Jugendberufsagentur im Landkreis Bad Kreuznach geht an den Start


Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer hält es für wichtig, dass Fragen zur persönlichen Lebenssituation Jugendlicher vor der Aufnahme einer Ausbildung geklärt und berücksichtigt werden. „So können Ausbildungsabbrüche verhindert werden. Ich denke da besonders an die minderjährigen Flüchtlinge, die ohne Begleitung zu uns gekommen sind, und um die wir uns sehr intensiv kümmern“. Für die Leiterin des Amtes für Kinder und Jugend, Sabine Raab-Zell, kommt der Start der Jugendberufsagentur zu einem „günstigen Zeitpunkt“. Denn parallel startet das Förderprogramm „Jugend stärken im Quartier“, das im Pariser Viertel und im Stadtgebiet Tilgesbrunnen ebenfalls Jugendlichen im Übergang Schule/Ausbildung helfend zur Seite steht.

Landrat Franz-Josef Diel hofft, dass Kinder und Jugendliche aus Familien, die von der Grundsicherung leben, Alternativen zu ihrer gewohnten Lebenssituation kennenlernen und dadurch Impulse für ein selbstbestimmtes Leben bekommen. Hierbei hält er auch die Vernetzung mit den regionalen Schulen für wichtig, um möglichst früh nahtlos am Übergang von der Schule in den Beruf zusammenarbeiten zu können.

Das Ende der Schulzeit markiert einen Meilenstein junger Menschen auf ihrem Weg in das Erwachsenenleben. Erstmals besteht die Freiheit, die eigene Zukunft in die Hand zu nehmen. Diese Unabhängigkeit kann auch überfordern. Insbesondere leistungsschwächere und sozial benachteiligte Jugendliche brauchen – das zeigt die Erfahrung – kontinuierliche Begleitung und Unterstützung. “Mit einer Anlaufstelle steigt die Chance, dass keiner verloren geht“, betonen Bruno Eckes und Klaus Lang von der Geschäftsführung des Jobcenters Bad Kreuznach und nennen damit das Leitmotiv der Zusammenarbeit unter dem Dach der Jugendberufsagentur.

Konkret ermöglicht die Jugendberufsagentur die Abstimmung der Unterstützungsangebote zwischen den Trägern, sobald ein Jugendlicher Hilfen aus mindestens zwei der drei Rechtskreise erhält. Voraussetzung ist natürlich, dass das Einverständnis desjenigen oder - im Falle der Minderjährigkeit – das seiner Eltern vorliegt. Transparenz für den Jugendlichen schafft die Anlaufstelle: Ab sofort werden im Jobcenter an beiden Standorten Bad Kreuznach und Kirn jeweils am letzten Donnerstag im Monat von 14 bis 17 Uhr gemeinsame Beratungszeiten angeboten.

Orientierung bieten und ganz praktisch helfen steht für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter, des Jobcenters und der Berufsberatung der Arbeitsagentur im Vordergrund ihrer Arbeit. Elmar Wagner, Leiter der Agentur für Arbeit, hat großen Respekt vor der Beratungsleistung, mit der die Betreuer ihre Schützlinge gezielter an Beruf und Arbeit heranführen. „Diese Kolleginnen und Kollegen arbeiten täglich an den Gründen für Perspektivlosigkeit. Sie können besser helfen, wenn sie die Situation Jugendlicher ganzheitlich kennen und berücksichtigen“, erklärt Wagner. Dabei ist die Berufsberatung individuell und neutral, orientiert sich an Neigung und Eignung des Jugendlichen und erfordert demnach sehr unterschiedliche Intensität.

Im Vergleich zu den Nachbarlandkreisen Birkenfeld und Rhein-Hunsrück bleiben im Landkreis Bad Kreuznach mehr Jugendliche ohne Ausbildungsplatz (49 im September). Die Zahl der Familien, die von der Grundsicherung leben, konzentriert sich innerhalb des Landkreises stark auf die Städte Bad Kreuznach und Kirn.

 

Beratung in Bad Kreuznach: Jeden letzten Donnerstag im Monat von 14 bis 17 Uhr im Jobcenter Bad Kreuznach in  Bad Kreuznach, Viktoriastr. 36, 55543 Bad Kreuznach.


Foto: Für die Stadt Bad Kreuznach unterzeichnete die Leiterin des Amtes für Kinder und Jugend, Sabine Raab-Zell (links sitzend) , den Kooperationsvertrag.