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Es muss nicht immer das Mittelmeer sein - Corona-Tagebuch

Maar statt Mare – Vulkaneifel war mehr als nur ein Ersatz


Nachdem Corona bedingt unsere geplante Reise nach Sardinien ins Wasser fiel, entschieden wir uns für einen Kurzurlaub in der Vulkaneifel. Wichtige Voraussetzung war der Hinweis im Internet, dass das Naturbad Gemündener Maar in der Nähe von Daun öffnet.  

Und wir waren die ersten, die an der Eingangstür standen und dienten dem Personal daher als Testlauf für die Corona-Schutzauflagen. Wir hatten uns online für zwei der insgesamt knapp 200 zu vergebenden Tickets in der Zeit von 12 bis 15 Uhr angemeldet. Die Wege waren vorgegeben und mit Flatterband abgespannt. Spender mit Desinfektionsmittel standen bereit, für den Weg zwischen Bad und Kiosk musste man die Mundschutzmaske tragen. Die Schwimmmeister und das Personal an der Kasse waren noch entspannt, denn die Besucherzahl an den ersten drei Tagen war sehr überschaubar. Wir genossen die Exklusivität und hatten den See mit Trinkwasserqualität fast für uns alleine.

Hoteliers und Gastronomen merkten wir an, dass sie sehr über den Neustart erleichtert und bemüht um ihre Gäste sind. Die meisten Gäste, so zumindest waren unsere Beobachtungen, verhielten sich diszipliniert und verständnisvoll.  Zu den Qualitätsmerkmalen eines erholsamen Urlaubs gehört auch ein gutes Speise- und Getränkeangebot. Spezialitäten wie das Eifeler Landbier und der Döppekooche (Kartoffeltopfkuchen) schmeckten uns vorzüglich.

Es fehlte uns an nichts. Hinter unserem Gästehaus stehen große alte wunderschöne Pappeln, in einem dahinter liegenden Streifen eines Naturschutzgebietes durftet es nach Wildkräutern. Als kleine Geste des Dankes für einen erholsamen Urlaubstag in Corona-Zeiten nahm ich jeden Abend ein kleines „Waldbad“ und umarmte einen der stolzen Bäume.

Gez. Hansjörg Rehbein, 22. Juni 2020

Foto: Das Gemündener Maar mit Trinkwasserqualität und die Wanderwege rund um das Gewässer sind ein kleines Naturparadies. Foto: Heike Rehbein