Haus der Stadtgeschichte

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Oliver Degen zeichnet und schreibt für das Corona-Tagebuch

Der Angst ein Gesicht geben


Meine gesamte Jugend war durch asthmatische Probleme gekennzeichnet. Deshalb weiß ich, was Atemprobleme sind. So begann mich das Thema Corona auch irgendwann mehr und mehr zu betreffen. Die Beunruhigung führte deshalb auch dazu, mich bildnerisch damit auseinanderzusetzen und der Angst ein Gesicht zu geben.
Die grüne abstrakte Form links drückt Nähe aus, die von den momentanen Umständen verhindert wird und die deshalb auch versteinert wirkt. Die Nacktheit soll die allgemeine Verunsicherung und das Ausgeliefertsein verdeutlichen. Aus dem durch den Schädel verdeutlichten Tod wächst aber neues Leben, der Baum wird zum Teil der etwas Hoffnung ausdrückenden Landschaft des Bildhintergrunds.

Oliver Degen, 29. Mai 2020