Gast- und Schankwirtschaften in der Neustadt anno 1911: Eine Handskizze zum Konzessionsgesuch von Peter W.

Im siebten Teil: eine gut hundert Jahre alte Handskizze, auf der Gast- und Schankwirtschaften in der Neustadt verzeichnet sind.

Am 27. September 1911 bittet der Küfer Peter W. den „kollegialischen Gemeindevorstand“ der Stadt Kreuznach, ihm eine Konzession für eine Schankwirtschaft im Haus Hochstraße 15 zu erteilen. W. sah sich aufgrund mehrerer Unfälle nicht mehr in der Lage, sein Handwerk auszuüben. Den Lebensunterhalt verdiente er sich daher mit Kartoffel-, Holz- und Bierhandel. Die Erträge aus dem Gewerbe reichten der Familie jedoch nicht zum Unterhalt. Das Betreiben einer Schankwirtschaft mit Küche, Wirts-, und Billardzimmer sollte dem abhelfen. Der Antrag von Peter W. wurde nach der nichtöffentlichen Entscheidung vom 27. Oktober am 28. Oktober 1911 in öffentlicher Sitzung mit der Begründung zurückgewiesen, dass die Schankwirtschaft zur „Förderung der Unsittlichkeit missbraucht“ werden könnte, denn W. war bereits 1908 wegen Kuppelei und Nötigung verurteilt worden.

Dem Konzessionsantrag ist eine Handskizze beigefügt. Diese soll die „bis zu 400 Schritt entfernten Gast- oder Schankwirtschaften“ kennzeichnen und damit helfen, die „Bedürfnisfrage“ zu klären. So sind in dem direkten Umfeld der vormals von Metzgermeister Eugen Kossmann betriebenen Schankwirtschaft über 20 weitere Wirtschaften verzeichnet. Unmittelbar daneben: die Bäckerei und Schankwirtschaft von Jakob Zimmer. 

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