Moses Mauser

Bild: Einband "Moses Mauser"

Wie sah ein Kreuznacher Karnevalist der 1880er und 1890er Jahre die "große Politik", wie kommentierte er das Lokalgeschehen? Damals, als der aufblühende Badeort sich anschickte, den Kokon des verschlafenen Ackerbürgerstädtchens abzustreifen, waren Kanalisation, Wasserleitung, Gasanschluss, Straßenbeleuchtung, Schlachthof und Kleinbahn heißumkämpfte Neuerungen. Mauser machte sich seinen Vers darauf, genauso wie auf Fleischskandale, gepanschten Wein und korrupte Politiker. Doch der Inhaber eines, modern gesprochen, Second-hand-Shops wollte nicht einfach als "Protokoller" glänzen, er wollte vor allem verkaufen. So spiegeln seine "Werbegedichte" den harten Konkurrenzkampf der Gründerzeit, ein Stück Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Dass der Geschäftsmann nicht bloß Deutscher, Preuße und Kreuznacher war, sondern auch Jude, macht diese Zeitreise ins vorvorige Jahrhundert nicht weniger interessant.

Die korrekte und vollständige Funktion unserer Dienste setzt Cookies voraus. Mit einem Klick auf die Schaltfläche [OK] willigen Sie ein, dass unsere Internetdomäne Cookies verwendet.