Zusammenfassende Würdigung

Gustav Adolf Dentzel, *9. Aug. 1846 in Kreuznach, erlernte den Beruf des Kunstschreiners. Am 31. Januar 1867 stellte sein Vater Michael Dentzel – Gustav war erst 20 Jahre alt – für ihn ein Gesuch zur Auswanderung nach Amerika zu Gustav Adolphs Bruder Jacob. Jacob Dentzel war gelernter Bäcker und bereits 1854 nach Amerika ausgewandert. Im Frachtraum des Dampf-Segelschiffes nahm Gustav Adolf Dentzel im Auftrag seines Vaters die Einzelteile eines Karussells mit in die neue Welt. Noch im gleichen Jahr gründete Gustav Adolf Dentzel in Philadelphia, Pennsylvania, eine Fabrik für pferde- und dampfkraftgetriebene Karussells. In seiner Fabrik beschäftigte Dentzel überwiegend deutsche und italienische Immigranten als Holzschnitzer. Die Karussells der Dentzels wurden berühmt für ihre prachtvolle Ausstattung, die Feinheit der Schnitzereien und die Perfektion der Tierfiguren.

Anfangs baute Gustav Adolph Dentzel kleine Anlagen mit Mittelmast, Haltestangen und Stützstreben, an denen Pferde, Löwen und andere Tiere und Sitzbänke hingen. Dentzel reiste bis Anfang der 1870er Jahre noch selbst damit umher. Später verlegte er sich nur noch auf die Herstellung. Die ausgefallenste, fest installierte Konstruktion, die er 1878 auf einem See im „Prospect Park“ in Brooklyn baute, bestand aus neun fest miteinander verbundenen Booten. Die Boote waren mit Masten und Segeln ausgerüstet. Angetrieben wurde das Boots-Karussell vom Wind, bei Flaute von Ruderern. Das Karussell soll ein Fassungsvermögen von ca. 200 Personen gehabt haben. Ab 1890 schuf Dentzel für den Einsatz auf Jahrmärkten auch doppelstöckige Karussells, die mit Dampfkraft angetrieben wurden. Doch diese Riesenanlagen waren bald nicht mehr rentabel, weil das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste zu lange dauerte.

1874 lernte Gustav Adolf seine erste Frau Alma kennen und heiratete sie. Die beiden hatten 5 Kinder, darunter William H. I. Schon 1880 starb Alma. Gustav heiratete wieder und hatte mit seiner zweiten Frau Mary noch einmal einen Sohn, Edward P. Dentzel. 
Gustav Adolf Dentzel kehrte noch zweimal in seine alte Heimat zurück. Im Jahre 1900 weilte er mit Tochter Helen und 1904 mit Sohn Edward in Kreuznach. 

Nach Gustavs Tod im Jahre 1908 führten die beiden Söhne William I und Edward die Arbeit des Vaters weiter. Der Tod von William I im Jahre 1928 und die Weltwirtschaftkrise im darauffolgenden Jahr bedeuteten für die Karussellfabrikation einen tiefen Einschnitt.
Doch Edwards Sohn, William H. II Dentzel, führte die Fabrik in den 1970er Jahren zu neuer Blüte. Nach dem Tod von William H. II im Jahre 1991 übernahm William H. III (Bill) Dentzel, der Ur-Urenkel des Kreuznachers Michael Dentzel, die Firma, die er bis heute führt. Seine Kinder Zaryn, Sophia und Noah stehen bereits in der sechsten Generation der Karussellbauer-Familie. Inzwischen hat auch modernste Technik – Solarenergie, Elektroantriebe und Leuchtdioden – bei der Traditionsfirma Einzug gehalten. 
Die alten, handgeschnitzten Figuren aber wie Pferde, Hirsche, Löwen, Büffel, Strauße u. v. m. sind heute begehrte Sammlerstücke geworden.

Mit freundlicher Unterstützung von William H. III (Bill) Dentzel, Philadelphia, Pennsylvania, USA.

 

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