Vom Castrum zur Osterburg - Das römische Kastell von Bad Kreuznach


I Vom Castrum zur Osterburg - Das römische Kastell von Bad Kreuznach

Vortrag: Donnerstag, 10. Juli 2014, 19.00 Uhr, Römerhalle
Arno Braun M.A., Universität Mainz

Wer heute die Gensinger Straße in Richtung Stadtzentrum benutzt, dem mögen auf Höhe des Schulkomplexes „Am Römerkastell“ bescheidene Reste einer Mauer aufgefallen sein. So unscheinbar sie heute sind, waren sie doch einmal Teil einer spätantiken Festungsanlage von beeindruckenden Dimensionen. Ihre Errichtung fällt in eine Zeit großer Umwälzungen, in denen es nötig schien, wichtige römische Siedlungen und das Umland mit seiner hoch entwickelten Infrastruktur besonders zu schützen. Das Kreuznacher Kastell belegt somit die besondere Bedeutung des antiken Ortes und der Verkehrsachse, die aus Mainz und vom Rheintal ins Landesinnere führte. Die Anlage überdauerte aufgrund ihrer soliden Ausführung den nicht mehr abzuwendenden Untergang des Römischen Reiches um Jahrhunderte. In fränkischer Zeit besteht in ihrem Inneren eine Siedlung mit Kirche und Bestattungsplatz, für das Hochmittelalter ist der Name Osterburg überliefert. Zuletzt gerät der Ort durch die aufstrebende Stadt Kreuznach verkehrstechnisch ins Abseits.

Der Vortrag möchte Sie mitnehmen auf eine Reise in die Spätantike und Ihnen den politischen Hintergrund vermitteln, der das römische Kreuznach nachhaltig veränderte und ihm eine Festung bescherte. Im Mittelpunkt steht dabei das Kastell. Sie erfahren Wissenswertes über dessen Forschungsgeschichte und seine Funktion in antiker Zeit. Anhand einer erst kürzlich fertiggestellten, digitalen Rekonstruktion erhalten Sie eine konkrete bildliche Vorstellung von der Anlage. Entstehung und ausgewählte Details werden kritisch erläutert. Der darauf folgende Teil des Vortrages nimmt sich der mittelalterlichen „Nachnutzung“ bis zum Ende der Osterburg an und zeichnet so die Züge einer Entwicklung nach, die sich in die größeren geschichtlichen Zusammenhänge einfügt.

II Pantera, der geheimnisvolle Vater Jesu und der Grabstein des Tiberius Julius Abdes Pantera

Vortrag: Sonntag, 13. Juli 2014, 15.00 Uhr, Römerhalle
Karl-Ulrich Nordmann, Bad Kreuznach

In der Römerhalle Bad Kreuznach ist das Grabmal des römischen Soldaten Julius Tiberius Abdes Pantera, das zusammen mit weiteren Soldatengrabmälern im 19. Jahrhundert in Bingerbrück gefunden wurde, ausgestellt.

Der Grabstein zeigt den Verstorbenen mit seinen Waffen: Dolch, Langschwert, Pfeil und Bogen.

Die Inschrift nennt nicht nur den Namen, sondern gibt auch Auskunft über Herkunft, Alter, Dienstjahre und Waffengattung des Dargestellten. Das Denkmal genießt internationale Beachtung, weil es literarische Zeugnisse des 2. Jhdts. n. Chr. gibt, nach denen nicht der jüdische Zimmermann Joseph, sondern ein römischer Soldat mit dem Namen Pantera der Vater Jesu sein soll.

Der Vortrag skizziert anhand der Inschrift des Grabsteines das Soldatenleben des Pantera und  erläutert, was es mit der Behauptung auf sich hat, dieser sei der Vater Jesu.

 

In Kooperation mit dem Verein für Heimatkunde Bad Kreuznach