Haus der Stadtgeschichte

Bestände

Zeller, Carl August

Zeller, Carl August

Nachname:
Zeller, Dr.
Bild: Dr. Carl August Zeller
Vorname:Carl August
genannt: 
Religion:
ev.
geboren:Schloss Hohenentringen bei Herrenberg, 1.8.1774
gestorben:Stuttgart 23.3.1840
Vater:
Zeller, Christian David, Hofrat
Mutter:Waldenbuch, N. N. Schneck
curriculum vitae:

Bruder des Pädagogen Christian Heinrich Zeller.
Entdecker der ersten Mineralquelle im Stadtgebiet von Kreuznach.
Ideeller und finanzieller Förderer von Andreas Wilhelmi.
Studium der Theologie in Tübingen, Magister und Doktor.
1798-1803 Hilfsprediger und Lehrer in Brünn/Mähren.
1803-1804 Mitarbeiter von Pestalozzi in Burgdorf.
1805 Prediger und Gymnasiallehrer in St. Gallen.
1806 Lehrer an der „Schulmeister-Schule“ in Zürich.
1807-1808 bei Pestalozzi in Ifferten,
ab 1809 Regierungsrat in Königsberg.
1822 wohnhaft in Münsterwalde,
1824-1830 wohnhaft in Kreuznach,
1830 Umzug nach Wetzlar.
1836 Mitbegründer der „Kindererrettungsanstalt“ im ehem. Kloster Lichtenstern bei Löwenstein.
1837 wohnhaft in Stuttgart.

Heirat:
Charlotte Rottmann, Dirschau 1811
Kinder:Insgesamt 8 Kinder
Parteimitgliedschaften/ Vereinsmitgliedschaften:

Auszeichnungen/ Orden:
Veröffentlichungen der Person:

Dr. Carl August Zeller hat in der Zeit von 1804-1839 eine Vielzahl von Lehrbüchern zu den Themen Sprachunterricht, Sprachlehre, Sprachzeichenlehre, Lernmittel, Rechtschreibung u.a. verfasst:
Die Elementarschule – Ihr Personal, ihr Local und ihre Verfassung, 1814.
Die Schulmeisterschule – Anleitung für Schullehrer, 1817.
Grundriss der [Kinder]Strafanstalt, die als Erziehungsanstalt bessern will, 1824
u.v.a.

Veröffentlichungen zur Person/ Werkverzeichnis:

Abbildungen:
Zusammenfassende Würdigung

Die Salinen Karls- und Theodorshalle, die damals außerhalb des Kreuznacher Stadtgebiets lagen, dienten seit Jahrhunderten ausschließlich der Salzgewinnung. Dies änderte sich erst, als sich der Wiesbadener Arzt Johann Erhard Peter Prieger im März 1817 in Kreuznach niederließ und die Heilkräfte der Sole erkannte.

1824 kam auch der preußische Schul- und Regierungsrat Carl August Zeller (1774-1840) nach Kreuznach. Schon bald begeisterte er sich für die Idee Priegers, in Kreuznach ein Kurbad zu errichten.

Die Ehre, die erste Mineralquelle im Kreuznacher Stadtgebiet entdeckt zu haben, gebührt niemand anderem als Carl August Zeller. Im Sommer 1826 fand er bei einem seiner Spaziergänge im Flussbett der ausgetrockneten Nahe unterhalb „des Recumtempels an der früheren städtischen Tuchbleiche“ [gegenüber dem heutigen Kurpark] unmittelbar nebeneinander zwei Salzquellen. Die Entdeckung blieb allerdings vorerst ohne Folgen.

Auf Veranlassung des Kaufmanns Stephan de Lorenzi behandelte der Stadtrat ein Jahr später, am 8. September 1827, das Thema Salzquellen. Im Stadtratsprotokoll heißt es: „Die Heilkraft der hießigen Salzquellen hat sich in so vielen Fällen bewährt, daß der Zufluß von fremden Gästen in jedem Jahr gewachsen ist. Der Aufmerksamkeit des Herrn Oberschulraths Zeller verdanken wir das Auffinden von zwei ganz nahe beieinander am Ufer der Nahe am Schlossberge gelegenen Salzquellen. Die vorzüglichere der Quellen ist jetzt gleich zu fassen und durch eine dauerhafte Schutzwehr vor dem Winter-Wasser und Eisgang zu bewahren, im nächsten Frühjahr aber die beiden Quellen genauer zu untersuchen“.

Für die „unvermeidlichen“ Kosten sollten 200 Taler auf den Etat 1828 übernommen werden. 1828 wurde tatsächlich eine der Quellen, später „Nahequelle“ genannt, mit einer hölzernen Einfassung versehen, die jedoch schon bald wieder zugeschwemmt wurde. Erst 1836 wurde die Nahequelle in einem Schacht gefasst und durch „fortgesetzte, eiserne Röhrenfahrten unter dem Flussbette der Nahe in die Nähe der Elisenquelle“ und zum Kurhaus geführt.

Dr. Carl August Zeller, der große Förderer des jungen Bades, war es auch, der Andreas Wilhelmi ermutigte, auf seinem Wörth nach einer Mineralquelle zu graben. Doch diesem wuchsen die Schulden langsam über den Kopf. Am 5. März 1830 übernahm Zeller eine Schuldverschreibung über 450 Gulden von einem Grundstückskauf Wilhelmis aus dem Jahre 1821 und ließ ihm außerdem gegen eine Hypothek weitere 500 Gulden in bar zukommen. Als Sicherheit für die fast 1.000 Gulden verpfändete Wilhelmi sein „in Kreuznach unweit der Pauluskirche gelegenes Wörth sammt Wohnhaus, Schuppen, Tanzzelt, Lust- und Pflanzgärten“.

Im Jahre 1910 wurden „Maßnahmen zur Hebung des Bades“ in Angriff genommen. Für den Badebetrieb begann eine Zeit großer Aktivitäten. U. a. wurde zur therapeutischen Nutzung der 1904 von Dr. Aschoff festgestellten Radium-Emanation in dem nach „Bergingenieur“ Rudolf Härche benannten ehemaligen Quecksilberstollen, dem sog. „Rudolfstollen“, im Winter 1911/1912 unmittelbar vor dem Stolleneingang ein Inhalatorium errichtet: „Ein geschmackvoller Bau, in dem Cauers wasserschöpfende Nixe aufgestellt wurde. In dem tiefergelegten Innenraum wurde die ganz in der Nähe entspringende [1826 von Dr. Carl August Zeller entdeckte] ‚Nahequelle’ neu gefasst und in Erinnerung an den einst in Kreuznach wirkenden Dr. Faust in ‚Faustquelle’ umbenannt. Die Faustquelle wird auch als Trinkquelle benutzt“. Das Inhalatorium wurde am 18. Mai 1912 eingeweiht.

1945 wurde der Bau von einer Fliegerbombe schwer beschädigt und später abgerissen. Die von Carl August Zeller 1826 entdeckte Quelle wurde verschüttet.


Rolf Schaller
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