BKEG zu Radon: Aufklärung statt Panikmache


Die BKEG hatte zu einem Pressegespräch eingeladen, nachdem der Landesrechnungshof in Zusammenhang mit einer möglichen Radonbelastung  Bad Kreuznach als geeigneten Standort für Behördenneubauten in Zweifel zieht. Ganz im Gegensatz zu Justizminister Jochen Hartloff, der sich  in einem Zeitungsinterview zum Gewerbepark General Rose als Standort für das neue Justizzentrum in Bad Kreuznach bekennt. „Wir hoffen, dass die Aussagen des Ministers wesentlich dazu beitragen, die Diskussion über das landesweite Thema Radon auf eine sachliche Basis zu stellen“, sagt BKEG-Geschäftsführer Dietmar Canis. Denn der Landesrechnungshof hat mit seiner Aussage in Bad Kreuznach für große Irritation und Besorgnis ausgelöst. „Erste Kaufinteressenten für Grundstücke in unseren Gebieten bzw. Eigentümer haben sich bereits an uns gewandt“, so Canis weiter.

 Daher setzt die BKEG auf sachliche Aufklärung, um damit neben einem Image- auch einen wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Schützenhilfe gibt es dabei auch von Sanitätsrat Dr. Hans Jöckel, der medizinische Leiter des Bad Kreuznacher Radonstollens, in dem seit 100 Jahren die Schmerzen von Rheumapatienten mit großem Erfolg wesentlich gelindert werden.  „Bei Bergleuten, die viele Jahre unter Tag arbeiten und dabei mit Radioaktivität in Berührung kommen, gibt es eine höhere Zahl von Lungenkrebsfällen.“  Das habe aber mit dem Radon im Boden oder in der Raumluft in Häusern übehaupt nichts zu tun. Zusammenhänge mit Krebserkrankungen seien bislang nur Theorie und nicht bewiesen, so der international anerkannte Epxerte auf diesem Gebiet.  

 Die BKEG hat im Februar vom Landesbetrieb Liegenschaften und Baubetreuung (LBB) erfahren, dass auf dem Gelände des geplanten Justizzentrums im Gewerbepark General Rose erhöhte Radonwerte (Schadstoffstufe 2, 51 bis 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumnluft)) gemessen wurden. Dies ist die Schadstoff-Stufe, die im Übrigen für die meisten Städte und Gemeinden im Lande gilt. Daraufhin wurden im April konkrete Messungen bei Dr. Bert Rein  in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse liegen Ende Mai vor und werden im Rahmen einer Bürgerversammlung der Stadt am Montag, 4. Juni, 19 Uhr, im Haus des Gastes vorgestellt. Auch Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer ist es ein Rätsel, wie der Landesrechnungshof eine „ganze Stadt in Frage stellen kann.“ Auch sie fürchtet, dass dadurch Bad Kreuznach in seinem „Aufschwung gebremst wird.“  Das Wachsen als großes Mittelzentrum habe man der Konversion zu verdanken, die das Land mit großen Mitteln finanziell fördert.   

 Bereits im April  hat die BKEG Kaufinteressenten über mögliche Radonbelastungen informiert bzw. diesen Hinweis auch in die Kaufverträge aufgenommen. „Wir nehmen nichts auf die leichte Schulter, verwahren uns aber vor Panikmache“,  stellt Geschäftsführer Canis klar. Alle Grundstückskäufer erhalten zudem die auf ihrem Boden gemessenen Werte.  Dazu der Gutachter Dr. Rein: „Selbst wenn die Messungen erhöhte Werte bestätigen sollten:  Dieses Problem lässt sich bei Neubauten leicht und mit geringen Mehrkosten lösen.“

 Empfohlen werden eine radondichte Folienabdichtung unter der Bodenplatte und an den vertikalen erdberührenden Wänden.

 In einer Wohnung in der Steubenstraße („Rheingrafenblick“) wurden im Erdgeschoss 30 Becquerel pro Kubikmeter  Raumluft   gemessen. Das Ergebnis liegt weit unterhalb des von der Weltgesundheitsorganisaion vorschlagenen Referenzwertes von 100 Becquerel pro Kubikmeter Raumluft. Diese Unterlagen stellte der Eigentümer, der sich an der landesweiten Messung beteiligte,  der BKEG zur Verfügung.

 

Foto: Sie nahmen zum Thema Radon in Bad Kreuznach Stellung: Thomas Müller (BKEG), Dr. Bert Rein, Dr. Hans Jöckel, Dr. Heike Kaster-Meurer, Dietmar Canis und Rolf Riecker (BKEG)

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