Bei dem Bepflanzungsplan für den „Oranienhofpark“ von 1933 gilt es noch so manches Rätsel zu lösen.

Bevor das Stadtarchiv voraussichtlich im Oktober/November 2018 ins „Haus der Stadtgeschichte“ umzieht, stellen wir wöchentlich unter der Rubrik „Demnächst im Haus der Stadtgeschichte“ ein Objekt daraus vor. Im 18. Teil: ein Bepflanzungsplan für den „Oranienhofpark“ in Bad Kreuznach von 1933.

Der vorliegende handsignierte „Bepflanzungsplan“ für einen „Platz in Bad Kreuznach“ wurde im November 1933 von dem aus Herford stammenden Gartendirektor der Stadt Essen, Rudolf Korte (1878-1950), angefertigt. Die Stadt plante nach Abbruch des Hotels Oranienhof eine gärtnerische Ausgestaltung des Terrains, woraufhin (Ober-)Bürgermeister Dr. Robert Fischer (1887-1966) nach Aussage von Korte Kontakt mit ihm aufnahm. Dieser hatte sich spätestens mit der „Gruga“, der „Großen Ruhrländischen Gartenbauausstellung“ von 1929, überregional Verdienste erworben.

In einem Schreiben vom 10. März 1933 bat Korte seine Vorgesetzten, für eine „geplante Projektierung von Bade- und städtischen Anlagen in Bad Kreuznach“ in Anrechnung auf seinen Urlaub freigestellt zu werden, um vor Ort Entwürfe anzufertigen und bei der Realisierung der Anlagen beratend zur Seite stehen zu können. Die Ausführung selbst sollte der Stadt und dem ansässigen Gewerbe überlassen sein. Der Gartendirektor legte mindestens zwei Entwürfe für den geplanten „Oranienhofpark“ vor. Nach deren Prüfung gab die Baukommission unter Vorsitz von Bürgermeister Dr. Fischer am 24. August 1933 ihre Zustimmung zu Kortes Idee, die auf Wunsch der Stadtverwaltung leicht abgewandelt wurde.

Aufgrund des bestehenden Höhenunterschiedes des Geländes war die Anlage zweier Terrassen vorgesehen. Während der untere Teil des Parks nur in der Verbreiterung des Hauptzuganges eine Änderung in Kortes Plan erfuhr, wurden im oberen, horizontal gelegenen Teil Motive aus seinen Entwürfen miteinander kombiniert. Vereinfacht bildeten „um ein mittleres Seerosenbecken, Rosenbeete, Hecken und Pergolen, geometrische und konzentrische Figuren“ eine moderne Interpretation des „Französischen Barockgartens“. Der zur Weinkauffstraße abfallende untere Teil des Geländes war, so Kortes Entwurf, als Alpinum oder Steingarten vorgesehen. Für die Anlage des Parks und die Umsetzung des Planes wurden Notstandsarbeiter eingesetzt.

Ob es sich bei dem vorliegenden Bepflanzungsplan um einen Entwurf handelte, der für den „Oranienhofpark“ vorgesehen war, konnte nicht ermittelt werden. Bei der mit Bleistift veränderten Tuschezeichnung von Rudolf Korte im Maßstab 1:200 handelt es sich um das Werk eines bedeutenden Gartendirektors, dessen Name eng mit der Gestaltung des Oranienparks verbunden ist und daher von kultur- und stadtgeschichtlichem Interesse ist.

Vielleicht kann uns ein Leser beim Auffinden des Ortes helfen, für den der Plan ursprünglich angefertigt wurde?

Jetzt noch im Stadtarchiv unter StAKH Graphiksammlung

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