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A wie Ackva

Foto: Schutzmarke AckvaCarl Michael Ackva, am 16.11.1814 in Kreuznach geboren, erwarb nach Lehre in Kreuznach und Wanderschaft durch halb Europa 1840 eine Gerberei im Gerberviertel Kreuznachs, die unter dem Firmennamen „Carl Ackva“ geführt wurde.

Der wirtschaftliche Erfolg des Rotgerbers Ackva, der in den folgenden Jahren einsetzte, äußerte sich u. a. dadurch, dass er in der Steuerklasse von drei nach zwei wechselte. 1864 bezeichnete er sich selbst als Lederfabrikant. Technisierung und Mechanisierung bei gleichzeitiger Beibehaltung des traditionellen Lohgerbeverfahrens begründeten insbesondere in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts den Erfolg.


Bild: Plan mit dem Grundstück von Carl Michael Ackva



1875 übertrug Carl Ackva die Leitung an seinen Schwiegersohn Julius Kimnach, der sich 1877 endgültig in Kreuznach niederließ. Im Jahr 1879 benötigte die Gerberei 2600 Zentner Gerberlohe und 1880 besaß die Firma Carl Ackva ein Triebwerk mit 12 PS, das mit Wasserkraft angetrieben wurde.
Am 23.10.1885 starb Julius Kimnach. Carl Ackva übernahm daraufhin erneut die Firmenleitung und investierte in die weitere Modernisierung des Gerbereibetriebes. So wurde im August 1889 eine stationäre Dampfkesselanlage aufgestellt. 1890 gründete er die Lederfabrik Ackva, die mit Lohrinde gegerbtes Leder für die Industrie weiterverarbeitete. Er unterhielt enge Geschäftsbeziehungen zu dem ortsansässigen Lohrindenproduzenten Heinrich Puricelli.
In den Jahren 1892-1898 war Carl Ackva alleiniger Abnehmer für die im Forstrevier Bangert geerntete Lohrinde. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich das Betriebsgelände der Gerberei im Vergleich zu 1840 stark vergrößert, das sich nun zwischen Dessauerstraße und Ellerbach ausdehnte. Auf dem Betriebsgelände lassen sich nun unterschiedliche Produktionsbereiche erkennen, nämlich die traditionell handwerklich betriebene Gerberei mit dampfbetriebener Lohmühle einerseits, die Riemenfabrik andererseits. Hinzu kamen ausgewiesene Büro- bzw. Verwaltungsräume.

Foto: Zeitungsartikel über das Schaffen Michael Ackvas



1895 übernahm der Enkel Karl Kimnach die Leitung, der seine Ausbildung unter anderem in England absolviert hatte. Carl Ackva zog sich aus dem Geschäftsleben zurück und starb am 24.3.1900 in Kreuznach. Sein Enkel Karl Kimnach führte die Firma erfolgreich weiter. 1960 wurde die Firma Allit gegründet, die durch den Enkel Karl Kimnachs, Hans Kallinowsky, ihre Wurzeln auf den Kreuznacher Rotgerber Carl Ackva zurückführt.


Entstehungsjahr dieses Artikels: 2014
Verfasserin: Franziska Blum-Gabelmann
Fotos: StAKH Fotoarchiv

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