Haus der Stadtgeschichte

Neues

Alternative zum Gemüsebeet

Tomatenwachstum auf Rollen


Glücklich ist der Mensch, der einen grünenden, blühenden Garten rings ums Haus sein eigen nennen kann!  Seitdem die Bewegungsfreiheit im öffentlichen Raum durch Corona-Anweisungen eingeschränkt ist, hast du hier eine Insel, auf der dich niemand am Spazierengehen hindern kann. Die Gesichtsmaske ist überflüssig, für  eine Abstandsregelung fehlt die Menschenmenge. Ringsum Flieder, Holunder, dichte Eiben , ein paar Bäume und mehr als ein Dutzend Rosensträucher, ein Stück Rasen und darauf einen Liegestuhl, auf dem du träumend die Grenzen zu den fernsten Urlaubsländern überwinden kannst.

Ich habe Stauden  und Blumenrabatte – was mir fehlt ist ein Gemüsebeet.

Schmerzlich wurde mir dies bewusst, als ich aus einem Gemüse- und Kräuterhof in Hackenheim Tomaten-Pflänzchen mitbrachte. Auch dort hatte Corona zugeschlagen: der Betrieb durfte den lange geplanten Großverkauf auf dem Hof nicht veranstalten, es ging nur Einzelverkauf. Ich wollte den Züchter nicht auf seinen Produkten sitzenlassen, und so hatte ich sechs Pflänzchen der Sorte Ochsenherz erworben, das sind diese dicken, fleischigen, saftigen Tomaten.

 Wir könnten uns Tomaten auch beim Händler kaufen. Aber jeder Kenner wird mir Recht geben: der Saft, der Duft, der Geschmack – keine Handelsware aus den großen Zuchtanstalten kann das Produkt aus dem eigenen Garten ersetzen. Schon gar nicht, wenn es sich um Ochsenherztomaten handelt.

 Bei mir kam mangels Gemüsebeet allerdings nur eine Aufzucht in Kübeln infrage. Und diese Kübel mussten wiederum auf Holzgestellen mit Rollen stehen, damit sie vor herannahenden Gewitterfronten mit drohendem Starkregen unter das Dach des am Gartenrand stehenden Carports bewegt werden konnten. Das bedeutete: jeweils fünf Meter unter Dach und wieder fünf Meter zurück. Es wäre abwegig gewesen, von Fall zu Fall mit einem Regenschirm zur Hilfe zu eilen.

Nachdem die Eisheiligen meinen Pflänzchen nichts anhaben konnten, haben sie nun auch die Starkregen der vergangenen Woche gut überstanden. Allerdings: ich bin zu einem sorgfältigen Wetterbeobachter geworden, immer mit der Hoffnung, dass kein unvermittelter Wolkenbruch der Aufzucht  schaden kann.

Gez Fred Lex, 10. Juni 2020