Haus der Stadtgeschichte

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Nadine Müller schreibt für das Corona-Tagebuch

Busfahren in Corona-Zeiten


Am 13. März 2020 hingen an der Fahrertür der Deutschen Bahn Busse ein Schild mit der Aufschrift "Verehrte Fahrgäste, zum Schutz der Fahrer vor dem erhöhten Infektionsrisiko gibt es derzeit keinen Einstieg und Fahrkartenverkauf beim Fahrer. Bitte nutzen Sie die hinteren Türen."

Von da an, durfte man nur noch hinten einsteigen. Der Fahrkartenverkauf war eingestellt und die Fahrscheine mussten nicht mehr vorgezeigt werden. Hinter dem Fahrer wurde ein Absperrband gezogen. Es war doch sehr befremdlich. Aber ansonsten gab es keine Einschränkungen.

Durch den Anstieg der Corona Fälle in den weiteren Wochen und das doch erhöhte Ansteckungsrisiko, versuchte ich auf Busfahrten zu verzichten. Am Mittwoch, 15.04.20, ließ es sich nicht mehr vermeiden und ich musste mit dem Bus nach Hause fahren. Zu meinem Pech, fiel der Bus kurzfristig aus und wir mussten auf den nächsten warten. Was für ein Glück schien die Sonne und man konnte das schöne Wetter genießen. Allerdings nervte mich, dass einige Leute den Mindestabstand von 1,50 m nicht einhielten.

Der Bus kam dann doch schon früher als angegeben, was mich freute, doch der ließ nur die Fahrgäste, die sich im Bus befanden, aussteigen und schloss dann die Türen. Denn der Busfahrer musste seine vorgeschriebene Pause machen. Was leider bei einer Person eher auf Unverständnis stieß. Bis wir aber einstiegen, hatte er sich wieder beruhigt. Der Busfahrer tat mir leid, da die Busfahrer/innen dem Corona Virus doch eher schutzlos ausgesetzt sind und auch noch die schlechte Laune einzelner Fahrgäste ertragen müssen.

Der Bus fuhr dann planmäßig ab und war jetzt natürlich auch recht voll.

Eine Schutzmaske hatte ich leider keine dabei, aber zum Glück meinen Schal, den ich als Nasen -Mundschutz verwendet habe.

Ich war froh, als ich die 10 minütige Busfahrt endlich hinter mir hatte. Irgendwie hatte ich jetzt das Gefühl, dass ich mich doch jetzt hätte anstecken können mit dem Coronavirus. Was aber zum Glück nicht so war.

Ich ziehe aber nun freiwillig meine Nasen –Mundschutz-Maske an, wenn ich mit dem Bus fahre.

 

Geschrieben von Nadine Müller im Mai 2020