Haus der Stadtgeschichte

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Charlotte Eberwien schreibt und fotografiert für das Corona-tagebuch

Kommunionsfeier in der Coronazeit


Im Vorgespräch mit 9 Kommunionskindern und dem Pfarrer bewunderte ich die besinnliche und disziplinierte Haltung dieser jungen Menschen. Da sie sich Monate lang nicht auf die Kommunionsfeier vorbereiten konnten, war es notwendig, alles Wissenswerte für die Kommunion neu aufzufrischen. Dies geschah durch den Pfarrer in sehr einfühlsamer und rücksichtsvoller Weise. Wegen der anhaltenden Hitzewelle gab es vom Pfarrer in der Pause ein leckeres Eis für jedes Kind und jeden Sitzungsteilnehmer. Auch ich, als beauftragte Fotografin, erhielt diverse hilfreiche Informationen und Anweisungen vom Pfarrer.

Vier Tage später fand die offizielle Kommunionsfeier in der Katholischen Kirche von Hargesheim statt. Natürlich waren alle 9 Kinder aufgeregt und nervös, aber auch voller Freude auf diese Feier. Jedes Elternpaar durfte mit maximal 6-8 Verwandten oder Freunden an der Feier teilnehmen. Dabei wurde ein Abstand von mindestens 2 Metern zu den anderen Familien eingehalten und beim Beten und Singen trugen alle die Mund-Gesichts-Maske, auch die Kommunionskinder auf dem Altar. Es ist dem Pfarrer zu verdanken, dass die Kinder in einer geborgenen und liebevollen Weise die Heilige Kommunion erleben durften. Seine ruhige und freundliche Art tat allen richtig gut.

Da die Corona Epidemie viele Änderungen im Ablauf der Kirchenfeier bedingt, die Zahl der Kirchengäste erheblich reduziert und die Gesichtsmaske weder Mimik noch Gefühle zu erkennen gibt, war es schwer, gar unmöglich, echte Feierstimmung aufkommen zu lassen. Um diesen Verlust bedauere ich die Kinder sehr.  

Ich hoffe, die Kinder haben die Feierlichkeiten als solche wahrnehmen können. Ja, Corona verändert unsere Traditionen und Gewohnheiten sehr und ich hoffe, wir alle können dennoch viel Positives aus all diesen Veränderungen gewinnen.

Charlotte Eberwien, 17.08.2020