Zusammenfassende Würdigung

Andreas Wilhelm, genannt Wilhelmi (lat. Genitiv von Wilhelm), wurde am 19. Mai 1781 als Sohn des Bürgers und Handelsmanns Johann Jacob Wilhelm und dessen Ehefrau Maria Josepha Ernst in Kreuznach geboren. In der Taufurkunde der Pfarrei St. Wolfgang heißt es wörtlich: „19. May [1781] baptizatus est Andreas, Jacobi Wilhelmi et Maria Josepha Ernstin legitimus Filius ...“, wobei das „i“ beim Namen Wilhelmi nachträglich durchgestrichen wurde. Die Vorfahren Andreas Wilhelmi’s trugen nachweislich den Namen Wilhelm und wohnten bereits um 1730 in Kreuznach. Andreas Wilhelmi verdingte sich bereits im Alter von 18 Jahren als Matrose. Er kam weit in der Welt herum, war in China, „Batavia“ (heute Jakarta, Indonesien) und angeblich auch in Brasilien. Das erhoffte Glück fand er dort nicht und so kehrte er nach einigen Jahren in seine Heimatstadt Kreuznach zurück. Am 5. Februar 1808 heiratete er Maria Catharina Bohnenberger, Tochter des Sergeanten Jacob Bohnenberger aus Kreuznach. In der Heiratsurkunde ist als Berufsbezeichnung „brasseur“ (Bierbrauer) angegeben, in der Geburtsurkunde der ersten Tochter im Dezember 1808 bereits „aubergiste“ (Gastwirt). Wilhelmi hatte mit seiner Frau insgesamt 12 Kinder, davon 8 Mädchen. Vermutlich im Jahr 1808 erwarb er den ehemaligen „Pfalz-Simmerschen Garten“ mit einer Fläche von rund 19.000 qm. Das Terrain lag am Mühlenteich, der Ostseite des später nach ihm benannten Wörthes. Oberhalb des Holzstegs (dem Vorläufer der heutigen Badebrücke) errichtete Andreas Wilhelmi ein kleines Wohnhaus mit Wirtschaft und einer „Bretterbude“, dem Tanzsaal. Sein Bruder Jacob Wilhelmi, Unterleutnant beim Zoll in Kettenheim (bei Alzey), borgte ihm dazu gegen eine Schuldverschreibung 1.260 Francs. Das wüste und den Überschwemmungen der Nahe schutzlos ausgelieferte Gelände bepflanzte Wilhelmi mit Pappeln, Akazien und Kastanienbäumen. Im Laufe der Jahre erwarb er weitere Grundstücke, meist „Wustfelder“, und vergrößerte so sein Areal an der westlichen Seite der Insel vom Wehr bis zum heutigen Kurhausparkplatz.

Mit finanzieller Unterstützung des Schul- und Regierungsrats Dr. Carl August Zeller, der zwischen 1824-1830 in Kreuznach wohnte, grub Andreas Wilhelmi über Jahre nach einer Solquelle auf seinem Gelände. Im Jahr 1832 wurde Wilhelmi endlich an der Spitze seiner Insel fündig. Doch Wilhelmi’s persönlicher Erfolg war nur von kurzer Dauer. Andreas Wilhelmi verstarb am 12. Januar 1835.
Seine Witwe verkaufte das hoch verschuldete Besitztum von etwa 12 Morgen (ca. 30.000 qm) an die am 8. Dezember 1834 gegründete „Soolbäder-Actien-Gesellschaft“. Die Solbäder AG zahlte dafür 7.390 Taler. Vom Erlös musste die Witwe allerdings noch die aufgelaufenen Schulden abtragen. Zu den Gäubigern gehörten neben dem erwähnten Schwager Jacob Wilhelmi und Dr. Carl August Zeller der Handelsmann Salomon Ballack, Peter Moritz und sogar Dechant Stanger (St. Nikolaus 1804-1842). Die Aktiengesellschaft ließ Wilhelmi’s Häuschen und die Tanzbude abreißen und an ihrer Stelle das erste, einfache Badehaus errichten.

In der nordöstlichsten Ecke ihres Besitztums behielt die Witwe Maria Catharina Wilhelmi geb. Bohnenberger ein Grundstück, auf dem sie sich „mit allem Verwendbaren der abgerissenen Baulichkeiten“ ein neues Häuschen bauen ließ. Das Gebäude war der Vorläufer des späteren Hauses „Schmithals“, Kurhausstraße 17.

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