Auch der Brückenbogen über dem Mühlenteich ist marode


Der Zustand des 700 Jahre alten Brückenbogens über dem Mühlenteich ist schlechter als bislang vermutet.  Dies ist das Ergebnis eines weiteren Gutachtens. Damals wurde die Brücke aus vulkanischem Gestein mit Kalkmörtel gebaut. „Die Festigkeit des Gesteins lässt zu wünschen übrig“, demonstrierte Dr. Bertram Kühn, Prüfingenieur und Brückenexperte von Verheyen-Ingenieure vor Ort, wie brüchig das Gestein ist.

Das hat zur Konsequenz, dass der Brückenbogen nur sich selbst noch trägt und alle Last auf der Betonplatte liegt, die aber durch den hohen Chloridgehalt so marode ist, dass sie erneuert werden muss. Die Einwände der Bürgerinitiative, dass der Denkmalschutz den Austausch der Fahrbahnplatte nicht genehmigt, teilt  Kühn nicht.  „Gegen statische Gründe wird man sich nicht verwehren.“  Die Denkmalschutzbehörde war zu allen Phasen  des Planungs- und Entscheidungsprozesses, sei es in den Workshops oder beim Architektenwettbewerb eingebunden gewesen, stellte Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer klar. „Da gab es keine Bedenken, Im Gegenteil. Im Preisgericht wurde ebenfalls dem Siegerbeitrag zugestimmt.“ Der sieht eine moderne Nahebrücke mit nur einem Pfeiler vor. Die BI hingegen wünscht den Neubau mit zwei Pfeilern, eine Bogenbrücke, die historisierend mit Natursteinen verkleidet wird. Doch mehrere Pfeiler lehnt die Wasserbehörde, die SGD Nord, aus Gründen des Hochwasserschutzes ab. „Ein Durchlass von 18 Metern war deren klare Forderung“, so Dr. Kühn.      

 Sollte man in dieser Phase nochmal umplanen, entstünden Mehrkosten in einem hohen sechsstelligen Bereich, verdeutlichte Dr. Kühn. Doch dem erteilte die Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer erneut eine Absage. „Wir haben einen eindeutigen Stadtratsbeschluss.“ Und im Hinblick auf das Argument, man könne die Kosten senken, indem man die Traglast der Brücke deutlich reduziere. „Wir wissen nicht, wie künftige Generationen diese Brücke nutzen wollen. Also müssen dafür alle Optionen möglich bleiben.“  Sie hofft, dass nun endlich zügig mit dem Brückenschlag begonnen wird. Das ist auch Interesse der betroffenen Geschäftsleute. Im Herbst soll als erster Schritt die Behelfsbrücke über die Nahe gebaut werden, bevor im Februar/März Abriss/Neubau und die Sanierung der Mühlenteichbrücke beginnen.


Foto: Die Verheyen-Ingenieure Dr. Bertram Kühn und Martin Hofmann zeigen Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer und BI-Sprecher Robert Kämpf wie brüchig das Gestein im Brückenbogen ist. 

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