Weltklassespringer vom Ellerbach: Briggelche trägt den Namen Hombes


Der „Hombes junior“ ließ seinen Sohn Matthias die große Karriere von Karl-Anton-Hornberger Revue passieren. „Die Brücke ist so stramm gebaut wie seine Waden“, bedankte sich der Enkel für die Namensnennung. Er hatte auch eine Erklärung für den  „Kampfnamen Hombes“, mit dem der Top-Athlet damals angefeuert wurde. „Hornberger ist viel zu lang“. Sein Großvater sei über Sprinstrecken und als Hochspringer sehr stark gewesen, daher die Kurzfassung „Hombes“. Da passt es, dass der Hombes nur unweit vom Ellerbach in der Magister-Faust-Gasse wohnte, in dem damals auch die Franziskanerbrüder in Bad Kreuznach ihr gutes Werk begannen.

„Der ist ja so klein, dass er in eine Zigarrenkiste passt.“ So kommentierten Freunde und Nachbarn den Nachwuchs der Familie Hornberger. Karl Anton Hornberger wog nur 1000 Gramm als er am 30. März 1900 zur Welt kam. Das schmächtige „Kallchen“ muss Sport treiben, riet der Arzt später den Eltern und wusste auch wo und wie: Am Ellerbach spielen und ab zu über das Wasser hüpfen. Keiner konnte damals ahnen, dass damit der Grundstein für eine großartige Sportlerlaufbahn als Leichtathlet gelegt wurde. Aus kleinen Sprüngen über den Ellerbach wurden immer mächtigere Sätze. Mit 19 Jahren sprang er als erster Deutscher 7,19 Meter weit, und dies bei einem Sportfest auf der Pfingstwiese. Ein Jahr später wurde er mit 7,03 Meter Deutscher Meister in Dresden. Aus Wut darüber dass er im Jahr darauf seinen Titel nicht verteidigen konnte und Dritter wurde, meldete Hornberger dem Kampfgericht an, dass er nun Deutschen Rekord springt, was ihm tatsächlich mit 7,33 Metern gelang, eine Bestmarke, die fünf Jahre hielt. Der Hombes war als Allroundtalent auch ein hervorragender Läufer (100 Meter in 10,6 Sekunden), Hochspringer, Handballer und Fußballer. Die Ski- und Tennisabteilung seines Vereins VfL 1848 Bad Kreuznach begründete er mit. Schon in den 20er-Jahren als der VfL noch TV 1848 Bad Kreuznach hieß, gehörte Hornberger dem Vereinsvorstand an, lange Zeit als Kassierer, den Karl Hornberger war viele Jahre Leiter der Kreis-Kommunalkasse und später als Amtsrat und Chef des Rechnungsprüfungsamtes. 

Im Kreuznacher Sportbuch zu „Triumphen, Jubel und Rekorden“ hat Karl Hornberger einen gebührenden Platz. In seinem Beitrag zitiert Autor Armin Seibert den ehemaligen Chefredakteur des Sportinformationsdienstes, Karl Adolf Scherer, der zum 85. Geburtstag Hornbergers folgendes schrieb: „1925 verschwand der Kreuznacher aus den Bestenlisten. Seitdem gehört er zu den Vergessenen. Sein Name fehlt in den Sportlexika. Die Historiker tun sich schwer mit dem Mann, der 1920 und 1924 eine olympische Medaille hätte gewinnen können.“ Karl Hornberger starb 1988 im Alter von 88 Jahren.

Der Bad Kreuznacher Stadtrat hat ihn nicht vergessen. Dafür steht der Beschluss, die Brücke über seine erste Trainingsstätte, den Ellerbach, nach Hombes zu benennen. „Vielleicht kommt ja noch einmal ein junger Bachspringer, der in die Fußstapfen unseres großen Sportlers treten kann“, so die Oberbürgermeisterin.

Hansjörg Rehbein


Foto oben: Die Brücke über den Ellerbach trägt den Namen "Hombes-Briggelsche". Bei der Einweihung durch Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer (3.v.l.) waren Sohn und Enkel, Karl-Rudolf (2.v.l.) und Matthias (4.v.l.), sowie Mitglieder des Kulturauschusses und weitere Gäste dabei.


Dreimal Hornberger: Enkel Matthias hält ein Foto des erfolgreichen Leichtathleten in den Händen. Auch "Hombes junior" freute sich sehr über die Ehrung. Rechts im Hintergrund das Haus, in dem Karl-Anton Hornberger groß wurde.

Im Alter von 75 Jahren sprang Karl-Anton Hornberger über den Ellerbach, die Trainingsstätte seine Kindheit: Foto: Archiv Karl-Rudolf und Matthias Hornberger.