Umwickelter Baum weist den Weg zur Ausstellung von Kenbo Liang Guojian


"Auf der Zunge ist der Duft von frischer Erde. Die Natur erfüllt mein Herz. Der Trombacher Hof ist mein Traumland." Die Künstlerin Sigune Osten verlas beim Pressetermin die deutsche Übersetzung des kleinen Gedichtes, das der Chinese Kenbo/Liang Guojian Liang verfasste. Vor zehn Jahren hatte Sigune von Osten den Künstler aus Fernost zur Art Point auf den Trombacher Hof eingeladen, um dort eine Malperformance während ihres Parkmusikfestes „Neue Ho(e)rizonte“ zu realisieren. „Dort fand er durch die Naturlandschaft den Zugang zu der chinesischen Dao-Lehre (zurück zur Natur) und zu seiner einzigartigen Kunst und Formensprache“, erklärt Museumsleiter Marco van Bel. Im Zentrum seiner Arbeiten steht die Tradition der uralten Tusche-Malerei, die er mit den heutigen Tendenzen der chinesischen Tuschemalerei und der modernen Kunst verbindet. Speziell die Elemente Wasser, Luft, Erde und Feuer sowie deren Auswirkungen werden von ihm in den gestalterischen Prozess integriert. So sind die Papierbahnen um den Baum im Schloßpark bis zum 10. September den natürlichen Einflüssen von Wind, Regen und Sonne ausgesetzt. Das Papier wird dann anschließend im Trombacher Hof künstlerisch weiter bearbeitet.

Bis zum 10. September sind die Werke von Kenbo/Guoja Liang im Schloßparkmuseum und die großformatigen Exponate in der Römerhalle zu sehen. „Ohne unseren Sponsor, die Meffert AG Farbwerke, hätten wir eine Ausstellung in dieser Größenordnung nicht organisieren können“, bedankt sich Marco van Bel.

Kenbo, der weise Mann

Schon im Alter von 16 Jahren nannten ihn seine Freunde „Kenbo“, der weise Mann, weil sich Liang Guojian schon damals mit der Tradition seines Landes auseinandersetzte. In seiner Kindheit nahm der 44-Jährige Unterrichtsstunden in chinesischer Malerei. Im Jahr 2006 setzte er sich mit der internationalen Klang-Kunst auseinander und begann seine experimentellen Arbeiten, einer Mischung aus Malerei sowie Video, Musik, Klang, Sprache und Text. Seine vom Reis inspirierte Stimmen- und Klang-Installation des Reisprojektes gewann 2011 den China Redstar Design Award. In seiner Heimat hat er in einem ehemaligen Dorf sein Atelier eingerichtet und gibt dort auch Kurse und bietet Workshops an.

Alle in den Museen Schloßpark und Römerhalle präsentierten Kunstwerke basieren auf der Chinesischen Philosophie und Kunst. Sie sind größtenteils innerhalb des Moss-Projektes (Moss steht für Moos) entstanden. Sie haben aber gleichzeitig einen starken Bezug zu Bad Kreuznach, dem Trombacher Hof, der Musikkünstlerin Sigune von Osten, der Landschaft, den Naturgeräuschen und der Stille, so van Bel.


Foto oben: Sigune von Osten und Marco van Bel informierten über die nächste Ausstellung im Schloßparkmuseum und in der Römerhalle


Der Künstlere Kenbo (rechts) und seine Helfer.