Kooperation mit Viktoriastift  

Im PuK-Museum lassen junge Patienten  Theaterfiguren lebendig werden


Die Kinder und Jugendlichen sind Patienten der Rehabilitationsklinik Viktoriastift auf der Cecilienhöhe. Von dort aus unternehmen sie immer mal wieder Ausflüge in die Stadt oder in die nähere Umgebung. Zum Angebot der Klinik gehören Kanufahrten, geführte Wanderungen im Wald, Fledermaus-Erkundungen oder eben Workshops im PuK.

Nach einem Rundgang durch das Museum in Bad Kreuznach, bei dem die jungen Gäste eine Einführung in die Geschichte der Puppenkunst erhielten, Figuren wiedererkannten und hie und da auch mal eine anfassen durften, sitzen sie nun beim Workshop mit der Museumspädagogin zusammen, bei dem alle Teilnehmer ihre eigenen Handpuppen basteln dürfen.

Die Kinder und Jugendlichen können ihrer Fantasie freien Lauf lassen

Das ist einfacher, als man denken mag: Mit einem Schaumstoffrohling geht es los. Einzig das Maul beziehungsweise der Mund der Puppe ist bereits vorgeschnitten. Die Kinder und Jugendlichen lassen ihrer Fantasie freien Lauf. Mit Schere, Farbe, Klebstoff und weiteren Hilfsmitteln geht es zunächst darum, dem Puppenkopf Kontur zu verleihen.

Manche sind schnell, andere überlegen sorgfältig. Die Museumspädagogin zeigt, wie die Augen aufgesetzt werden und gibt Tipps für das Anbringen der Ohren. Große Schaumstoffstücke entfernt sie mit einem elektrischen Brotmesser. Für die Haare liegen Fell, Wolle und Pfeifenreiniger bereit. Stück für Stück entstehen im Werkraum Monster, Hunde, ein Schwein, lustige Figuren.

„Beim Besuch im PuK-Museum“, sagt Sonja Schober, „erwartet die Besucher eine Berührung mit der Kultur des Puppenspielens“. Wer den Workshop besucht, muss sich konzentrieren, sich auch mal durchbeißen, wenn es auf Anhieb nicht so klappt, wie man sich das vorstellt.

Seit zwei Jahren treffen sich Patienten zum Basteln im PuK

Die Idee, die jungen Patientinnen und Patienten der KVS regelmäßig das PuK besuchen zu lassen, entstand gemeinsam mit Museumsleiter Markus Dorner, sagt Michael Abt, stellvertretender Pflegedirektor der Kreuznacher Klinik. Seit rund zwei Jahren sind regelmäßig Gruppen dort und basteln.

Neben dem Spaß erfahren die Kinder und Jugendlichen ein soziales Kompetenztraining, sie erkennen selbst ihre Stärken und Schwächen. Abt: „Heutzutage erhalten Kinder oft Spielzeuge, die fertig gebaut sind und ein möglichst perfektes Aussehen haben – das Provisorische, das einen gewissen Reiz ausüben kann, kennen viele nicht mehr. Beim Basteln einer Handpuppe aus einem Stück Schaumstoff, Farbe, Stoff und Wolle merken die Kinder, dass sie das tatsächlich auch selbst herstellen können.“


Foto: Museumspädagogin Sonja Schober zeigt den Kindern, wie eine Handpuppe zum Leben erweckt wird.

Text und Foto: Landeskrankenhaus, Klinik Viktoriastift