen der Meinung sein, dass die Immobilie auch modernisierungsbedürftig ist. Außerdem ist es wichtig, dass das Gebäude noch 30 Jahre genutzt werden kann und nicht zum Beispiel in den kommenden Jahren abgerissen werden soll. Es muss also wirtschaftlich vertretbar sein. Ganz wichtig ist außerdem, dass noch nicht mit der Baumaßnahme begonnen wurde.

Gibt es förderfähige Maßnahmen die besonders empfehlenswert sind?

Herr Blanz: Lohnenswert und förderfähig ist zum Beispiel die Umstellung auf eine Gasheizung mit Brennwerttechnik oder die Umstellung auf regenerative Energien mit Holzpellets oder Holzhackschnitzeln ist zu empfehlen. Neben einer effektiven Wärmegewinnung macht oft auch eine neue Dämmung Sinn um den Wärmeverlust zu verringern. Dämmung kann man an der Fassade nachrüsten oder im Dach und neue Fenster und Türen haben heute auch eine hohe Wärmedämmung und schirmen Schall ab. Außerdem kann der Umbau zum barrierefreien Wohnen gefördert werden, damit auch alte Menschen in ihren Wohnungen bleiben können.

Wie bekommt man eine Förderung?

Frau Dr. Kaster-Meurer: Der einfachste Weg ist erstmal einen Beratungstermin im Stadtbauamt bei Herrn Blanz oder Frau Diehm zu vereinbaren. Dann kann geklärt werden, ob und welche Maßnahmen für den Zuschuss in Frage kommen und ob es vielleicht noch weitere Fördermöglichkeiten über andere Programme gibt. Die Beratung ist kostenlos und es lohnt sich schon beim ersten Termin Pläne und/oder Bilder des Hauses mitzubringen.
Zur Förderung muss ein Antrag gestellt werden und die Stadt Bad Kreuznach kann dann eine Modernisierungsvereinbarung mit dem Antragsteller schließen. Welche Unterlagen zur Bewilligung des Antrags notwendig sind, wird Ihnen im persönlichen Gespräch erklärt.


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