Jahrmarkt anno 1823: Seltenes Dokument gibt Einblicke in die damaligen Marktbeschicker

Bevor das Stadtarchiv voraussichtlich im Oktober/November 2018 ins „Haus der Stadtgeschichte“ umzieht, stellen wir wöchentlich unter der Rubrik „Demnächst im Haus der Stadtgeschichte“ ein Objekt daraus vor. Im zwölften Teil: eines der wenigen Zeugnisse aus der Frühzeit des Kreuznacher Jahrmarkts vermittelt einen detaillierten Eindruck über die damaligen Marktbeschicker.

1823 fand vom 17. bis 19. August auf der Pfingstwiese der Kreuznacher Jahrmarkt statt. Auf 42 von insgesamt 72 Blättern der „Erhebungs=Liste der Standgelder auf dem Jahrmarkte zu Kreuznach pro 1823“, die von Oberbürgermeister Johann Franz Xaver Buss (1790-1883) paraphiert wurde, sind alle Beschicker des Marktes verzeichnet: insgesamt 168 Personen. Dieses Register ist eines der wenigen Zeugnisse aus der Frühzeit des Kreuznacher Jahrmarktes. Es vermittelt präzise Informationen über die Beschicker (Vor- und Zuname), deren Herkunftsort und ihr Angebot.

Der größte Anteil der Marktbeschicker kam aus Kreuznach und der unmittelbaren Umgebung. Aus dem Rahmen fallen Anbieter aus entlegeneren Regionen: Schuhverkäufer aus Pirmasens, ein Bäcker aus Dresden oder ein Garnverkäufer aus Stresow. Die Buden wurden überwiegend von ortsansässigen Handwerkern wie Messer- und Blechschmieden, Korb-, Hut-, Kappen- und Schuhmachern, Metzgern, Bäckern, Strumpfwebern und Seilern genutzt, gefolgt von Händlern, die Garne, Tuche, Bilder, Silberwaren, Achate oder Zinn anboten. Erstmals war zur Unterhaltung der Marktbesucher ein Marionettenspieler, Georg Kram aus Koblenz, auf der Pfingstwiese anwesend. Mehrere Stände, an denen „Spiel mit Waare“ anboten wurden (Losbuden), drei Karussells und mehrere Kegelbahnen rundeten das Angebot ab.

Für das leibliche Wohl und Festtagsstimmung sorgten mehrere „Caffe-“ und „Weinwirthe“ sowie einige „Wirtschaft(en) mit Tanzboden“, die auch abends großen Zulauf fanden.

Jetzt noch im Stadtarchiv unter StAKH H 62.


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