Schafen und Ziegen „arbeiten“ als „ökologische Rasenmäher“ im Stadtwald


Vom Forsthaus Spreitel geht es noch etwa  einen Kilometer in Richtung Wald und dann links zum parallel verlaufenden Wanderweg. Die Tafel ist in der Nähe einer Sitzgelegenheit aufgestellt. Von hier kann man den schönen Blick auf den Rotenfels genießen. In der Vergangenheit  war es auch für den Bad Kreuznacher Stadtwald üblich, Schafen, Kühen, Schweinen oder Ziegen dort weideten. Die Bad Kreuznacher Landwirte durften ihr Vieh in den Wald treiben. Die Rheingrafenstraße diente früher als ‚Kuhweg‘. Der im Bad Kreuznacher Sprachgebrauch bekannte Kuhberg hat seinen Namen daher.

Die historische Bedeutung des Waldstücks ‚Schäferplacken‘ deutet auf die ursprüngliche Nutzung durch Schafbeweidung, ausgedrückt in dem Wort Schäfer, hin. Hinweise findet man auch in der Beschreibung alter Flurnamen (Geib, K. Historische Topographie von Kreuznach, 1937). Hier heißt es, dass der Schäferplacken des Spreitels in den Jahrhunderten, in denen Kreuznach als Landstädtchen starken wirtschaftlichen Einschlag hatte, Viehweide gewesen ist.

Eine Beweidung hat allgemein  zur Folge, dass diese  Flächen nicht so dicht mit Bäumen bestanden waren oder sogar größere offene Heideflächen sich mosaikartig im Bad Kreuznacher Stadtwald verteilten.  Diese sind heute wichtige Zeugen einer ehemals bäuerlichen Landwirtschaft in Bad Kreuznach, die mit verdeutlichen, dass der Wald jahrhundertelang eine wichtige Grundlage für die Ernährung darstellte.

Die hieraus entstandenen unterschiedlichen Vegetationsstrukturen sind gleichzeitig Lebensräume für spezielle Tierarten. Auch für den Bereich im Bad Kreuznacher Stadtwald finden sich Hinweise in einer wissenschaftlichen Arbeit vom Ministerium für Umwelt und Forsten auf eine  seltene Vogelart mit dem kuriosen Namen Ziegenmelker. Er ist auf diese vergrasten  Räume im Wald angewiesen.

Fragen zu diesem Thema beantwortet auch Revierförster Ralph Barme beantworten, der in Zusammenarbeit mit der Landespflegerin der Stadt Bad Kreuznach Ingrid Schulz, das Konzept erarbeitet hat und für die Durchführung der Pflegemaßnahmen zuständig ist.