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Chronologie

2007


Bei einer Brückenprüfung im September wurden Korrosionsschäden an den Stahlspanngliedern in den Hohlkästen der Brücke (Baujahr1955/56) entdeckt. Die Schäden sind die Folge von aggressiven Chloriden (Streusalz), die im Tauwasser durch die ehemaligen Fahnenmasthülsen in die Hohlkästen eindrangen. Als Folge wird die Brücke auf ihre Tragfähigkeit regelmäßig überprüft (mindestens einmal im Monat, aktuell zweimal).

2008


Weitere Untersuchungen werden bei Verheyen-Ingenieure und dem Sachverständigen Prof. Dr. Ing. Thomas Bauer in Auftrag gegeben. Die Korrosionsschäden an den Spanngliedern und am Beton sind so groß, dass das Bauwerk stark geschädigt ist. Darüber werden die Mitglieder des Ausschusses für Stadtplanung Bauwesen und Verkehr im Mai informiert. Die Spannglieder werden gereinigt und mit einer Zementschicht vor weiteren Rostbefall geschützt. Ergebniss zu jenem Zeitpunkt: Die Alte Nahebrücke kann saniert werden. Zum Jahresende werden die Spannglieder der Zugbänder mit Ultraschall überprüft. Diese Untersuchung bringt kein klares Ergebniss. Die Tragfähigkeit der Brücke ist eingeschränkt. Die Gutachter halten sie aber noch für sanierbar. Im Stadtrat entflammt die Diskussion Neubau oder Sanierung. Damals werden die Kosten auf rund eine Million Euro (mit Oberflächengestaltung) geschätzt, der Neubau, einschließlich des Brückenschlags, auf das Vierfache.


2009


Im Oktober befasst sich ein Workshop mit Vertretern der Verwaltung, Stadtratsfraktionen, Fachbehörden, Pro City und Altstadtverein mit vier Varianten:

Einmütig folgt das Gremium dem Vorschlag von Oberbürgermeister Andreas Ludwig die Alte Nahebrücke mit zwei zusätzlichen Pfeilern zu sanieren (Kosten 1,3 Millionen Euro, Standzeit 45 Jahre.) Zur Debatte standen außerdem: Grundsanierung mit ständiger Kontrolle der Brücke (Monitoring), Kosten rund eine Million Euro (Mindeststandzeit 25 Jahre). Neue schlichte Einfeldbrücke (zwei Millionen Euro, 75 Jahre) und eine neue Brücke im historischen Stil (drei Millionen Euro, mindestens 100 Jahre).

Im Dezember beschließt der Stadtrat: Die Alte Naheberücke wird saniert und bekommt zwei zusätzliche Stützpfeiler. Das Ingenieurbüro Verheyen wird beauftragt, die dauerhafte Instandsetzung der Alten Nahebrücke und der Brücke über dem Mühlenteich zu planen. Diese Aufträge werden im Juni 2010 und im März 2011 aufgehoben, um Neubau und Sanierung als Gesamtprojekt vom späteren Sieger des Architektenwettbewerbes planen zu lassen.

2010


Im Rahmen der Vorplanungen kommt bei einer weiteren Untersuchung der Alten Nahebrücke im Februar 2010 eine böse Überraschung zutage. Die Chloridkonzentration in der Fahrbahnplatte aus Beton ist so hoch, dass eine Sanierung wirtschaftlich nicht mehr vertretbar ist und die Experten einen Abriss und Neubau empfehlen. Im März 2010 folgt die Empfehlung, zu prüfen, ob die Sanierung der gesamten Fahrbahnplatte der Mühlenteichbrücke wirtschaftlich sinnvoll ist.

Im März beschließt der Stadtrat den Neubau der Alten Nahebrücke.

Oberbürgermeister Andreas Ludwig holt eine zweite Expertenmeinung ein. Im Mai 2010 erklärt auch das Ingenieurbüro KHP (König und Heinisch, Planungsgesellschaft Frankfurt), dass Abbruch und Neubau der Alten Nahebrücke wirtschaftlich am sinnvollsten ist. Im gleichen Monat beschließt der Stadtrat einen Architektenwettbewerb, der europaweit ausgeschrieben wird.

Im August teilt Oberbürgermeister Ludwig mit, dass ein Neubau mit zwei Pfeilern nicht möglich ist. Aus Gründen des Hochwasserschutzes ist nur ein Pfeiler zulässig, wie aktuelle Untersuchungen der Wasserbauingenieure ergaben.

Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Professor Jochen Jourdan (Frankfurt) wählt im Oktober einstimmig unter den 20 Beiträgen im Oktober 2010 als Sieger den Entwurf von BPR Dr. Bernhard Schäpertöns & Partner (München) in Kooperation mit Dissing+Weitling (Kopenhagen) aus.

Im November überreicht OB Ludwig im Stadtrat das Preisgeld von 22.848 Euro an die Wettbewerbssieger.

2011


Im Februar erteilt der Stadtrat den Auftrag an das BPR-Planungsbüro für die Leistungsphase 1-3 (bis zur Entwurfsplanung) für 305.000 Euro.

Da in der Brücke weiterer Risse entdeckt werden, muss im Juni die Traglast von 30 auf 12 Tonnen heruntergestuft werden.

Im September konkretisiert der Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen und Verkehr die Planungsaufträge für Schäpertöns & Partner. Er beschließt, auch den Wandabschnitt an der Alten Nahebrücke in der Einmündung zur Kurhausstraße zu sanieren. Dort soll der sogenannte Kragarm (Betonplatte, die an der Stützmauser herausragt) erneuert werden. Außerdem entscheidet der Ausschuss, die Fahrbahnplatte über der Mühlenteichbrücke mit Stahlbetonplatten statt mit einer durchgängigen Spannbetonplatte zu erneuern.

Die Planungen für Neubau und Abriss der Alten Nahebrücke und für die Sanierung der Mühlenteichbrücke gehen weiter. Der Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr lehnte in seiner Sitzung am 20. Oktober den Antrag von Karl-Heinz Delaveaux (FWG) ab, die Alte Nahebrücke nur noch für Fußgänger und Radfahrer zuzulassen. Martin Hofmann, Verheyen-Ingenieure, hält es für unwahrscheinlich, dass die Brücke durch diese Traglastreduzierung zu retten ist. Die Rissbildung schreitet weiter fort, das Risiko der beschädigten Spannglieder ist unkalkulierbar, bekräftigte der Experte die Untersuchungsergebnisse.

Die Bauarbeiten sollen im Juni 2012 beginnen und im September 2013 abgeschlossen sein. Parallel zur Sitzung informierte Oberbürgermeisterin Dr. Kaster-Meurer die Anwohner und Geschäftsleute der historischen Altstadt bei einem Treffen über die in der Bauphase zu erwartenden Beeinträchtigungen. Sie sicherte zu, die Geschäftsleute bei der Suche nach Ausweichquartieren zu unterstützen. Mehrheitlich wird dort die Auffassung vertreten, während der Bauzeit zu schließen. Sollten die Geschäfte geöffnet bleiben, sollen sie über einen provisorischen Gehweg von kurzen Unterbrechungen abgesehen erreichbar sein.


2012


Gegen Ende des Monats Februar liegt der Planungsentwurf der Bauverwaltung vor. Am 28. Februar informiert die Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer mit den Planern der Firmen BPR München und Dissing+Weitling Kopenhagen zunächst die Anwohner und Geschäftsleute, dann den Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen und Verkehr sowie am Abend die Bürgerinnen und Bürger im Haus des Gastes.

Der Zeitplan sieht vor: Bau der Behelfsbrücke im September 2012. Abriss und Neubau der Alten Nahebrücke sowie die Sanierung der Mühlenteichbrücke von Januar/Februar 2013 bis April/Mai 2014. In der Bauphase sollen die Geschäftsleute auf der Brücke in moderne Container auf dem Kornmarkt ausweichen.

April: Der Zustand des 700  Jahre alten Brückenbogens über dem Mühlenteich ist schlechter als bislang vermutet. Dies ist das Ergebnis eines weiteren Gutachtens. Damals wurde die Brücke aus vulkanischem Gestein mit Kalkmörtel gebaut. „Die Festigkeit des Gesteins lässt zu wünschen übrig“, erklärte Dr. Bertram Kühn, Prüfingenieur von Verheyen-Ingenieure, bei einem Ortstermin, zu dem Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer eingeladen hatte. Das hat zur Konsequenz, dass der Brückenbogen nur noch sich selbst trägt und alle Last auf der Betonplatte liegt, die aber durch den hohen Chloridgehalt so marode ist, dass sie erneuert werden muss.

25.10.2012: Der Stadtrat beschließt auf Anregung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) nach baufachlicher Prüfung durch den Landesbetrieb Mobilität Bad Kreuznach (LBM) wegen der hohen Baukosten eine kostengünstigere Sanierung der alten Nahebrücke und damit die Sanierung beider Brückenbauwerke; Beauftragung des Büros Verheyen Ingenieure mit der Entwurfsplanung.

2013


26.08.2013: Der Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr beschließt die Beauftragung des Büros Verheyen Ingenieure mit der Erstellung der Ausschreibung und der Ausführungsunterlagen.

13.11.2013 Der Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr stimmt dem Gestaltungskonzept, (bestehend aus Beleuchtungskonzept, Gestaltungsentwurf zum Brückengeländer, Entwurf der Wendeltreppe und Gestaltungsentwurf für Pfeiler unter der Nahebrücke) grundsätzlich zu.

 

2014


06.02.2014: Anerkennung von zuwendungsfähigen Kosten in Höhe von ca. 4,7 Mio € durch die ADD nach vorheriger baufachlicher Prüfung durch den LBM, Höhe des Zuschusses 75 %.

27.02.2014: Genehmigung durch die Untere Wasserbehörde. Die Genehmigung beinhaltet die Genehmigung durch weitere Behörden wie z. B. Denkmalschutz- und Umweltschutzbehörden.

28.04.2014: Veröffentlichung der Ausschreibung der Baumaßnahme

11.06.2014: Submission der Baumaßnahme

25.06.2014: Der Ausschuss für Stadtplanung, Bauwesen, Umwelt und Verkehr beschließt die Beauftragung der Fa. TKP Krächan GmbH, Illingen, zum Angebotspreis von 3.361.859,06 €

30.06.2014: Symbolischer Baubeginn

25.08.2014: Baubeginn

Gesamtbauzeit 28 Monate

Während der Baumaßnahme wird die fußläufige Verbindung über die bestehenden Brücken aufrecht erhalten.

28.08.2014: Baustellenstelleneinrichtung; Fertigstellung der Fußgängerführung auf der Mühlenteichbrücke

01.09.2014: Beginn der Bauarbeiten

06.11.2014: Teil der Fahrbahnplatte auf der Mühlenteichbrücke ist betoniert

18.12.2014: Auf der Brückenbaustelle ist Winterpause

 

2015


25.02.2015: Bauarbeiten an der Mühlenteichbrücke haben wieder begonnen: Montage von 1,5 t schweren Stahlträgern unter den Brückenbögen

Mitte März 2015: Abbruch des alten Kabelkanal und Beginn der Arbeiten am neuen Kanal und den Anschlüssen zu den Brückenhäusern

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