Fast 300 Vorschläge für „Mehr Bus“ ausgewertet


Ergebnisse der ersten Auswertung und Zusammenfassung

1. Ein großes Anliegen der meisten Teilnehmer und Teilnehmerinnen ist die Erweiterung der Buszeiten morgens und abends. Argumente waren hier:

  • Schichtarbeiter können den Bus nicht nutzen, weil so früh oder so spät keine Busverbindung angeboten wird. Mancher Arbeitsplatz kommt deswegen nicht in Frage. Zitat: „Leute können Jobs nicht annehmen, weil sie nicht mit dem Bus dorthin kommen.“
  • Auf verlängerte Öffnungszeiten der Geschäfte und auf Einkaufsmöglichkeiten am Stadtrand sollte reagiert werden, sodass sowohl das Verkaufspersonals, als auch die Kunden mit dem Bus mobil sein können.
  • Abendveranstaltungen wie Konzerte, Vorträge und Erwachsenenbildung könnten zwar zum Teil noch mit dem Bus erreicht werden, aber wie geht es wieder zurück? Und wie kommen die jungen Disco-Tänzer sicher nach Hause, ohne Alkohol am Steuer?

2. Sehr stark war der Wunsch das Angebot am Wochenende zu erweitern:

  • Zitat: "Es wäre doch schön, wenn die Kuhberg-Linie wenigstens nachmittags bis ins Ausflugsgebiet durchführe und das nicht nur am Wochenende." Eine andere Stimme: "Gut wären am Wochenende bessere Ausflugsmöglichkeiten ins Umland."
  • Vielfach wurde auch die Möglichkeit mit dem Bus am Sonntagvormittag zum Gottesdienst zu fahren vermisst: Zitat "Sollte es am Sonntagmorgen nicht passende Fahrtmöglichkeiten z. B. zum zentralen Gottesdienst in der Kreuzkirche geben?“

3. Ein weiteres oft angesprochenes Problem sind die Anschlüsse zwischen Bus und Bahn. Dazu einige Stimmen:

  • Pendler möchten noch um 5:28 Uhr den Zug nach Frankfurt erreichen. Andere kommen um 20:25 Uhr oder 21:25 Uhr von dort zurück ohne irgendeinen An­schlussbus: „Also muss ich auch morgens mit dem Auto in die Stadt!“ Ein Be­hinderter klagt: „Ich komme oft mit dem Zug nach 20:20 Uhr an. Es fährt nichts mehr. Außer Taxen. Sie sind zu teuer. Ich bin gehbehindert. Es sind immer drei Kilometer oder mehr.“
  • Am Wochenende kommt man für einen Anschlussbus sogar zu spät an, wenn man mit den Zügen gegen halb acht eintrifft. Und gerade sonntags sind die späten Züge vollbesetzt.
  • Und könnten nicht wenigstens die letzten Busse verspätete Züge abwarten? Selbst mit verspäteten Bussen ist der Anschluss an Busse des gleichen Un­ternehmens nicht gesichert. Lässt sich nicht vermeiden, dass man nur die Rücklichter eines Busses sieht, weil ein fahrplanmäßiger Anschluss nicht vor­gesehen ist? Oder weil der Bus nach Kreuznach nicht den aus Feilbingert  abwartet?

4. Ein weiterer Bereich betrifft die Frage, wo Buslinien fehlen oder die Streckenführung einer Linie verändert werden sollte. Besonders in Verbindung mit dem Einkaufen wurde dieser Punkt genannt:

  • Schwabenheimer Weg und Mainzer Straße mit den großen Einkaufsmärkten sind ungenügend angeschlossen. Gewünscht wird eine verbesserte „Er­reichbarkeit der Außengebiete (Bauhaus, Lüning, Edeka etc.)“.
  • Mindestens an Markttagen sollte es gute Verbindungen zum Kornmarkt ge­ben. Gewünscht wird eine Citylinie mit einem kleinen Bus, der regelmäßig vom Bahnhof über Bourger Platz, Kornmarkt, Badeallee, Kaiser-Wilhelm-Straße, Salinenstraße wieder zum Bahnhof fährt und somit den Wochenmarkt und das Kurgebiet an den ÖPNV anbindet.
  • Im Gebiet südwestlich der Mannheimer Straße gibt es keine Geschäfte; eine Querverbindung zum Einkaufszentrum am REWE-Kreisel an der Alzeyer Straße könnte helfen.

5. Anregungen zu Linienführungen, Halten und Fahrzeiten wurden ebenfalls gegeben:

  • Abweichungen von der Linienführung wurden als störend bezeichnet, so z. B. bei der Linie 201 am Wochenende. Speziell bei den Bussen nach Planig/Ippesheim sind Fahrzeiten und Fahrtrouten so voller Abwechslung, dass man sich die Abfahrtzeiten nicht merken kann.
  • Eine Haltestelle bei Fleischauer sollte in die Linienführung integriert werden um den Busverkehr an den neuen Zugang zum Bahnhof in der Bosenheimer Straße anzubinden.

Ende Juni 2013 wird die Lokale Agenda 21 die Auswertung der vielen nützlichen Anregungen fortsetzen. Im zweiten Teil sollen dann die Themenbereiche Service, Tarifgestaltung, Taktdichte und innovative Lösungsvorschläge genauer unter die Lupe genommen werden. Auch diese Ergebnisse werden wieder über die örtliche Presse bekanntgemacht werden. „Wir als Kenner und Nutzer des ÖPNV sind gerne bereit, die VGK und die ORN zu unterstützen.“