Bauhof fit für den Winter, Solesprüher ist da!


Es sind zwar 800 Tonnen Streusalz eingebunkert. Aber Bauhofleiter Erwin Elfeld schätzt, dass bei vergleichbaren winterlichen Verhältnissen rund 20 Prozent weniger benötigt werden als im Vorjahr. Grund hierfür ist der Solesprüher, der für rund 30.000 Euro angeschafft wurde. Sein Tank umfasst 4.000 Liter Sole, die die städtische Gesellschaft GuT liefert. Gewonnen wird die Lösung, die anstelle von Salz versprüht wird, aus den Solequellen im Salinental. Sie wird angereichert aus den Gradierwerken abgepumpt. Sie ist bis etwa minus fünf Grad Celsius einsetzbar und spart bezogen auf die gestreute Straßenlänge zu ca. 20 bis 25 Prozent Kosten ein.

Der Fuhrpark des Bauhofes ist in den vergangenen Jahren bereits ergänzt und modernisiert worden. Drei weitere Lkw mit Feuchtsalzstreuer und Schneepflügen stehen für den Straßenwinterdienst zur Verfügung. „Wir haben den Winterdiensteinsatzplan überarbeitet und dabei Erfahrungen der vergangenen außergewöhnlichen Winter berücksichtigt, unser Personal geschult, Winterdienstgeräte gewartet und auf Funktionsfähigkeit überprüft“, so Elfeld.

Personaleinsatz und Material kosten je nach Witterung im Durchschnitt 300.000 € jährlich. In den vorausgegangenen beiden strengen Wintern waren es sogar mehr als 400.000 €.

Von November bis März organisiert die Stadt den Winterdienst. „Rund 70 Kilometer Straßen, 15 öffentliche Parkplätze, 20 Kilometer Radwege, 35 Fußgängerüberwege, 20 Bushaltestellen einschließlich Busbahnhof Europaplatz und nachrangig 10 Kilometer Wanderwege. Um 3:30 Uhr kontrolliert ein Mitarbeiter die Straßen und Brücken auf Straßenglätte und ab 4.00 Uhr werden je nach Wetterlage bis zu 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Einsatz sein, um die Verkehrssicherheit für die morgendlichen Verkehrsteilnehmer auf den wichtigsten Straßen und städtischen Bürgersteigen im Stadtgebiet möglichst rasch zu gewährleisten“, so Beigeordneter Heinrich. Seit einigen Jahren verfügt der Bauhof über ein sehr zuverlässiges Wettermeldesystem. Messpunkte sind der Kornmarkt, der Kuhberg, der Martinsberg und der Agnesienberg. Die Prognosen für drei Tage versetzen den Bauhof in die Lage vorbeugend zu planen und frühzeitig zu reagieren. Mit dem neuen Solestreuer kann nun auch präventiv, das heißt vorbeugend gestreut werden, wenn kurzfristig Wetterwarnungen per SMS auf die Handys der Einsatzleitung eingehen.

Die Stadt beschränkt sich nicht darauf, nur die verkehrswichtigen und gefährlichen Stellen ab etwa 4 bis 20 Uhr abzustreuen. In den Streuplan sind alle Straßen mit Buslinien, zu Schulen und Krankenhäusern sowie sonstigen Einrichtungen mit großem Publikumsverkehr aufgenommen. „Wir bitten jedoch um Verständnis, wenn wir uns bei starken und anhaltenden Schneefällen oder bei Eisregen auf den gesetzlich vorgeschriebenen Winterdienst auf verkehrswichtigen Straßen der Priorität 1 (sog. Durchgangsstraßen) konzentrieren müssen und Winterdienst auf nachrangigen Straßen erst geleistet werden kann, wenn es die Kapazitäten zulassen.“ führt Wolfgang Heinrich weiter aus.

Er bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis für Behinderungen durch die Streufahrzeuge sowie um den an den Straßenrand geschobenen Schnee, der evtl. zusätzliche Arbeiten für das Räumen der Gehwege durch die Anlieger verursacht. 

Für die durch die Stadt zu betreuenden Gehwege vor städtischen Gebäuden und Grundstücken sowie dort wo es keine Anlieger gibt, sind 15 kleinere Fahrzeuge im Einsatz. Besonders arbeitsintensiv sind die 20 Gehwegstreubezirke an städtischen Flächen, weil dort wegen der geringen Breite überwiegend mit der Hand Schnee geräumt oder gestreut (grundsätzlich Splitt) werden muss.

Beigeordneter Wolfgang Heinrich weist darauf hin, dass nicht nur die Stadt ihren Part für den Winterdienst zu erfüllen hat. Ebenso wichtig ist es, dass die Bürgerinnen und Bürger vor ihrer eigenen Haustür die Gehwege von Schnee und Eis frei hielten. Der Dezernent erinnert daran, dass dabei grundsätzlich kein Salz, sondern Splitt gestreut werden darf.

Die Bürger sind nach der Satzung verpflichtet, einen ausreichend breiten Streifen von Schnee und Eis frei zu halten. Die Gehwege sind, falls erforderlich, auch mehrmals am Tag zu streuen und von Schnee zu räumen. Diese Verpflichtung gilt zwischen spätestens 7 und 20 Uhr. Die Stadt hat im vergangenen Jahr beobachtet, dass die Streu -und Räumungspflicht vor der eigenen Tür oftmals nicht erfüllt wurde. Wolfgang Heinrich appelliert daher an die Bürger, im Interesse der Nutzer der Gehwege, insbesondere der behinderten und älteren Menschen sowie der Schulkinder, die Räum- und Streupflicht ernst zu nehmen. „Rechtzeit mit Streugut eindecken, damit keine Engpässe entstehen und Fußgänger, insbesondere ältere Menschen geschützt werden“, empfiehlt Erwin Elfeld, Bauhofleiter.

In den städtischen Verwaltungsgebäuden liegen Flyer mit weiteren Winterdienst-Informationen aus.

Foto: Timo Becker, Erwin Elfeld und Wolfgang Heinrich begutachten den neuen Solesprüher

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