Bad Kreuznach will „Fair-Trade-Stadt“ werden


Bedrückende Stille im Stadtratssitzungssaal. Schülerinnen und Schüler der Klasse 10c des Gymnasiums an der Stadtmauer hatten in ihrem Vortrag über Kinderausbeutung auch einen Filmausschnitt  über „moderne Sklavenarbeit“ von kleinen Kindern in einem indischen Steinbruch gezeigt. Für den Rat ein Grund mehr, der Unterzeichnung der Millenniumserklärung des Deutschen Städte- und Gemeindebundes zuzustimmen. Demnach will die Stadt als erste  Umsetzung der Ziele für eine bessere und gerechtere Welt sicherstellen, dass die von ihr bestellten Produkte nicht aus ausbeuterischer Kinderarbeit stammen. Dazu muss der Hersteller bzw. Lieferant einen entsprechenden Fragebogen ausfüllen. „Herzlichen Dank für Euer Engagement“, gratulierte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer der Klasse. Gefördert und motiviert von ihrer Erdkundelehrerin, der Direktorin Dr. Annegret Schwarz, sind die Jugendlichen auch im Aktionsprogramm der Lokalen Agenda 21 dabei. Sie kooperieren  mit dem Eine-Welt-Laden, dessen Vorsitzende Ilse  Rapp die Ratsmitglieder nicht nur über Produkte aus dem Fairen Handel informierte. Sie hatte auch Kostproben von Kaffee, Tee, Saft, Schokolade und Gebäck aus dem Anbau und Handel der Kleinbauern, die sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen haben, mitgebracht.

Die Stadt wird künftig ihre Gäste mit fair gehandeltem Kaffee bewirten und ihre Präsentkörbe mit mindestens zwei fair gehandelten Produkten bestücken. In Bad Kreuznach bieten bereits 20 Einzelhandelsgeschäfte und fünf Gastronomie-Betriebe fair gehandelte Produkte an.      

Mit dem Stadtratsbeschluss erfüllt Bad Kreuznach alle Kriterien, sich am Wettbewerb um den  Titel „Fair-Trade-Stadt“ zu beteiligen. Dieser Titel wird durch Trans Fair ev. für zwei Jahre vergeben. 

Foto: Die Klasse 10c des Gymnasiums an der Stadtmauer hielt einen Vortrag über Kinderausbeutung in der Dritten Welt. 

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