Demnächst im Haus der Stadtgeschichte: Das Hochwasser von 1918: Kurhausstraße 17

Im dritten Teil: ein Foto, das die verheerenden Schäden des Hochwassers vor genau hundert Jahren in der Kurhausstraße zeigt.

Das Januar-Hochwasser von 1918 richtete in Kreuznach verheerende Schäden an. Auf dem Schwarz-Weiß-Foto von Johanna Amalie Cornelia Emilie Schmithals gen. Nelli (1880-1975) ist der Blick in das Erdgeschoss des Wohnhauses Kurhausstraße 17 zu sehen, das der Familie Schmithals gehörte und ebenfalls von der Überflutung betroffen war. Eine ungefähre Orientierung, wie hoch der Wasserstand zum Zeitpunkt der Aufnahme war, bietet der Tisch im hinteren Zimmer, unter dem das Wasser etwa in Sitzhöhe eines Stuhles (zirka 45 Zentimeter) steht. Das Foto vermittelt mit den hochgestellten Möbeln und den geöffneten Türen Schutzmaßnahmen, die gegen die eindringenden Wassermassen ergriffen worden sind, wobei sich der Eindruck aufdrängt, dass die Bewohner vom Hochwasser überrascht wurden, da viele Möbel im Wasser stehen. Daneben bietet es einen Blick in die Privaträume eines bürgerlichen Haushaltes, der sich u.a. in schweren, gediegenen Massivholzmöbeln, porzellanenen und gläsernen Gebrauchsgegenständen, wie an den Wänden befindlichen Kunstgegenständen darstellt. Die Räume sind elektrifiziert, mit Tapeten versehen und Vorhänge verhindern den ungestörten Blick ins Innere des Hauses. Ein Sinnspruch, der über einer hölzernen Türzarge angebracht ist: „Such in der Arbeit Deine Ruh − den Segen gibt schon Gott dazu“ verweist möglicherweise auf die Geisteshaltung Hausbewohner. 2007 wurde dem Stadtarchiv durch Nina Gampper eine bedeutende und umfangreiche Sammlung überreicht (überwiegend Glasnegative und Fotoabzüge), die den größten Teil des Lebenswerkes der Kreuznacher Fotopionierin Nelly Schmithals umfasst. Das Foto ist Bestandteil dieser Schenkung.

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