Oberbürgermeisterin Kaster-Meurer: Vielfältige Attraktivität des Rotenfelses bewahren


„Das beeindruckende Felsmassiv Rotenfels ist Naturschutzgebiet und zählt seit dem Jahr 2005 zum FFH-Gebiet „Nahetal zwischen Simmertal und Bad Kreuznach“. Es beheimatet eine Vielfalt von seltenen Pflanzen und Tieren. Durch die Biotopbetreuung wird ein gezielter Beitrag zur Pflege dieser Lebensräume geleistet, was zudem den ökologischen Tourismus in der Region unterstützt, “ so SGD Nord Präsident Dr. Ulrich Kleemann.

Im Jahr 2016 wurden im Landkreis Bad Kreuznach 63 Maßnahmen mit einer Gesamtsumme von rund 120.000 Euro im Rahmen der Biotopbetreuung durchgeführt. Für den Teilbereich des Rotenfels stellten die Biotopbetreuer Dorothea Kortner und Rudolf Twelbeck Pflegemaßnahmen vor. Zum Erhalt und zur Offenhaltung der artenreichen Wiesen und Trockenrasen werden Mahd und partielle Freistellung auf dem Plateau durchgeführt. Zum Schutz dieser sensiblen Flächen und der dort lebenden Tiere, sind Maßnahmen zur Lenkung von Besuchern, beispielsweise durch Handläufe entlang der Wanderwege des Rotenfels, geplant. Als Obere Naturschutzbehörde ist die SGD Nord für die Organisation und Bereitstellung von finanziellen Mitteln für Biotopflegemaßnahmen verantwortlich. Im Bereich der SGD Nord wurden für die Biotopbetreuung im Jahr 2016 über eine Millionen Euro ausgezahlt.

„Ich danke allen Beteiligten, insbesondere den Biotoppflegern und für das starke ehrenamtliche Engagement, dem  Deutschen Alpenverein, Sektion Nahegau, namentlich Dietmar Brachat (1. Vorsitzender), Wolfgang Wenghoefer (2. Vorsitzender) und Ralf Christmann (Naturschutzreferent). Sie alle tragen maßgeblich dazu bei, die besondere Fauna und Flora im Naturschutzgebiet Rotenfels zu schützen, zu pflegen und den mediterranen Charakter dieser einzigartigen, geologischen Region zu erhalten und weiterzuentwickeln“, so Dr. Kleemann.

Das FFH-Gebiet „Nahetal zwischen Simmertal und Bad Kreuznach“ ist 5.068 Hektar groß. Das nahezu einen Kilometer breite Nahetal der Sobernheimer Talweitung zwischen Martinstein/Simmertal und Schlossböckelheim geht flussabwärts bis Bad Kreuznach in das enge Nahe-Alsenz-Felsental über, den markantesten und beeindruckendsten Abschnitt des mittleren Nahetals. Das Nahe-Alsenz-Felsental zeichnet sich durch tief eingeschnittene, enge Talbereiche, steile Felswände und landschaftlichen Vielfalt aus.

Der Rotenfels bei Bad Münster am Stein-Ebernburg ist die bundesweit höchste, freistehende Felswand außerhalb der Alpen. Sie ist über 200 Meter hoch und einen Kilometer lang. Die senkrechte Wand wird durch Kamine, Türme und Grate gegliedert. Hier leben wärme- und trockenheitsliebende oder auf Felsen spezialisierte Pflanzen und Tierarten.  Darunter die gefährdeten Heuschreckenarten Rotflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda germanica) und Westliche Steppen-Sattelschrecke (Ephippiger ephippiger), die Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), der Wanderfalke (Falco peregrinus) und zahlreiche Schmetterlings- und Prachtkäferarten. Die Vegetation der Felsen wird von einem vielfältigen Mosaik aus Steppenrasen, Halbtrockenrasen, wärmeliebenden Gebüschen und sogenannten Felsgrusfluren gebildet. Dort ist der Fels zerfallen, hier siedeln sich Moose und Flechten an. Floristische Besonderheiten sind beispielsweise mehrere Federgrasarten (Stipa sp.), das sehr seltene Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina) oder der Diptam (Dictamnus albus), eine Staudenart, die aufgrund ihrer hochentzündlichen ätherischen Öle auch als „Brennender Busch“ bezeichnet wird.

Weitere Informationen unter: www.sgdnord.rlp.de


Foto: v.l.n.r.: Daniel Jacoby (Untere Naturschutzbehörde Bad Kreuznach), Dietmar Brachat (1. Vorsitzender Deutscher Alpenverein, Sektion Nahegau), Armin Heise (Untere Naturschutzbehörde Bad Kreuznach), Markus Lüttger (Bürgermeister VG Rüdesheim) Martin Kress (Bürgermeister OG Traisen), Dr. Heike Kaster-Meurer (Oberbürgermeisterin Stadt Bad Kreuznach), Dr. Ulrich Kleemann (SGD Nord Präsident), Ralf Christmann (Naturschutzreferent Deutscher Alpenverein, Sektion Nahegau), Dorothea Kortner (Biotopbetreuerin), Rudolf Twelbeck (Biotopbetreuer), Wolfgang Wenghoefer (2. Vorsitzender Deutscher Alpenverein, Sektion Nahegau) 


Text und Foto: SGD Nord