Museum Schlosspark

Bild: Vorderansicht des SchloßparkmuseumsDas Schlossparkmuseum, ehemals Herrenhaus des Gutes, in dem die prägende Innenausstattung des 19. Jahrhunderts in Teilbereichen erhalten ist, beherbergt neben den stadt- und kunstgeschichtlichen Sammlungen auch eine vor- und frühgeschichtliche Abteilung. 

 



Sonderausstellung
vom 3. Mai bis 11. November 2018

LANDSCHAFTEN DES 1. WELTKRIEGS
Bilder und Installationen von Geert Koeverts

In der aktuellen Kunst spielt der Krieg keine große Rolle. Eine Ausnahme bildet der niederländische Künstler Geert Koevoets (geboren 1957, Etten-Leur). Er beschäftigt sich seit 1997 – und damit mehr als zwanzig Jahren – intensiv mit dem Ersten Weltkrieg. Es hätte auch ein anderer Krieg sein können, wäre da nicht seine Reise durch West-Flandern (Belgien) gewesen. Flandern bildete eines der Hauptkriegsschauplätze der Zeit von 1914-18, was bis heute die Landschaft prägt. Die Faszination dieser Landschaft und Orte wie Ypern weckte sein Interesse. Geert Koevoets setzt sich seitdem mit dem Ersten Weltkrieg in künstlerischer Weise auseinander. Landschaft und Krieg sind seine Themen.
In dem Werk von Geert Koevoets stehen mit dem Krieg der Mensch und seine Handlungen zentral. Diese werden nicht beschönigt, sondern treten den propagandistischen Intentionen entgegen.

Geert Koevoets ausgestellte Kunst nutzt historische Kriegsfotos – oft Propagandafotos – als Basis für seine eigenen Bildaussagen. Diese sind effektvoll und entlarvend zugleich, wodurch das vermeintlich neutrale und dokumentierende Foto eine anderes wird und wohl eher der damaligen Kriegsrealität entspricht. Die überdimensionale Vergrößerungen, eine fast lebensgroße Wiedergabe der bombardierten Landschaften, ausradierte Dörfer sowie Schützengräben, vermittelt eher einen wirklichkeitsgetreueren Blick und sicherlich einen bedeutend emotionaleren Zugang wie die vermeintlich harmlosen Propagandafotos.
Der englische Soldat im zerbombten Schützengraben, wo ein Bajonett eines Gefallenen(?) im linken Bildteil eine visuelle Anziehungskraft und erzählerische  Wirkung bei dem Betrachter entfaltet (Wieltje - Gravenstafel Road) oder Luftaufklärungsfotos von Landschaften (Memory of Landscapes) wie eine Mondlandschaft – unwirklich und lebensfeindlich. Die Strukturen des Stellungskrieges sind die Wunden und Narben des Landes. Die Beklemmung überträgt sich auf den Betrachter.

Die besonderen Leuchtskulpturen sind die bildnerische Umsetzung von Eisenstäben, die zur Befestigung von Stacheldraht diente. Stacheldraht und Drahtverhaue, sogenannte Flandernzäune, müssen zu den neuen technologischen Entwicklungen des Ersten Weltkriegs gezählt werden. Sie bildeten, in Kombination mit den hundertfachen Gewehrsalven eines einzigen Maschinengewehrs, eines der tödlichsten militärischen Hindernisse. Geert Koevoets Skulpturen aus gebogenen Leuchtstoffröhren, in der alten Technik und Farben  (blau sowie rot) hergestellt, symbolisieren durch ihre historische Form und ursprüngliche Funktion die Grenze - die Schutz und Tod in sich birgt, der Bereich im berüchtigten Niemandsland – wo um jeden Zentimeter Boden/Erde jahrelang verbittert und mit größten Verlusten gekämpft wurde.
Andererseits zeigt ihr Material, das zerbrechliche Glas und vor allem das Licht in intensivem Rot oder Blau etwas Neues: es markiert nicht nur diese Grenze im Niemandsland, sondern die Zerbrechlichkeit des Lebens. Es bedeutet für Koevoets auch Energie. (Sein künstlerisches Oeuvre behandelt und zeigt die bildnerische bzw. bildhauerische Umsetzung und Aufladung einer Form mit Bedeutung, das Geben von Inhalt an Materie, wobei dem symbolischem Begriff der Energie als geistiges Konzept eine weitreichende Bedeutung zukommt.)
Licht hat eine fast sakrale Bedeutung als Hoffnungsbringer in der Dunkelheit: Das Licht wird oft mit der Heilsbotschaft gleichgesetzt, weist letztendlich aber auf die Fragilität jeglicher geografischen Grenze oder Freiheit hin.


Sonderausstellung
vom 25. März bis 9. September 2018:

„Fundstücke – Schmuckstücke.
Schmuck und Objekte der Bad Kreuznacher Künstlerinnen Vitalis Kubach und Marion Marga Freund“

Jede Frau schmückt sich gerne; die Männer folgen. Schmuck kennt viele Stile und Erscheinungsformen. In dieser Ausstellung zeigt das Museum Schlosspark die moderne Gestaltung anhand von vielen besonderen Schmuckstücken von Vitalis Kubach, der zweiten Generation der Kubach-Familie - der in Bad Münster ein eigenes Museum gewidmet ist - sowie ihrer befreundeten Künstlerkollegin Marion Marga Freund. Beide Designerinnen lassen sich durch die Natur inspirieren und setzen die vorgefundenen Materialien und Formen als bewusstes Gestaltungselement in ihren modernen Schmuck ein.
Anhand von Landschafts- und Naturaufnahmen gibt die Ausstellung einen Einblick in das Schaffen von Vitalis Kubach und Marion Marga Freund. Eine Reise an die Ufer der heimischen Flüsse bis zu den tropischen Stränden und Meeren Ozeaniens.

⇒ Rahmenprogramm (pdf-Datei)


Eher eine „Seelenverwandtschaft“ verbindet Malika Elise Goldt mit Prinzessin Amalie von Anhalt-Dessau. 2014 hat sie erstmals die Führung „Prinzessin Amalie von Anhalt-Dessau erzählt aus ihrem Leben“ angeboten. Malika Elise Goldt ist in Frankreich geboren und aufgewachsen und hat u.a. in Moskau Slawistik studiert. Sie lebt in Bad Kreuznach und engagiert sich seit langem auch als Stadtführerin. Sie ist fasziniert von der Prinzessin, eine für ihre Zeit außergewöhnliche Persönlichkeit, die ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben führte. Malika Elise Goldt schlüpft in die Rolle der Amalie und führt stilgerecht in der Kopie des Kleides, das die Prinzessin auf dem um 1840 entstandenen Gemälde von Georg Lisiewski im Museum Schlosspark trägt, ihre Gäste durch das Schlösschen und den Park. Die Kopie des Kleides wurde im Atelier Marlis Buse, Wuppertal angefertigt.

Termine nach Vereinbarung.

 
 
Kontakt

Museum Schlosspark
Dessauerstraße 49
55545 Bad Kreuznach

Museumsleiter:
Marco van Bel

Verwaltung:
Erika Breckheimer
Telefon: 0671 92077 82
Telefax: 0671 92077 92
E-Mail: museumsinfo@
bad-kreuznach.de

Öffnungszeiten

Montag
geschlossen
Dienstag
10.00 bis 13.00 Uhr
Mittwoch bis Freitag
10.00 bis 16.00 Uhr
Samstag und Sonntag
11.00 bis 17.00 Uhr

zusätzlich geschlossen:
jährlich im gesamten Monat Februar
sowie am 24., 25., 31.12. und 01.01. jeden Jahres

Museumspädagogik

⇒ Hier finden Sie eine Übersicht über die weiteren pädagogischen Angebote des Museums Schloßpark, geleitet von der Museumspädagogin
Dr. Caroline von Wangenheim

⇒ Hier finden Sie nähere Informationen zum Thema "Museumspädagogik" und die Konditionen

pdf-Dateien

Im Anschluss...
... an den Museumsbesuch: eine kleine Auszeit im Café Puricelli

Bild: Außenansicht Café Puricelli